Dahner Felsenland (Rheinland-Pfalz) und Badische Weinstrasse - 26.12.22 bis 2.1.23
Tag 1/8
Tom erzählt: Endlich liegen ein paar freie Tage vor uns. Mein Körper und mein Geist sind müde vom vergangenen halben Jahr. Ich freue mich aufs Dahner Felsenland und auf die Kraft der Steine. Wir fahren erst gegen Mittag Richtung Basel los, natürlich ist wieder ordentlich was los auf der Autobahn, kommen aber einigermassen gut über die Grenze St. Louis. Ich beschliesse, über die
französische Autobahn Richtung Norden zu fahren, da vor Karlsruhe viele Staus gemeldet wurden. Eine gute Entscheidung. Allerdings beginnt es dann unterwegs wie aus Kübeln zu giessen und das Fahren wird für meine Chauffeuse dank der schlechten Augen und den noch schlechteren Markierungen auf den französischen Strassen zu einem Gräuel. Endlich kommen wir jedoch gesund und munter in Fischbach bei Dahn an. Der WoMo-Stellplatz ist eigentlich geschlossen, Strom gibt es keinen mehr, die Toilettenhäuschen sind verriegelt. Hier läuft nicht nur nach der Saison nichts mehr, sondern grundsätzlich, wie wir dann feststellen. Auch der tolle Baumwipfelpfad wird für immer geschlossen, das Biosphärenhaus ist jedoch nur saisonal geschlossen. Wir essen nur etwas Kleines und hauen uns dann in die Pfanne.
Tag 2/8
Juna erzählt: Juhui, endlich sind wir wieder einmal mit Nikan unterwegs. Meine Leute planen heute eine kurze Runde und ernennen die Walking-Strecke zu unserer Tour, bis meine Freundin Conny den Wegweiser „Hohle Felsen“ entdeckt. Sie freut sich nämlich ganz besonders auf die roten, sandsteinhaltigen Gebilde. Also entscheiden die Beiden wohl ohne mein Einverständnis auf eine etwas grössere Tour zu gehen. Fortan geht es stetig bergaufwärts. Bei der Rasthütte „Am Hinterstell“ machen wir eine kurze Pause. Leider gibt es für mich nicht das erhoffte Leckerli, meine Beiden essen nämlich Mandarinen, wähh. Dafür gibt es eine ausgiebige Spielrunde mit Tom. Weiter geht es bergaufwärts bis wir dann die hohlen Felsen erreichen. Schon länger sind wir keiner Menschenseele mehr begegnet, jedoch rieche ich viele Spuren von verschiedenen Tieren, unter
anderem die Wildschweine, die ordentlich die Wegränder und Wiesen aufgewühlt haben. Die hohlen Felsen sind grossartig, finden meine besten Freunde. Sie knipsen viele Fotos, auch ein paar Selfies müssen sein. Natürlich rutscht meine Freundin auch noch so zünftig über die nassen Blätter und hat ein ordentlich dreckiges Füdi nach dieser Rutschpartie. Hauptsache aber, sie sind gut gelaunt und fröhlich. Anschliessend navigiert uns Tom mit seinem tollen „All Trail App“ zurück zum Biosphärenhaus. Kurz vor Ankunft müssen die Beiden unbedingt noch kneippen. Wenn die wüssten, wie mir meine Pfoten wehtun. Nach fast 6 Stunden Wanderzeit bin ich wirklich hundemüde und freue mich auf meine Kügeli und auf ein feines Knäbi.
