Eine Reise durch unser ungeschminktes Schweden - 18.8. - 10.9.2023
Tag 1 – Fahrwerk-Testfahrt Richtung Hamburg
Tom erzählt: Unsere
Routinen vor den Ferien sind um 19 Uhr beendet und so fahren wir los,
eigentlich auch eher routinemäßig. Etwas ist allerdings anders, unser neues
Fahrwerk ist zum Fahren so entspannend, dass Juna und auch Conny ziemlich am
Eindösen sind. Ich fahre glücklich nordwärts und geniesse das neue Fahrgefühl.
Conny fährt mit letzter Kraft die letzten Kilometer zum Winterstein und wir
fallen nach Ankunft ca. um 00.15 Uhr sofort in unsere gemütlichen
Betten.
Tag 2 und 3 – Entschleunigung statt Stau fahren
wollen mir die Beiden heute wieder diese doofe Pisskiste schmackhaft machen. Es ist zwar schön, dass es so was gibt, aber alle Hunde haben Pisse an ihren Pfoten,
wenn sie diese Kiste verlassen. So was will ich nicht. Da bin ich zu eitel. Meine Leute trinken Wein auf dem Sonnendeck, ich lege mich geduldig hin und warte, bis wir endlich in die Kabine zurückgehen. Das Schiff verlässt den Hafen erst um 00.30 (scheinbar pünktlich). Gemäss Buchungsunterlagen wäre die Abfahrt um 22 Uhr geplant gewesen. Egal, wir schlafen alle bereits tief und fest und Conny verpasst ihr geliebtes Auslaufen durch den Kanal. Am Morgen liegt dichter Nebel über dem Meer. Es ist nichts zu sehen. Heute lassen wir alles gemütlich angehen, Tom kriegt nirgends ein Gipfeli und schimpft über diesen Umstand. Einen feinen Cappuccino später kommt das Schiff auch schon im Hafen von Trelleborg an. Beim Parkplatz in Trelleborg macht Tom Frühstück und Conny unternimmt mit mir einen langen Strandspaziergang. Es ist neblig und das Seegras stinkt ordentlich. Trotzdem pfote ich kurz mal durch das salzige Wasser, ein Bad hier zu nehmen wäre jedoch unverantwortlich für mein schönes Fell. Bei regnerischem Wetter fahren wir schliesslich über Göteborg, immer nordwärts. Bei einer Tankstelle treffen wir zufälligerweise auf Oli und Asko, meine beiden Hundekumpels aus dem Pfotenhof. Unsere Abenteuer werden wir nach unseren Ferien schön austauschen können. Bald darauf kommen wir im Kroppefjäll Naturreservat an. Hier geniessen wir die herrliche Ruhe, einfach pure Ruhe und so gar keine Menschen. Dafür gibt es hier Tiere, viele und auch grosse Tiere, wie ich auf dem schönen Spaziergang ins moorige Gebiet feststellen kann. Bereits um 21 Uhr liegen wir im Bett.
Tag 3 – Absolute Stille
Conny erzählt: Es ist still hier, so still, dass ich kaum zu atmen wage. Einzig die Birkenblätter rascheln bei jedem Windstoss. Die Anwesenheit der wilden Tiere ist offensichtlich. Die Spuren, die Gerüche, Juna schnuppert wie verrückt. Und siehe da. Tatsächlich erhaschen wir auf unserer Strasse einen Blick auf das Hinterteil eines grossen braunen Tieres. Tom, unser Guide, führt Juna und mich durch eine scheinbar weglose Wildnis. Tom darf das. Er ist der Einzige, dem ich vertraue. Er kennt sein Handwerk, kann Karten und auch Spuren lesen. Durch absolute Wildnis und immer in der Hoffnung, einem großen, männlichen Elch zu begegnen,
wandern wir fast 5 Stunden durch den Fjäll. Zurück bei Nikan legen wir uns alle hin, nur kurz mal dösen. Wir schlafen dann tief und fest gut 1 ½ Stunden und freuen uns auf unser Mittagessen, bzw. Abendessen (Hörnli und Gehacktes). Was der Abend noch bringt, werden wir sehen. Ich will vielleicht noch zur Feuerstelle rauf. Vielleicht sehe ich vom bereits erwähnten Tier nicht nur das Hinterteil. Nachtrag: Leider habe ich dann auch auf dem Abendspazierganz keinen Elch mehr zu Gesicht bekommen!
