Der Harz - seine Mythen und Sagen - 10.6. - 17.6.2023

Ein paar Harzer Geschichten
 
Tag 1/8
Conny erzählt: Um 4.30 Uhr fahren wir los, richtig früh heute. Unser erstes Ziel ist der Winterstein in Obermörlen. Ohne grossen Staus kommen wir gut auf unserem altbekannten Platz an. Hier ist es bereits sehr warm. Wir entdecken eine Zecke auf
Junas Zunge. Wow, das haben wir noch nie erlebt. Unsere Anfrage auf Google ergibt, dass es wohl nicht viele Hunde gibt, bei denen sich eine Zecke auf der Zunge angedockt hat. Die meisten müssen jedoch mit ihren Hunden zum Tierarzt fahren. Schöner Mist. Nach ein paar Versuchen kriegen wir es hin, die Zecke ist raus. Grossartiger Hund, wirklich toll gezeigt, so dass ich den Mund von Juna offenhalten und Tom die Zecke entfernen kann. Wir unternehmen einen kurzen Spaziergang und fahren nach einer Stärkung in das Harzgebirge. Unser spontan gewähltes Ziel ist Herzberg, bzw. Scharzberg. Wir schauen uns zuerst den Stellplatz an und fahren dann aber auf den Campingplatz am Blockhaus. Es ist ungefähr 15 Uhr. Leider ist das Schwimmbad geschlossen, wohl für immer. Hier fehlt das Geld an jeder Ecke. Wir werden zwischen ein paar Womos gequetscht, obwohl der Platz eigentlich leer ist. Egal, die Leute sind alle ziemlich freundlich und lustig. Nach einem Raclette, es sieht nach Regen aus, gehen wir noch zur Wassertretstelle und dem grossen Spielplatz.


 
Tag 2/8
Juna erzählt: Trotz der vielen Leute um uns herum schlafen wir richtig gut. Wir stehen jedoch bereits um 7 Uhr auf, da wir unbedingt vor der grossen Wärme wandern wollen. Tom plant kurzfristig die Wanderung. Anstelle der Scharzburg wollen wir zum Grossen Knollen raufwandern. Es ist um 8.30 Uhr schon ziemlich warm und ich bin froh, wenn ich mich zuerst richtig abkühlen kann. Wenigstens ist der grosse Teil immer im Wald und es windet auch wunderbar. 
Leider kommen wir an keiner Wasserstelle mehr vorbei, ich bin froh, als wir endlich nach zwei Stunden den Gipfel erreicht haben und ich mich auf den kalten Terrassenboden beim Bergrestaurant legen kann. Auf dem Rückweg finde ich wieder einen tollen Bach, in dem ich mich abkühlen kann. Wieder auf dem Campingplatz angekommen, nehmen meine Leute eine kühle Dusche und genehmigen sich ein Apéro.
 
Tag 3/8
Tom erzählt: Heute wird alles ruhig angegangen. Gemütlich nehmen wir unser Morgenessen zu uns, bevor wir uns auf die Suche nach Benzin und Geld machen. Wir finden alles in Barbis. Anschliessend fahren wir auf den Wanderparkplatz Grosser Andreasbach, um von hier aus die Burgruine Scharzfels zu besichtigen. Von hier aus geht es steil bergauf, allerdings nicht lange. Die virtuelle Show, die man übers Internet lesen kann, ist wirklich tipptopp. Allerdings wäre uns eine normale Führung lieber. Leider hat auch die Cafeteria nicht offen. Trotzdem ist die Burgruine aus dem 10. Jahrhundert eindrücklich, die Burg galt ganze 700 Jahre als unbesiegbar. Erst während des 7-jährigen Krieges wurde die Burg nach Einnahme der Franzosen gesprengt. Schade um dieses grandiose Bauwerk. Wir fahren anschliessend nach Hahnenklee auf den Stellplatz in der Nähe der Stabkirche.
Auf dem Liebesbankweg

Hier wollen wir nach einer langen Siesta die Stabkirche besichtigen, aber auch den Liebesbankweg laufen. Es ist eigentlich relativ ruhig, wir haben uns extra den zweitäussersten Platz geschnappt. Kurz vor 16 Uhr fährt ein Tischer mit Anhänger auf den Platz und quetscht sich, er hat vorher allerdings gefragt, auf den letzten Parkplatz. Wir werden sehen, wie sich die Sache entwickelt.
 