Tag 3/8
Conny erzählt:
Nach der ausgiebigen, gestrigen Wanderung wollen wir es heute etwas ruhiger
angehen. Natürlich machen wir einen stündigen Spaziergang (die ortsansässigen
Hündeler machen diesen Chehr wohl als ausgiebigsten
Tagesspaziergang). Wir
entscheiden uns für die Weiterfahrt und wollen heute die Umgebung erkunden. Von
Fischbach fahren wir nach Salzwoog. Wir verwechseln den Salzwooger Teufelstisch
mit dem Teufelstisch im Hinterweidenthal. Allerdings wäre auch dieser
Teufelstisch sicher einen Abstecher wert, halten ihn jedoch für weitere Reisen
als Sehenswürdigkeit für uns parat. Tom unterhält sich prächtig mit ein paar
älteren Ortsansässigen, während ich im Kühlschrank das erste Desaster des
heutigen Tages putze. Das fast volle Konfitürenglas ist praktisch vollständig
entleert im Kühlschrank, die Sauerei kann man sich ja sicherlich gut
vorstellen. Nach einer kurzen Mittagspause fahren wir dann zur eigentlichen
Sehenswürdigkeit der Umgebung, nämlich dem Teufelstisch. Stetig geht es auch
hier bergauf, bis wir den grossartigen Stein erblicken. Auch hier gibt es ein
paar lustige Selfies und Föteli. Anschliessend besichtigen wir noch den Teufels
Kochlöffel. Auf gleichem Weg geht es zurück zu Nikan. Auf dem Wanderparkplatz
Drachenfels wollen wir eigentlich nächtigen. Allerdings sehen wir das übergrosse
Schild, dass es im Pfälzer Wald genügend Stellplätze und Campingplätze gebe,
sodass das Übernachten auf Wanderparkplätzen hier nicht erlaubt ist. Also
fahren wir auf den Birkenfeld-Stellplatz in Ludwigswinkel. Wir sind auch hier
wieder allein, wo all die WoMos nächtigen wissen wir nicht. Nach einer
stürmischen Nacht lassen wir es am nächsten Tag gemütlich angehen. Aber dazu
erzählt Juna mehr.
Tag 4/8
Juna erzählt: Es
war eine stürmische Nacht und auch der Morgen ist wirklich sehr, sehr windig.
Ich kriege bereits früh am Morgen mein Frühstück und lege mich gleich wieder in
den kuschligen neuen Schlafsack. Ich brauche heute einfach viel Schlaf und will
träumen von all den schönen Erlebnissen der vergangenen Tage. Und meine Leute
sind wohl der gleichen Meinung. Auch ihnen ist es offensichtlich zu stürmisch.
Sie trinken Kaffee um Kaffee und geniessen ein ausgiebiges Frühstück. Erst als
der Laubläser-Gemeindeangestellte ziemlichen Krach macht, die Jäger ihre grosse
Party vorbereiten, erst dann kommen sie in Fahrt. Nur weg hier ist die Devise.
Die Jäger sind nämlich daran, ein riesiges Feuer bei der nahegelegenen
Feuerstelle zu entfachen, bei diesem Wind eine etwas grauenvolle Idee. Wir
fahren los und wollen heute einfach mal Ver- und Entsorgen. Zuerst aber finden
meine Beiden die Idee toll, bei Eppenbrunn die Altschlossfelsen zu besichtigen.
Das heisst natürlich, ich wandere mir heute mal wieder meine Pfoten wund. Auch
hier sind die Steine wirklich eindrücklich, zwischendurch scheint auch die
Sonne etwas, der Wind ist etwas weniger stark und regnen tut es nur ab und zu.
So können wir die Felsen wirklich geniessen, auch hier sind wenige Menschen
unterwegs. Allerdings beginnt es dann nach zwei Stunden wirklich schlimm zu
regnen. An mir ist kein Fellteil mehr trocken und auch meine Leute sind
wirklich ordentlich nass geworden. Tom navigiert uns durch ein schönes Tal und
wir laufen noch einen Teil eines Jakobswegs, ehe wir dann endlich bei
strömenden Regen unseren Nikan erblicken. Sofort reibt mich meine Freundin
trocken und zieht mir meinen blauen Mantel an. Ich kriege schon fast nichts
mehr mit, denn die Augen fallen mir bereits schon wieder fast zu. Leider muss
ich noch einmal meinen Platz wechseln, denn wir fahren noch nach Lemberg, da
wir ja noch ver- und entsorgen müssen. Der Stellplatz ist aber „out of order“.
Wir finden jedoch in Pirmasens einen geeigneten Platz. Leider fehlen uns die
1-Euro-Stücke, um Wasser aufzufüllen. Deshalb fahren wir wieder zurück nach
Dahn zur Bäderlandschaft. Gut, dass meine Beiden ihre Badeklamotten nicht dabeihaben.
So bleiben sie nämlich gemütlich bei mir und wir geniessen den Abend gemeinsam
im Nikan. Heute gibt es Hörnli und Gehacktes, ich kriege garantiert ein paar
Hörnli zum Knäberlen.