Tag 4 – Langweiliges Fahren Ed - Charlottenburg
Tom erzählt: Ich
konnte nun ja bereits einige Kilometer Schotterstrasse fahren. Ein herrliches
Gefühl, mit dem neuen Fahrwerk sowieso. So gurkt mich die langweilige Strecke
zwischen Ed und Charlottenburg umso mehr an. Auch meine geplante Wanderung im
Naturreservat Heråmaden fällt wegen einem neuen Fahrverbot ins Wasser. Somit
ist die allgemeine Stimmung nicht so ferienmässig. Kurzentschlossen planen wir
also, ins Nachbarsland zu fahren, um einen gemütlichen Abend im Varaldskogen zu
verbringen. Wie bereits letztes Jahr ist die Bezahlung der Mautgebühr ein
bisschen umständlich, aber nach ein paar Anläufen funktioniert es dann. Wir
fahren dieses Mal ziemlich weiter in die Wildnis rein. Mitten im Wald mit
Seeanstoss und Bach finden wir einen schönen Platz mit einer gemütlichen
Feuerstelle. Ich entdecke gegen Abend im Abendlicht eine Wildkamera der norwegischen
Naturforschung. Die Bilder sind einfach grossartig. Leider sehen wir auch heute
auf dem Abendspaziergang keinen Elch, dafür höre ich, als wir wieder bei Nikan
sind, mehrere Male einen Wolf heulen. Als meine Frau es dann auch hört, ist sie
völlig aus dem Häuschen und stürmt hinunter ans Wasser. Leider hat der Wolf sie
wohl in ihrer rosaroten Jacke entdeckt und so verstummt das mystische Rufen des
einsamen Wolfes für heute.
Tag 5 – Von
Vorfahren, Heidelbeeren und wundgelaufenen Pfoten
Juna erzählt: Meine
Chefin ist seit gestern aus dem Häuschen, natürlich beweisen auch die Fotos der
Wildkameras der Umgebung, dass hier Wolfsgebiet ist. Da hätte sie bloss mich
fragen können. Schon auf dem Abendspaziergang und auf meinen Spielrunden ums Camp
rieche ich meine Vorfahren und auch riesige Huftiere. Natürlich macht sie sich
mal wieder Sorgen um mich, aber wieso soll sie. Ich bin während der Wanderungen
immer schön zwischen meinem Chef und meiner Chefin. Heute fahren wir zur Lebiko
Wanderhütte. Von dort laufen wir den von Tom geplanten Wanderweg 7 Torp, was so
viel wie 7 abgelegene Bauernhöfe heisst. Teilweise sind die Häuser jedoch nicht
verlassen, sondern werden als Ferienhäuser genutzt. Auf der gesamten Wanderung
darf ich überall meine geliebten Heidelbeeren pflücken. Nach 3 ½ Stunden kommen
wir endlich bei Nikan an. Wir fahren zurück an den Fjørsjøen, dieses Mal direkt
an den See. Der Nachmittag vergeht im Flug, bald schon geniessen meine Leute
ein großartiges Aperol Spritz bei herrlichem Sonnenschein.
Tag 6 – Hovfjället –
immer schön durchs Moor wandern!
Conny erzählt: Nach einer herrlichen Dusche im Nikan fahren wir wieder nach Schweden. Natürlich bin ich wieder etwas nervös, Juna ist nämlich wieder die illegale Einwanderin. Der Grenzposten ist jedoch unbewacht und nach einer längeren Fahrt kommen wir dann in Torsby an, wo Tom Wasser und Brot im Coop kauft. Auf der E45 etwas nördlich von Torsby leeren wir unser Black- und Grey-Wasser. Leider gibt es hier kein Frischwasser. Da wir jedoch immer noch ein paar Liter im Tank haben, frisch geduscht sind, entscheiden wir uns für die Weiterfahrt zum Wintersportort Hovfjället. Hier ist im Sommer tote Hose, auch das Restaurant hat jeweils am Donnerstag geschlossen. Vom grossen Parkplatz wandern wir 4 Stunden auf der Råkullsrundan durch sumpfiges Gebiet. Unterwegs treffen wir bloss 2 Paare an. Zwischendurch regnet es leicht, dann aber scheint die Sonne und es ist ziemlich warm. Hier könnten wir wohl auch die Nacht verbringen, Tom hat jedoch den Plan, ins Vimyren Naturreservat zu fahren. Dieses ist auf der Weiterfahrt auf der E45 schnell erreicht. Die Gravel Road von der Hauptstrasse bis zum Parkplatz (10 km) ist in einem Top-Zustand. Der Parkplatz liegt mitten im Wald, natürlich sind wir hier wieder ganz allein und haben nicht einmal Handyempfang. So schnell kann es gehen. Am Abend regnet es dann in Strömen, bald darauf blinzelt wieder die Sonne durch die Bäume.