Tag 4/8
Conny erzählt: Alle lustigen Womo-Fahrer sind noch da. Keiner ist weg, nur ein komischer Übernachtungskünstler ist schon gegangen. Einer, der auf alle Fälle verhindern wollte, dass das Kurhausbüro schon wieder geöffnet hat. Einer, der wie der Tischer-Junge ein grosser Sparfuchs ist, seine Worte. Wir nehmen es gemütlich und laufen dann noch einmal zur Stabkirche und anschliessend durchs Dorf Hahenfeld zum Kurshaus. Dor begleichen wir die geringe Kurtaxe von knapp 5 Euro. Ein Spottpreis. Der Rest war gratis. Da es bereits wieder warm ist, entscheiden wir uns für einen gemütlichen Tag. Wir fahren Richtung Altenau und besichtigen die Parkplätze bis zum Torfhaus. Hier ist das Zentrum des Nationalparks. Eine echte Tragödie, wie uns später Monique erzählt. Durch die Wärme können die Fichten kein Harz mehr erzeugen und werden so extrem vom Borkenkäfer befallen. Wie bereits erwähnt, Monique, die Holländerin, betreibt mit ihrem Mann zusammen mit ihrem Mann den Stellplatz „Alter Bahnhof“ in Altenau. Ein gelungenes Stück Land. Wir stehen nun also auf einem Gelände, über das früher ein Zug gebrettert ist. Monique gibt uns als Willkommensgeschenk eine Box mit Hundefutter und Kotsäckli. Gute

Sache. Auch der der sonstige Empfang ist herzlich. Wir leisten uns ein paar Harzer Schnäpse und geniessen den Nachmittag am schattigen Plätzli. Erst um 5 Uhr gehen wir ans Wasser. Monique hat uns von einer großartigen Stelle erzählt, bei der man super baden kann. Langsam wird es kühler und auch ein paar dunkle Wolken ziehen auf. Ob es heute noch Regen gibt? Der Natur hier wäre es zu gönnen, wir selbst sind alle drei nass. Das Bad hat uns herrlich abgekühlt. Nun sind wir im Apéro, das zweite an diesem Nachmittag. Einfach schön, diese Ferien.

Tag 5/8
Juna erzählt: Conny kämpft mit einem Schierkuja-Kater. Der Schnaps hat ihr nicht gutgetan. Solche Sachen trinkt sie halt üblicherweise nicht. Der Trinkspruch hat sie jedoch so lustig gefunden, dass ich ihn noch einmal erzähle: Auf dem Grabstein des Erfinders vom Schierker Feuerstein, Apotheker Drube, steht folgendes: In dieser Erdengrube ruht Apotheker Drube, oh Wanderer, eile fort von hier, sonst kommt er raus und trinkt mit dir. Monique und Willem beglücken mich noch einmal mit einer Willkommensbox, ich bin halt schon eine verwöhnte Prinzessin. Nach einem lustigen Gespräch fahren wir endlich auf den Parkplatz, um von hier aus zur Wolfswarte zu wandern. Da sich die Beiden wieder einmal grosse Sorgen um mich machen, ich habe eine ziemliche
Auf der Wolfswarte

Entzündung wegen einer Zecke, machen wir nicht so eine riesige Wanderung. Die Wolfswarte ist superschön, hier rankt sich folgende Sage: Ein Hirte hat hier scheinbar seine Herde über mehrere Tage vor einem Wolfsrudel geschützt. Eine andere Sage dazu: Ein Köhler erwartete längere Zeit seine Frau, die ihm Lebensmittel bringen sollte. Als sie nicht kam, ging er ihr entgegen. Da kam ihm ein Wolf entgegen, der in der Schnauze rote Fasern hatte. Er bemerkte, dass es der rote Rock seiner Frau war, die der Wolf zerfleischt und getötet hatte. Deshalb wurden die Wälder am ganzen Bruchberge wegen der reissenden Tiere, vor allem wegen der Wölfe, abgebrannt, und das ist der Grund, weshalb er noch jetzt an vielen Stellen so karg ist.
Wieder beim Auto zurück, freue ich mich auf eine lange Fahrt. Nach dreiviertel Stunden kommen wir bei der Burg und Festung Regenstein in Blankenburg an. Meine Beiden haben die Burg bereits vor über 10 Jahren besichtigt, wissen aber überhaupt nicht mehr, wie es dort so war. Zuerst unternehmen wir aber eine Wanderung, auch eher kurz, zu den
Burg Regenstein

Sandsteinhöhlen und zur Mühle. Erst dann gehen wir in die Festung rein. Einfach großartig, diese Burg. Ich finde es vor allem in der Kasematte toll, der kühle Raum gefällt mir gut. Ich liege einfach so da und warte geduldig, bis meine Beiden alles gelesen und gesehen haben. Hoffentlich geht es eine Weile, ich geniesse diese Kühle hier sehr. Nach fast 3 Stunden kommen wir endlich bei Nikan an. Ich lege mich prompt hinten auf meinen geliebten Platz und schlafe gleich ein. Ich dachte eigentlich, dass wir hierbleiben. Falsch gedacht, nach einer Weile muss ich noch einmal umsteigen. Wir fahren nach Thale und gehen hier auf den Stellplatz „kleine Mühle“. Hier kriege ich keine Willkommens-Gudis. Nach meinem Znacht kann ich nun endlich ausruhen. Meine Freunde duschen gemütlich in unserem vierrädrigen Freund und geniessen dann auch ihr feines Znacht (ich rieche Crème Fraîche).
 