Tag 5/8
Tom erzählt: Mein gemütlicher Kaffeemorgen wird unterbrochen von einem versnobten Wellness-Bädeli-Pössli-Päärli aus Offenburg. Die Beiden haben den vergangenen Abend mit lautstarker Musik und Vollbeleuchtung genossen. Grins, ich weiss, was geschehen ist als der arme Kerl wie ein Irrer auf dem Parkplatz herumläuft und schliesslich an unsere Türe klopft. Natürlich bin ich mit meinen langen Überbrückungskabeln sofort zu Stelle, will aber zuerst in Ruhe mein Kaffe fertig trinken. Wie ich schon vorhergesehen habe, hat er wohl noch die Kaffemaschine mit dem Wechselrichter betrieben. Seine Servicebatterien sind vollständig entlanden und da er eine Verbindung zur Starterbatterie hat, ist auch diese Batterie vollständig leer. Völliger Anfängerfehler eines Corona-Campeurs! 😉 Item, der Tussi-Pössl läuft schliesslich wieder. Als Dank kriege ich eine feine Tafel Schokolade von der Firma Lindt! Ein lustiges Intermezzo. Allerdings habe ich im Hinterkopf immer mein Regenradar, denn die Felsenpfad-Tour, die wir heute
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| So geht Tourismus! |
machen wollen, dauert
ungefähr 4 Stunden und gemäss der Wettervorhersage soll es um 14 Uhr regnen. Es
wäre schön, wenn wir ohne nassen Kleider zu Nikan zurückkehren könnten. Bei
Nebel laufen wir zuerst los durch herrlichen grünen Wald zum Ungeheuerfelsen.
Weiter geht unsere Tour zum Rosskegelfelsen, zum Mooskopf, zum Hirschfelsen und
schliesslich landen wir bei der Dahner Hütte (hier waren wir doch schon mal)
und dann erreichen wir den Elwetrischfels. Hier sind wir zuerst ganz
alleine und geniessen die Aussicht, bevor wir dann von allen Seiten belagert
werden. Wir fühlen uns wie ein Magnet, die einen Menschen sind sehr
aufdringlich und unfreundlich, andere wiederum sehr lustig und aufgeschlossen.
Ab und zu machen wir auch einen Schwatz. Nach der Felsenarena kommen wir
schliesslich knapp vor Regen bei Nikan an. Wir entscheiden uns für die direkte
Weiterfahrt an den Silzersee, hier haben wir einen Stellplatz mit
Stromversorgung entdeckt. Um 15 Uhr regnet es in Strömen und wir sind froh,
dass wir einen gemütlichen Stellplatz mit Strom gefunden haben. Sofort heizen
wir unser Häuschen auf und geniessen einen schönen und chilligen Nachmittag. Am
Abend kommt dann der Platzwart vorbei und schimpft mit uns wegen dem Stromverbrauch. Im Vorfeld haben wir bereits festgelegt, dass wir hier 20 Euro
zahlen werden, obwohl der Platz mit Strom 12 Euro kostet. Wir ärgern uns eine
ganz Weile über den unzufriedenen Menschen und geniessen trotzdem den Abend.
Tag 6/8
Conny erzählt: Zuerst möchte ich mal wieder etwas festhalten: Im Bryce Nationalpark trafen wir im Jahr 2013 ein kanadisches Paar. Die Beiden waren damals etwa so alt wie wir jetzt, vielleicht etwas älter. Wir erinnern uns immer wieder gerne an sie zurück. Sie haben uns damals auf unserer gemeinsamen Wanderung ein weiser Ratschlag für unseren weiteren Lebensweg mitgegeben, nämlich: Lasst immer wieder einige Sightseeing-Points aus, damit ihr später noch einmal zurückkehren und diese bestaunen könnt. Wir machen dies ähnlich wie sie. Wir haben einige Felsen ausgelassen, um später noch einmal ins Dahner
Felsenland zurückkehren zu können. Mit dem Rheinland-Pfälzer-Tourismus ausserhalb der Saison sind wir nicht wirklich zufrieden und auch die Kontakte zur Bevölkerung waren grösstenteils nicht so erfreulich, es gibt wahrlich liebenswertere Deutsche als hier. Trotzdem erfreuen wir uns auf unserem schönen Morgenspaziergang an der Natur und der Wärme, die die Sonne mit sich bringt. Ein wahrlich erfrischendes Erlebnis mitten im Pfälzer-Wald. Wir lassen die Rheinland-Pfalz hinter uns und wollen unseren Silvester-Abend auf der Schertlinger-Höhe im Schwarzwald geniessen. Hier zirpen die Grillen, der Wind pfeift uns um die Ohren. Wir geniessen einen herrlichen Abendspaziergang bei Abendrot und freuen uns auf ein gemütliches Raclette und Literweise Champagner 😊. Es guets Nöis!