Tag 7 – Rainy day
Tom erzählt: Meine Damen sind etwas launisch. Ich bin fröhlich und freue mich auf die Wanderung durch das Vimyren Reservat. Die Runde habe ich mittels meiner App gefunden, sie scheint ein grosser Geheimtipp zu sein. Und ja, es ist dann auch so. Keine Menschen ausser wir drei stolpern dann über den wilden Wanderweg durch Moor und tiefe Fichtenwälder. Ein sportlicher Morgenspaziergang bei Regen ist schliesslich auch mal schön. Es regnet dann mehr oder weniger den ganzen Tag.
Dies ist uns jedoch egal, wir wollen heute auf den Stötten Campingplatz, um morgen von hier aus meine geplante 4x4 Tour zu starten. Das Wasser ist aufgefüllt und unsere Kleider und Schuhe sind am Trocknen, da wir am Strom hängen (trotz Neandertaler-Stromanschlüssen). Leider kann man von diesem Campingplatz nicht mal eine allerkleinste Runde laufen. Der Platz ist nichts für Wanderer, dafür für Fischer und Kanuten ein Paradies.Heutige Route auf E16 nach
Stöllet, Malung, bis Torgås, dann auf Nebenstrassen nach Rörbäcknäs bis Kreuzung
E66 Richtung Stötten.
Tag 8 – Tom in seinem Element auf der 4 x 4 Tour
Conny erzählt: Happy Birthday, liebes Mami. Heute geht’s auf Toms geplante 4 x 4 Tour. Bereits kurz nach dem Campingplatz fahren wir über eine großartige Gravelroad. ärgern tue ich mich erst, als die Strasse zu einem engen Forstweg wird und ich auch mal ein paar Bäume wegräumen muss, Aber richtig motzen tue ich erst, als vor uns eine grosse Forstmaschine mitten auf der Strasse auftaucht. Der arme Kerl muss nun extra wegen Toms Ideen seine Arbeit unterbrechen und auf die Seite fahren. Danke schön, winken und lustig wirken. Mir ist es wie immer sehr peinlich. Und ob das nicht genug war, steht nach einigen Minuten gleich noch eine grössere Maschine auf dem Weg. Auch hier wieder: Warten und danken. Mein gesamtes Fluchwort Arsenal prasselt so richtig arg auf Tom herunter. Er ist jedoch entspannt und fährt die Strecke weiter. Die Gravel Road wird wieder befahrbarer und ich entspanne mich merklich.
Kurz vor Särna sind wir dann wieder auf einer Hauptstrasse (E70) angelangt. Beim Fjätfallen Naturreservat machen wir einen schönen stündigen Spaziergang und essen gemütlich etwas. Weiter geht unsere Fahrt über Särna und Mörkret Richtung Idre. Unterwegs finden wir unseren Mückenplatz auf Anhieb. Beim Spaziergang mit Juna treffen wir auf frischen Elchkot. Juna stoppt plötzlich und will auf gar keinen Fall mehr weiterlaufen. Auch an der Leine bleibt sie bockstill stehen. Somit ist umdrehen die einzig richtige Option und sicher eine gute Warnung unserer großartigen Wildnis erprobten Hündin. Das Fahrwerk ist toll. Ich muss es noch einmal erwähnen. Schade, dass wir dieses nicht schon vor Jahren ausgewechselt haben. Eine tolle Bereicherung für unsere Wilderness-Touren. Danke an die Jungs aus Frutigen für ihre grossartige Arbeit.
Tag 9 – Flatruet –
wieder mal ohne Sonnenschein!