Tag 6/8
Tom erzählt: Meine Damen starten schon um 6.30 Uhr und ich muss wohl nun auch, obwohl ich noch Stunden so vor mich her schlummern könnte. Wir verlassen die kleine Mühle
bereits um ca. 8 Uhr, suchen noch die Entsorgungsstelle auf und fahren dann nach Timmerode auf den Parkplatz, um von hier aus eine kleine Wanderung zum Teufelsfelsen zu machen. Es ist bereits warm, am Schatten jedoch angenehm kühl. Ausser einer Schulklasse und einem älteren Wanderer ist beim Felsen
Das Hamburger Wappen


nichts los. Es ist wunderbar kühl in den Höhlen und der Felsen ist grandios. 
Weiter gibt es auch hier wieder eine Sage: Nachdem Gott die Erde geschaffen hatte, begehrte der Teufel einen Anteil davon. Besonderes Interesse hatte der Teufel am Harz, der sein absolutes Lieblingsgebirge war. Lange Zeit zog sich dieser Streit um die Harzregion hin. Dann lenkte Gott ein, um den Streit ein für alle Mal zu beenden. Er sagte zum Teufel: „Gut, wenn du so hartnäckig darauf bestehst, dann wollen wir das Land am Harz teilen. Du erhältst das Gebirge und ich das fruchtbare Land vor dem Harz. Du musst aber eine Grenzmauer ziehen, die unsere Herrschaftsgebiete voneinander trennt. Bedingung ist aber, dass du das Werk in einer Nacht vollendest, bevor der Hahn zum ersten Mal kräht, musst du fertig sein. Dann soll dir die eine Hälfte des Hartlandes gehören und mir die andere.“. Der Teufel schlug in den Pakt ein. Und er stürzte sich sofort an die Arbeit und schaffte die ganze Nacht. Fast war er fertig, nur noch einen großen Stein musste er in die Mauerkrone einfügen. Da kam eine Bauersfrau aus Timmenrode des Weges. Sie hatte eine Tragekiepe auf dem Rücken und darin einen Hahn, den sie auf dem Markt in Blankenburg verkaufen wollte. Plötzlich stolperte die Bäuerin über einen Kieselstein, der Deckel ihrer Kiepe sprang auf, der Hahn reckte seinen Hals heraus und begann zu krähen. Da wusste der Teufel, dass er die ihm gestellte Aufgabe nicht erfüllt hatte und sein geliebter Harz ihm für immer verloren war. Er geriet in unbändige Wut, nahm den letzten, riesigen Stein und schleuderte ihn mit aller Teufelskraft gegen die fast fertige Mauer. Es gab ein höllisches Getöse und die obersten Steinlagen stürzten ein und zerschellten auf der Erde, wo sie noch heute liegen. Seitdem nennt man diese Gesteinsformation „Teufelsmauer“. Text aus den Harzer Sagen.

