Norwegen - im Land der Fjorde, Fjells und Gletscher - 19.8.-11.9.22
Tag 1/23
Als Hausbesitzer gibt es schon einiges zu tun, bevor man
abreisen kann. Erst um 14 Uhr verschliessen wir unsere Haustüre und fahren
Richtung Basel. Bereits im Wankdorf stehen wir fast durchgehend bis Basel im
Stau. Geplant wäre gewesen, unsere erste Nacht bei der Schwarzmisshütte in
Kaltenbronn/Gersbach zu verbringen. Leider ist die kürzere Zufahrtsstrasse
gesperrt. Diesen Umstand bemerken wir bereits auf der Autobahn. So fahren wir
etwas weg vom Lärm und essen etwas Kleines. Anschliessend geht’s weiter zum
Winterstein in Ober-Mörlen. Es ist nun schon spät und so verziehen wir uns bald
ins gemütliche Bett.
Tag 2/23
Tag 3/23
Juna erzählt: Bereits früh am Morgen ist es richtig warm und ich muss schon ordentlich hecheln als wir ins Pietzmoor laufen. Auf der offenen Wiese treffen wir auf Sabine, Henri und Emi. Emi scheint mir doch etwas seltsam ängstlich zu sein. Die Hundedame erschrickt wegen Allerhand. Die Mischlingshündin aus Ungarn (Schäferhund x irgendwas) ist noch nicht so lange bei ihrer neuen Familie. Henri hat so seine Mühe, die Hündin zu motivieren, auf dem Steg zu laufen, sobald uns Leute entgegenkommen.
Sie hat Angst vor allen und jedem. Ich bin da halt schon sehr unkompliziert, liebe Begegnungen mit anderen Hunden und finde auch Menschen nicht gänzlich unangenehm. Nach drei Stunden verabschieden wir uns von diesem interessanten Trio und nehmen noch eine kleine Mahlzeit zu uns, also, ich schaue zu, wie meine Leute was knabbern. Bald fahren wir nach Travemünde. Da meine Leute nicht immer nur den Vogelpark sehen wollen, haben sich einen naheliegenden Wald als Ziel bestimmt. Leider laufen hier etwas krumme Geschäfte und so beschliessen wir, doch auf den Vogelpark-Parkplatz zu fahren. Hier läuft heute einiges schief. Direkt neben uns wird durch den ADAC ein schickes Mercedes-Cabriolet aufgeladen. Okay, der ADAC-Typ findet super toll und krault mir ordentlich die Ohren, scheinbar vermisst er seine kürzich verstorbene Labbi-Hündin entsetzlich. Als er dann aber mit seinem riesigen Lastwagen und seiner kostbaren, jedoch kaputten Fracht von dannen zieht, kriegen wir Besuch vom Timmerstrand-Dorfpolizisten. Scheinbar dürfen Wohnmobile hier gar nicht stehen, tagsüber, versteht sich. Also kriegen wir ein Knöllchen wegen Falschparken. Trotz Knöllchen müssen wir also auf einen anderen Parkplatz fahren. Dort essen wir Abendessen und Conny macht noch einmal eine kurze Runde mit mir, damit ich in Ruhe mein Geschäft erledigen kann. Ca. um 21.15 Uhr fahren wir Richtung Hafen los und siehe da, wir können direkt aufs Schiff fahren. Der Grüezi-Typ beim Einweisen sagt uns nämlich, dass kurz nach uns die Lucken dicht gemacht werden. Schwein gehabt. So knapp waren wir noch nie da ;-). Da wir heute mit dem neuen Green-Ship Nils Holgerson fahren, sind wir echt über den Komfort der grosszügigen Aussenkabine erstaunt. Es ist herrlich, kein grausiger Teppichboden mehr, der nach der Pisse meiner Artgenossen riecht. Sofort mache ich es mir auf den weissen Laken des dritten Bettes bequem, während mein Chef Tom das Schiff inspiziert. Conny hat sich in der Zwischenzeit ein grosszügiges Glas Rosé eingegossen und schaut etwas trübselig durchs Schiffsfenster. Sie muss die Ausfahrt aus dem Hafen, ihr Lieblingsabschnitt, ohne Tom erleben (wie wenn ich nur Luft wäre). Plötzlich kommt Tom jedoch zurück und will uns unbedingt etwas zeigen. Dann geht die Party los. Eine Entertainerin trällert auf dem Sonnendeck diverse Lieder von Abba und aus dem Musical Grease.