Juna erzählt: Natürlich geht es heute wieder holprig weiter, bzw. wie ich bereits erwähnt habe, ist es mit dem neuen Fahrwerk viel, viel angenehmer. Wenn meine Leute schon immer so «Hundsverlochete» fahren müssen, dann wenigstens auf einem angenehmen Fahrsessel. Es nieselt immer noch und die Landschaft ist eher grau. Kein Sonnenstrahl berührt mein schönes Fell, im Gegenteil. Bei Idrefjäll geht es steil bergaufwärts, bis wir schliesslich auf dem Gipfel des Nipfjället ankommen. Es stürmt hier oben richtig. Mir ist das egal, ich trockne schnell wieder, aber meine Leute, tztztztz. Heute sind die Beiden etwas zu optimistisch. Als wir auf dem Aussichtspunkt ankommen, giesst es wie aus Kübeln. Der Nebel wird immer dichter und wir sehen keinen Meter. Trotzdem lachen beide und sind gut gelaunt.
Schön, sie so zu sehen. Im Auto wärmen wir uns auf, mein Fell wird gut getrocknet und Tom und Conny ziehen neue Klamotten an. Weiter geht’s auf der Strasse nach Foskros, hier hätte es wunderschöne Lagerplätze. Da wir aber früh unterwegs sind, erübrigt sich diese Suche. Es geht weiter nach Tännäs und Funesdalen. Hier entscheiden wir, dass wir die heutige Wanderung in Messlingen (Felsmalereien) für ein anderes Mal aufsparen. Das Wetter ist nicht angenehm für Wanderungen. So fahren wir auf der höchsten Bergstrasse Flatruet (985 m. ü. M.) und bleiben auf dem Pass stehen. Wir geniessen ein paar kurze Sonnenstrahlen, ehe es dann richtig zu stürmen beginnt. Erst um 17.30 Uhr wagen wir einen Spaziergang in den Fjäll und kommen erst um 19 Uhr zurück. Unterwegs treffen wir immer wieder auf einzelne Rentiere. Da sie mir jedoch als Futter nicht sonderlich schmecken, interessieren sie mich auch nicht. Mein Magen knurrt aber schon fest und ich bin froh, als ich endlich ein paar Kügeli zwischen meine Zähne kriege. Meine Lieben genehmigen sich heute ein gemütliches Fondue, bei dem ich selbstverständlich auch ein paar Brotkrümmel ergattern kann. Es ist saugemütlich und wunderbar warm.
Tag 10 –
Gravelroad, Gravelroad und noch einmal Gravelroad
geplant, ein Foto von Juna auf dem Stein zu machen, 7 Jahre später. Leider ist der Stein jedoch unter Wasser, so ist mein Vorhaben im Eimer. Hier das Foto vor 7 Jahren:
Juna, Herbst 2016
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| Leider ist der Stein im Wasser! |
Trotzdem geniessen wir die
erneute Besichtigung sehr. Neu gibt es nun auch eine Tafel und eine
Aussichtsplattform. Weiter geht es wieder Richtung Hauptstrasse. In Börtnan nehmen
wir die Abkürzung Richtung Vålådalen nach Köfra. Nach dem Tanken in Köfra
fahren wir in Kinderåsen weiter, alles auf Gravelroad. Unterwegs finden wir
einen schönen Rastplatz am «namenlosen» See, See neben Ottsjö. Eigentlich
wollen wir ein Feuer machen, aber das Holz ist ziemlich nass. Da es nun aber
sowieso wieder regnet, macht das gar nichts. Wir geniessen unser Apéro nun im
Nikan.
Tag 11 – Vålådalen
– eigentlich unser Ort fürs Trekking
Conny erzählt: Wir
fahren nun heute zur Fjällstation Vålådalen. Es ist gutes Wetter für heute
geplant. Hier wollten wir eigentlich unser Trekking machen. Leider sind die
Wetterprognosen eher schlecht als recht. Aus diesem Alter sind wir raus,
stundenlang durch den Regen zu marschieren. Trotzdem unternehmen wir heute eine
wunderschöne Wanderung, die Tom geplant hat. Der blaue See ist traumhaft.
Einfach superschön. Wir treffen immer wieder auf einzelne Rentiere, Juna, unser
Wanderhund verhält sich wie immer grossartig. Sie macht keinerlei Anstalten,
ein Rentier auch nur ansatzweise zu jagen. Ganz schön still bleibt sie an
unserer Seite. Nach ca. 4 ½ Stunden kommen wir um halb 3 wieder bei Nikan an
und beschliessen, wieder in den Håckren Ekopark zu fahren. Dieses Mal parkieren
wir auf einem etwas grösseren Platz mit einem praktischen Tisch, damit wir noch
unsere Karten ausbreiten können. Das Wetter ist eher schottisch. Zwischendurch
regnet es immer wieder und kurz darauf scheint dann wieder die Sonne. Alles in
allem ein gelungener Tag. Sogar eine Dusche liegt heute mal wieder drin.