Tag 7/8
Juna erzählt: Ein gutes Neues Jahr mit viel Knaberonis wünscht euch Juna. Ich bin wirklich auch hundemüde vom vielen Reisen, aber was meine Beiden machen, das ist wirklich der Hammer. Natürlich kann ich bereits um 8 Uhr mein Geschäft erledigen und bekomme auch ein ordentliches Frühstück. Dann aber wird
weitergeschlafen und dies bis sage und schreibe um 10 Uhr. Erst dann kommen meine Freunde vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer hinunter. Heute wird erst mal ordentlich gefrühstückt, also mit Pancakes, frisch gepresstem Orangensaft und viel, viel Kaffee. Erst dann starten wir eine schöne Runde, die unser Navigations-Tom geplant hat. Auf Pfaden, die hier sonst keiner geht, pfoten wir durch die Landschaft. Herrlich. Ich kann schnuppern, Stöcke schleppen, auf Conny warten, die heute gar nicht so im Schuss ist und mit meinem Freund Tom spielen. Ein herrlicher Spaziergang. Da die Beiden immer wieder jammern, wie sehr sie stinken, ja, sie stinken wirklich, genehmigen sich beide eine richtig schöne Dusche im Nikan. Sie sind anschliessend wie neugeboren und gut gelaunt. Sie stürzen sich auch bald darauf ins Apéro. Trotzdem unternehmen wir kurz vor dem Eindunkeln noch einmal einen schönen Spaziergang. Anschliessend geniessen wir einen gemütlichen Abend, meine Beiden genehmigen sich ein ordentliches Abendessen. Wir sind heute alleine hier auf dem Platz, einzig ein Auto steht noch hier. Natürlich machen sich meine Liebsten mal wieder Sorgen, weshalb das Auto um 21 Uhr immer noch hier steht. Die Insassen und ihr vierbeiniger Freund sind nämlich um 11 Uhr losgezogen, ohne Rucksack. Dies beschäftigt die Beiden mal wieder außerordentlich. Ich schaue dies eher pragmatisch an. Es gibt hier sicher einen ganz simplen Grund, weshalb die drei Lebewesen noch nicht zurückgekehrt sind.
Tag 8/8
Tom erzählt: Ich bin früh wach und geniesse mit meinem Hunkeler die ersten Sonnenstrahlen. Der Sonnenaufgang ist grandios. Ein kleiner Wehmutstropfen ist dennoch. Das verlassene Auto steht immer noch hier. Wir machen vorsichtshalber einmal ein Foto vom Nummernschild und gehen früh auf die Piste. Wir
entscheiden uns für die Route zum Eichelspitzturm, es windet nämlich immer noch sehr stark und die Bäume sind in dieser Gegend eher etwas morsch. Conny will zuerst ganz rauf auf den Turm klettern, dieser wackelt jedoch bei diesen Windböen doch ziemlich stark, so dass sie bald wieder klein laut bei uns ankommt. Trotzdem hat sie ein paar tolle Fotos von der Aussicht geschossen. Zurück auf dem Parkplatz stellen wir erleichtert fest, dass das Auto nun nicht mehr da ist. Wir spekulieren natürlich extrem und hätten gerne gewusst, was da geschehen ist. Um 11 Uhr fahren wir auf der Schertlinger Höhe los und kommen um 14 Uhr Zuhause an.
Fazit Conny: Das Dahner Felsenland ist unbedingt ein Ausflug wert, allerdings für WoMo-Fahrer nicht ausserhalb der Saison. Innerhalb der Saison ist hier jedoch wohl ein regelrechter Kampf um die vorhandenen Camping-und Stellplätze.
Fazit Tom:
Elastisch!
Fazit Juna:
Gluschtig!






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