Meine Chefin stürzt sich dann direkt in den Rotwein, mein Chef in den Rosé. Es ist sehr lustig. Ein kleiner negativer Aspekt hat das Ganze dann doch. Meine Beiden wollen mir auch auf diesem grandiosen neuen Schiff das Hundeklo schmackhaft machen. Die können mich mal. Ich bin eine saubere Hundedame und würde niemals an einer unüblichen Stelle mein Geschäft erledigen (ausser bei gesundheitlichen Problemen). Dennoch würde ich niemals, und ich betone niemals, eine Pfote in dieses stinkende Stück Sand setzen. Lieber warte ich, bis wir wieder an Land sind und ich mein grosses Geschäft auf einem Stück Gras verrichten kann.
Wir bleiben fast bis Mitternacht auf dem Sonnendeck. Zurück in der Kabine schlafen wir bald tief und fest. Das neue Schiff ist supppppper.
Tag 4/23
Tom erzählt: Ich erwache richtig ausgeruht vor dem Wecker, springe unter die Dusche und versuche anschliessend, meine Hündin zu motivieren, im vorgesehenen Hundeklo ihr Geschäft zu erledigen. Sie macht ihr kleines Geschäft dann ohne mit der Wimper zu zucken auf dem Deck und da ist sie nicht die Erste. Wir entdecken viele andere Rinnsale. Hunde sind wohl zu stolz, als in den stinkenden Sandkasten zu pissen. Anschliessend versuche ich, für meine Frau Kaffee und Gipfeli zu organisieren. Sie ist, wie immer, begeistert. Bald schon machen wir uns auf die Suche nach unserem Nikan. Gestern Abend sind wir doch etwas überstürzt in den Bug des Schiffes gefahren, so dass wir uns nicht sonderlich darauf geachtet haben, auf welchem Deck wir in den Fahrstuhl gestiegen sind, um zu unserer Kabine zu gelangen. Aber mit gesundem Menschenverstand finden wir unser Auto ziemlich rasch. Sobald der Bug offen ist, fahren wir zwischen vielen Lastwagen durch das Hafengelände, Richtung Zoll. Vor einigen Tagen haben wir festgestellt, dass Connys ID im Juli abgelaufen ist. Seit vielen Jahren sind wir immer wieder in Schweden eingereist, noch nie wurden wir am Zoll angehalten. Doch der Zöllner sieht Conny schon von Weitem an, dass etwas nicht ganz sauber ist. Ich reagiere richtig und erzähle dem Zollbeamten, dass wir gleichentags nach Norwegen reisen werden. Aus diesem Grund will der dann unsere Ausweise gar nicht sehen. Glück gehabt. Nach diesem kleinen Schock fahren wir zuerst auf unsern obligaten Parkplatz beim Einkaufszentrum, um unsere Hündin zu versäubern. Sie ist bereits ein richtiger Profi. Sobald ihre Pfoten nämlich den grünen Bereich betreten, kann sie ihr grosses Geschäft im Nu erledigen. Wir sind alsdann bereit, die lange Reise Richtung Norwegen anzutreten.
In Laholm wollen wir uns auf unserem altbewährten Platz richtig auf die Ferien einstimmen, heute bei schönem Wetter und mit doch einer beachtlichen Anzahl von deutschen WoMo-Fahrern. Wir wandern heute auf der blauen Route und kürzen diese mit der gelben Tour etwas ab. Eine tolle Entscheidung, die Midsommargrottan ist wirklich sehenswert. Hier scheint am 21. Juni die Sonne in eine kleine Spalte in die Höhle, ausserdem gibt es eine großartige Sage mit Trollen, die eine Kuh aus der Höhle getragen haben sollen. Zurück bei Nikan wird der neue Lotus-Grill eingeweiht, eine lohnende Anschaffung. Wir geniessen den Abend und gehen noch kurz auf eine Versäuberungsrunde mit unserer müden Hündin. Sie will eigentlich nur eines: Ein herrliches Bettmümpfeli und dann in ihren Schlafsack kriechen. Wir machen es ihr gleich und freuen uns auf eine gemütliche und ruhige Nacht.