Tag 12 – Schnupperhund
im Bärenland
Juna erzählt: Ich rieche Bären von früh bis spät. Nur gesehen habe ich das Tier mit den riesigen Pfoten noch nicht. Vielleicht ist das gut so. Der Geruch verursacht bei mir etwas Angst. Ich laufe etwas steif, kriege Schuppen und kann nicht ganz entspannen. In der Gegend von Åre sind ziemlich viele so grosse Exemplare unterwegs. So freut es mich umso mehr, dass wir endlich weiterziehen. Aber siehe da. Wir fahren nun rasch südwärts über Östersund und Sveg bis in den Hamra Nationalpark, DER Park der Braunbären. Hier ist die Population riesig und auch meine Nase riecht die Dinger überall.
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| Bärensichere Abfalleimer |
Auf dem violetten Rundweg sehen wir dann auch Bärenscheisse liegen. Der Kot sieht genau gleich aus wie meiner zurzeit. Ich esse so viel Heidelbeeren, dass sogar der Kot nach Beeren riecht. Zu später Stunde will mein Chef dann noch einmal in der Dunkelheit einen Rundgang machen. Wieso auch immer? Das ist doch nicht notwendig. Aber eben, wer kann die Menschen schon verstehen?
Tag 13 – südwärts unterwegs
Tom erzählt: Wir fahren heute weiter auf dem Inlandsvägen (45) Richtung Süden bis Mora, wechseln dann auf die 70 und unternehmen bei Tällberg kurzfristig eine schöne Wanderung im Nybodalen Naturreservat. Wir wandern auf de Digerberget hoch und geniessen von da eine herrliche Aussicht auf den Silljan-See. Zurück bei Nikan essen wir noch etwas Kleines und fahren dann über viel Schotter ins Naturschutzgebiet von Malinsbo-Kloten (Långa tjärnarna). Kurz nach Ankunft machen wir ein Feuer und geniessen kurz das schöne Wetter. Bald darauf beginnt es zu regnen.
Tag 14 – tiefe
Wildnis
Conny erzählt: Wir
bleiben heute hier. Letzte Nacht war Vollmond (Blue Moon). Wir konnten doch
einen kurzen Blick auf den wunderbaren Mond werfen, bevor es dann wieder zur
regnen beginnt. Wir machen einen Spaziergang am See entlang und geniessen
einfach den Regentag. Gegen Abend bemerken wir, dass der Pegelstand des Sees
etwas gestiegen ist. Kurzerhand parkieren wir unser Auto um auf einen anderen
Stellplatz, nicht ganz so nah am Wasser. Hier lassen wir es uns gutgehen und
geniessen bei strömenden Regen ein Raclette. Tatsächlich sehen wir aber fast
zeitgleich ein wunderschönes Abendrot.
Tag 15 – Tag der
Besorgungen
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| Harge Camping - hier gibt es im Feld eine gemähte Runde, extra für den Hund! |
von Knalla ins Märsätter Naturreservat und wandern dort die grosse Runde (7 km). Herrliche Aussicht auf den Vätternsee. Nach gut 2 ¾ Stunden kommen wir eher spät bei Nikan an und beschliessen in Harge auf den Campingplatz zu fahren. Hier freuen wir uns auf die lange Dusche, auf ein gemütliches Apéro und auf lustige Momente.