Anschliessend fahren wir auf den Parkplatz der Rosstrappe und freuen uns auch an dieser nächsten Sage:
Der Roßtrappenfelsen liegt unweit von Thale hoch über dem Tal der Bode, die sich in der Tiefe mal mehr, mal weniger reißend ihren Weg sucht. Auf dem Felsvorsprung befindet sich eine eigenartige, hufeisenförmige Vertiefung im Stein, die dem Ort ihren Namen gegeben hat...
Vor langer, langer Zeit, ehe die Menschen den Harz besiedelten, wohnten hier Riesen. Sie rissen sechzigjährige Eichen mit samt den Wurzeln aus und kämpften damit und waren auch sonst ein raues Volk. Einst hatte ein Riesenkönig eine Tochter, die schöne Brunhilde. Sie liebte die Jagd, kam so auf ihrem Riesenross auch in die Gefilde des mächtigen Riesen Bodo, der im Böhmerwald lebte. Dieser begehrte sie zur Frau, aber Brunhilde als auch ihr Vater lehnten die Hochzeit ab. Bodo sann auf Rache. Nicht lang und er sah die schöne Riesin auf ihrem weißen Zelter jagen. Sofort schwang er sich auf sein schwarzes Ross, dass weite Fluren im Augenblick übersprang. Brunhilde setzte voller Angst zur Flucht an, die Hatz ging über den Thüringer Wald auf das Harzgebirge zu. Hier scheute ihr müdes Pferd vor einem gewaltigen Abgrund, an der Stelle, die heute Hexentanzplatz heißt.
Doch das Schnauben von Bodos Pferd kündigte sein Nahen an, und mit aller Kraft drückte Brunhilde ihrem Zelter die Sporen in die Weichen. Das Ross sprang über den furchtbaren Abgrund, das tosende Wasser im Tal und landete glücklich auf dem gegenüberliegenden Felsvorsprung, wo sich sein Huf tief eingrub. Beim Sprung verlor Brunhilde ihre zentnerschwere Königskrone. Bodo, der nachsetzte, stürzte jedoch samt Pferd in die Tiefe. Und dort, an der tiefsten Stelle im Fluss, bewacht er noch heute in einen schwarzen Hund verwandelt die goldene Krone der Riesentochter. Das Wasser heißt seit dem aber Bode.
Text von: harzinfo.de
Auch hier ist um diese Zeit noch nicht viel los, einzig eine lustige Schulklasse mit wunderbar erzogenen Kindern und deren mutige Lehrerinnen sind unterwegs. Zurück beim Ausgangsort freut sich vor allem Juna über die lustige Kioskverkäuferin, die Juna reich beschenkt.

Nach einer weiteren Fahrt kommen wir auf den Hexentanzplatz. Der Platz ist eine einzige Baustelle, hier wird für den Tourismus ordentlich was getan. Ein paar Souvenirläden später und ein paar Euros für die Parkgebühren weniger in der Tasche fahren wir schliesslich Richtung Schierke. Hier wollen wir den Drehort für den Krimi Waldpurgisnacht besichtigten. 
Der Campingplatz ist nicht sonderlich schattig und so beschliessen wir, den Stellplatz am Waldbad zu besichtigen. Auch hier gibt es keinen schattigen Platz. Wir finden nach einer Fahrt über Braunlage und einer holprigen Strasse durch ein tolles Tal (hierher kommen wir zurück) auf dem Campingplatz Am Waldwinkel in Zorge. Der Campingplatz ist etwas in die Jahre gekommen, es ist jedoch alles tipptopp sauber und die Platzwartin lustig und sehr freundlich.
 
Tag 7/8
Conny erzählt: Tom und Juna gehen pinkeln, also nur Juna, der Tom hat schon. Sie bringen auch gleich die bestellten Brötchen mit, hier kostet die Semmel noch 40 Cent, das Croissant 90 Cent. Nach einem gemütlichen Frühstück geht Tom mal bezahlen. Nebst den
Fichtenwald

Frühstückbrötchen hat er sich gestern noch eine Flasche Rotwein auf die Rechnung setzen lassen. Die gesamte Übernachtung kostet also 40 Euro. Bei uns würde allein schon der Campingplatz 50 Euro kosten. Wir können bis 12 Uhr bleiben, somit unternehmen wir eine zweistündige Tour ins nahegelegene Tal. Wir sind kurz vor 12 wieder bei Nikan und fahren dann pünktlich los, Richtung Süden, versteht sich. Tom fährt, ich sollte eigentlich navigieren und versage wie immer. Ich habe wieder einmal nicht bemerkt, dass wir länger wegen einem Unfall im Stau stehen. Unterwegs entscheiden wir kurzfristig, dass wir zum Schwarzen Moor fahren. Hier ist es für einmal nicht stürmisch, sondern sehr warm und sonnig, bis sich dann ein kleiner Regenschauer ankündigt und wir den Petrichor (ich erkläre den Ausdruck gerne wieder ;-)) in seinen ganzen Vorzügen riechen können. Wir genehmigen uns ein Apéro und wollen zu späterer Stunde noch einen schönen Spaziergang durchs Moor machen.
Rotes Moor
 
Tag 8/8
Juna erzählt: Es ist schon wieder ziemlich warm als wir nach dem
ausgiebigen Pancake Frühstück endlich einen gemütlichen Morgenspaziergang machen. Nach dieser Runde geht es nun Nachhause. Wieder einmal haben wir grossartige Ferien ganz nach meinem Geschmack verbracht. Meine Leute schaffen es immer wieder, mir solche schönen Abwechslungen in meinem wunderbaren Hundeleben zu bieten.
 
Fazit Tom: Apotheker Drube und sein Schierker Feuerstein, Schierkuja für Weicheier und der Borkenkäfer!
Fazit Conny: Harz, der Wald lebt, aber anders!
Fazit Juna: Gutes Essen, tolle Spielrunden, schöne Wanderungen, exzellente Bademöglichkeiten!
 
Ein paar Impressionen!





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