Tag 5/23
Conny erzählt: Wir haben Rückenwind und fahren stets nordwärts. Unterwegs machen wir Halt beim Naturreservat Långås Sandsjöbacka und unternehmen hier die gelbe und wunderschöne Runde, die dann etwa 3 Stunden dauert. Wir vertrödeln die Zeit mit Brombeeren sammeln. Die sind nämlich gerade reif für die Ernte. Wieder zurück bei Nikan treffen wir noch auf den Schweden Jan, der nun sicher auch 3 Stunden am Brombeeren sammeln war. Er wird im September in die Schweiz reisen und möchte gerne ein paar Reisetipps. Wir fahren weiter zu unserem heutigen Ziel, dem Maerrapana Naturschutzreservat,
direkt am Meer. Auf dem grossen Parkplatz hat sich wieder einmal ein deutsches Paar breit gemacht und hält sich nicht an die gängigen Vorschriften, nämlich keine Stühle und Tische vor den Wohnmobilen aufzustellen. Wir sind hier auf einem Parkplatz, nicht auf dem Campingplatz. Naja, es gibt halt immer wieder die Unverbesserlichen. Wegen diesen Leuten wird das Parkieren auf solchen Plätzen bald überall verboten sein. Trotzdem geniessen wir Strand und Sonne und ein herrliches Abendessen. Tom will uns dann noch den Hafen zeigen, so dass wir dann wirklich ziemlich müde in unsere Betten fallen. Happy Birthday, Babs.
Tag 6/23
Tom erzählt: Wir wollen heute noch eine längere Wanderung über die Schären unternehmen, stellen beim Wasserpumpen jedoch fest, dass unser neues Gehäuse zu unserem Katadyn-Filter absolut nicht funktioniert und das Wasser überall hinausläuft, aber sicher nicht in das vorgesehene Behältnis. Ein absolutes Desaster. Ich will unbedingt einen neuen Katadyn-Filter, koste es, was es wolle. Also fahren wir los Richtung Rade. Nebst der Ver- und Entsorgungsstelle hat es hier nämlich noch einen Camping-Shop. Allerdings kann man uns hier jedoch nicht weiterhelfen. Es ist nämlich ein ähnlicher Shop wie bei uns der Bantam. Also fahren wir Richtung Moss und nehmen dort die Fähre nach Horten. Conny ist wohl etwas hässig, sie fährt wie eine Verrückte. Sie will wohl möglichst rasch in Arendal unten ankommen. Wie es sich herausstellt, handelt es sich beim Shop um eine Briefkastenfirma. Diese verweist auf den Outdoor-Händler Jakt und Friluft AS sowie auf den XXL-Outdoorladen von Norwegen. Wir kaufen uns also im ersten Laden zwei Camelbak-Filter-Trinkflaschen und im zweiten dann noch einen Grayl-Filter. Nach einem kurzen Spaziergang in der Nähe von Stoa fahren wir schliesslich wieder nordwärts, machen aber in Songe Halt, um auf dem Stellplatz zu übernachten.
Der Camping-Wart ist ein lustiger und freundlicher Kerl und bringt gerade ein altes Schild von seinem Grossvater an. Scheinbar war der Platz in den 50-igern Jahren wirklich ein Campingplatz, heute sind hier nur noch Womos erlaubt, die autark sind. Ein herrlicher Platz, leider etwas lärmig wegen der Autobahn. Trotzdem machen wir noch einen großartigen Spaziergang in nahegelegenen Songe und geniessen den Abend.