Tag 16 – wieder mal
Ärger wegen den Deutschen
Tom erzählt: Nach einer lärmigen Nacht (wir hören mal wieder Autos) auf dem Campingplatz in Harge fahren wir eine halbe Stunde in das Bredsjömossen Naturreservat. Hier hat es relativ viele Mücken. Geplant den ganzen Single-Trail zu laufen. Leider müssen wir wegen dem etwas hohen Wasserstand umkehren, der Weg steht ziemlich unter Wasser und das Gebiet ist relativ moorig. Auf Nebenstrassen fahren wir an den Vätternsee und machen am Hafen von Borghamnen eine Mittagspause. Anschliessend fahren wir ins Skurugata Naturreservat und unternehmen die schöne, aber auch etwas glitschige Wanderung durch die verwunschene Schlucht mit der Sage vom Dieb, der immer Mehl gestohlen hat. Da hier einige Jungs am Füürle sind entscheiden wir uns spontan für die Weiterfahrt in den Norra Kvill Nationalpark. Auf dem Parkplatz ist ordentlich was los, ca. 8 Wohnmobile stehen auf dem Platz, die Eltern lassen ihre Kinder mit Velos herumfahren und kreischen. Das ist nichts für uns. Wir entscheiden uns für einen kleinen Platz fast am See. Hier hat ein Jäger wieder mal viele Äpfel für die Elche parat gelegt. Super Menschen.
Tag 17 – Wer hat
Angst vor dem Näcken und der Huldra?
Conny erzählt: nach nur 25 Minuten Fahrzeit kommen wir am Korphålornas Naturreservat an. Hier ist es schön sonnig und ruhig. Nach einer Begegnung mit einem älteren ausgewanderten deutschen Ehepaar und ihrem Hund Abby
unternehmen wir die schöne Wanderung durch den herrlichen urwaldartigen Wald. Wer Angst vor dem Näcken und der Huldra hat, sollte hier unbedingt auf dem Wanderweg bleiben. Erklärung zu diesen beiden Fabelwesen im Exkurs.
Tag 18 – Im Land
der Schlaraffen
Juna erzählt: ich bin ein glücklicher, aber auch ein ziemlich müder Wanderhund. Ich bin also froh, dass die Wanderungen nun etwas kürzer sind und ich mich zwischendurch meinem geliebten Hobby, Heidelbeeren fressen, widmen kann. Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit kommen wir schliesslich im Getaryggarnas Naturreservat an. Der Park ist nur kurz von der Hauptstrasse entfernt. In der Nähe hätte es noch einen grossen Seilpark, aber meine Leute wollen natürlich wie immer wandern. Gut so, denn hier
finde ich die allerbesten Heidelbeeren in diesen ganzen Ferien. Die Leckerbissen sind recht gross und wirklich sehr, sehr süss. Einfach ein Traum. Nach einer Fahrt kommen wir in Växjö an, wo Tom mal wieder einkaufen muss. Conny putzt erneut das Haus richtig sauber und ich lasse mir am offenen Fenster den Wind um die Ohren sausen. Endlich geht’s weiter, nicht sehr lange, aber hier, wo wir hingehen, kenne ich mich bereits aus, nämlich auf den Hätteboda Vildmarkscampingplatz. Juhui, nun kann ich endlich viel, viel schlafen, heisst aber auch, dass sich die Ferien ihrem Ende entgegenneigen.
Tag 19 – Lesen,
lesen, lesen
Conny erzählt: Ja, ich bin heute wohl etwas faul. Ich habe nämlich ein neues Buch einer schwedischen Bestellerin angefangen zu lesen und kann kaum mehr aufhören. Die Lektüre ist nicht hochstehend, aber für die wahre Entspannung reicht mir das Buch völlig aus. Vergessen ist meine Umgebung. Tom nervt sich, ich fühle mich ziemlich scheisse. Trotzdem machen
wir es uns am Abend gemütlich und essen auch relativ spät, so dass Tom noch mehr sauer ist.
Tag 20 – Chill-Day
Tom erzählt: Ich brauche etwas Abstand von meiner Ehefrau. Sie nervt mich, wegen ihr konnte ich letzte Nacht nicht wirklich schlafen. Da wir erst so spät gegessen haben, liegt mir das Mahl recht schwer im Magen. Ich brauche heute lange, bis ich in die Gänge komme. Trotzdem unternehmen wir den schönen, ausgiebigen Spaziergang (White Ribbon). Der Wanderweg führt um den ganzen Campingplatz und dauert gute 2 Stunden. Am Nachmittag machen wir es uns gemütlich, nun wird es auch etwas wärmer, da die Sonne wieder etwas scheint. Heute ist das Abendessen um 19 Uhr definiert.
Tag 21 – Alles hat
ein Ende…!
Juna erzählt: Wie bereits befürchtet, ist es wieder so weit. Die wunderschönen Ferien neigen sich ihrem Ende entgegen. Noch haben wir einen herrlichen Spätersommertag in Schweden vor uns und geniessen diesen dann in vollen Zügen. Natürlich finde ich auch wieder feine Beeren, geniesse lustige Spielrunden und darf in einen wunderschönen See springen. Da ich auch gerne Rituale mag, freue ich mich auch auf die kommenden Herbsttage bei uns zuhause. Deshalb bin ich ziemlich entspannt, als wir am Abend auf das grosse Ungetüm fahren und mich meine Leute wieder in die stinkende Pissecke zerren. Leute, checkt es endlich: Hier werde ich auf gar keinen Fall meine Geschäfte erledigen, nicht heute, nicht hier, für immer und ewig. Lasst es. Ich bin zufrieden, wenn ich bei euch in der Kabine chillen kann und freue mich auf die Ankunft am Morgen. Nebenan bellt ein Kollege von mir, der ist ganz und gar nicht entspannt. Ich bin halt eine erfahrene Reisehündin, versuche mal, ihm das mental rüberzubringen. Und siehe da. Plötzlich ist Ruhe da drüben. Die Fahrt ist etwas wackelig, die Tinker Bell ist halt eher schon etwas in die Jahre gekommen.
Tag 22 – Zurück in
der Hitze!
Conny erzählt: Die Tinker Bell kommt pünktlich um 8 Uhr an. Heute gibt es um 7.30 Uhr bloss die Ansage «die Autodecks sind ab sofort offen». Wow, heute mal anders. Wir stehen noch etwas gemütlich auf dem Deck herum, geniessen die Einfahrt durch den Kanal, bevor wir uns dann zum Parkdeck 5 begeben. Hier wartet Nikan auf uns, alles gut und alles dran. Wir freuen uns immer über diese Momente. Nach dem Verlassen des Hafens fahren wir direkt auf den grossen Parkplatz am Timmerstrand. Hier machen wir mal wieder eine Aufgabenteilung. Ich packe die Rucksäcke aus und verstaue alle Sachen und Tom unternimmt eine Runde mit Juna. Bereits jetzt um 8.30 Uhr ist es enorm warm. Ich schmeisse mich in die Sommerkleider, Tom übernimmt die erste Fahrt. Unglaublich gut kommen wir voran und so machen wir erst bei Frankfurt eine erste Pause. Ich finde einen schattigen Parkplatz im Wald. Nur am Schatten können wir einigermassen stehen. Wow, diese Hitze. Dann muss ich meine Flipflops gegen meine Trekkingschuhe tauschen. Geplant wäre gewesen, dass ich bis 18 Uhr durchfahre. Allerdings schmeisse ich kurz um 17.30 Uhr das Handtuch, dies kurz vor der Grenze. Ich bin so fest müde wegen dieser Hitze,
dass ich kaum die Augen offenhalten kann. Längst haben wir beschlossen, direkt Nachhause zu fahren. Tom übernimmt also wieder und fährt dann durch. Etwa um 20 Uhr kommen wir in unserem wunderbaren Zuhause an, bleiben dann aber direkt im Nikan, nehmen ein Apéro, essen etwas und schlafen dann laaaaaaaaange und gemütlich aus!
Tag 23 –
back to reality!
Tom erzählt: Heiss,
heisser am heissesten. Wir nehmen alles gelassen, wir können gar nicht
schneller. Es ist ein richtiger Schock: Autolärm, Kinderlärm, die Hitze. Wir
müssen erst mal wieder ankommen. Wir geniessen unseren letzten Ferientag,
räumen Nikan langsam aus und machen immer mal wieder Pause. Wir sind zurück aus
unseren ungeschminkten Ferien! Kein Pipilangstrumpf-Land, wie es im Buche
steht. Einfach pure Wildnis und wir waren mittendrin.
Fazit:
Conny: Süd- und
Mittelschweden ist nun wirklich abgehackt. Vieles erledigt, vieles gesehen,
manches auch bereits zum zweiten oder dritten Mal. Zwischendurch wirklich in
absoluter Wildnis gelebt. Herrlich. Nun wollen wir Nordschweden erkunden.
Tom: Schön ist es gewesen!
Juna: Hoffentlich kann
ich noch viele Male in dieses wunderbare Schlaraffenland. Ich habe es wie immer
sehr genossen mit meinen Leuten.
Hier findest du ein paar Impressionen!



















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