Tag 7/23
Juna erzählt: Ich bin eigentlich schon recht müde von dieser vielen Reiserei. So macht es mir nichts aus, nach einer kurzen Spielrunde auch gleich wieder in meine fahrend Futterbüchse zu hüpfen. Scheinbar dauert die geplante Fahrt heute wieder etwas länger. Tom fährt die ganze Strecke wieder nordwärts, durch Oslo und dann nordostwärts Richtung Kongsvinger nach Austmarka. Nach einer schönen Mittagspause mit Schwimmen muss nun Conny ans Steuer. Sie ist wieder ordentlich nervös und fährt mehrmals in die grössten Löcher hinein. Aber nichtsdestotrotz kommen wir schliesslich zur Mautstelle der www.inatur.no. Wir
begleichen die Maut im Varald Wald für eine Nacht und fahren am Varaldsjoen entlang. Hier finden wir auch ein tolles Plätzli am Varaldskogen. Nun geht’s zuerst auf Erkundungstour und dann ins Wasser. Sogar Conny springt kurz ins kalte Nass. Ich bin so durchnässt, dass ich sogar meinen Bademantel tragen muss. Ein gelungener Platz. Wir lassen den Abend mit einem Barbecue (für mich gibt es ein Riesenohr) gemütlich ausklingen.
Tag 8/23
Am Abend machen wir nur noch kurz einen kleineren Spaziergang.
Tag 9/23
Tom erzählt: Heute duschen wir erst einmal ausgiebig. Es wäre schon lange mal wieder Zeit gewesen. Das Wasser rinnt doch etwas bräunlich den Abfluss hinunter. Es ist herrlich. Ich fühle mich wie neugeboren. Rasieren mag ich jedoch nicht, schliesslich will ich dann im Fjell noch etwas ums Gesicht herumhaben, was wärmt. Im Moment sieht es auch eher trist aus, der Nebel hängt über dem See, die Stimmung ist mystisch. Wir fahren dann über die Gravel Road, die ab hier schon etwas besser ist, weiter. Plötzlich kommt auch die Sonne wieder hervor. Es ist ein herrlicher Sonnentag. Irgendwann kommen wir im Opplev Kynna an, ein wirklich gelungenes Stück Land, ein Gebiet vor allem für Kanuten und Kayaken, der Fluss fliesst sehr ruhig, es wäre also auch für uns ein idealer Anfängerfluss, jedoch haben wir anstelle des Kanus unsere Trekkingsachen dabei. Wir finden ein tolles Plätzli (Kynnbrukoia) und
beschliessen, hier einen tollen Nami und Abend zu geniessen. Süsses Nichtstun für mich, Spiel und Spass für Juna und Lesevergnügen für Conny.
Tag 10/23
Conny erzählt: Wir verlassen unser traumhaftes Plätzli am Kynna-Fluss und fahren die 4x4-Tour bis Elverum weiter. Ab hier fahren wir mal wieder die üblichen Touristen-Strassen, nämlich über Hamar nach Lillehammer. Von dort geht es noch ein Weilchen nordwärts bis Svatsum. Von hier fahren wir dann durchs Tal Richtung Langsua Nationalpark.
Die Zufahrtstrasse kostet 90 Kronen. Nun fahren wir erst einmal eine kurvige Strasse, bis wir ein Plateau erreichen, wir sehen bereits jetzt, wie endlos gross das Fjell sein wird. In Revsjbua am Övre Revsjoen beginnt nämlich unsere Trekkingtour. Wir sind etwas früh hier und beschliessen spontan, heute loszulaufen. Nachdem wir alles gepackt haben, laufen wir ungefähr um 16.30 Uhr los. Was dann kommt, ist einfach grossartig. Die Emotionen sind so stark, dass ich während dem Wandern mehrmals weinen muss. Die Weite und das Abendlicht im Fjell sind einfach grossartig. Ein so grosses Glücksgefühl habe ich bis heute selten erlebt. Wir wandern etwa drei Stunden und suchen uns dann ein schöner und ebener Zeltplatz inmitten der Natur. Noch kurz können wir die letzten Sonnenstrahlen geniessen, kochen, essen, alles etwas «gjuflet», bevor es dann richtig frisch wird. Juna hüpft herum wie ein kleines Springböcklein, sie hat auch riesige Freude, spürt unsere Freude und hat aber dann doch wohl etwas kalt. Wir kriechen kurz vor Einbruch der Dunkelheit in unsere Schlafsäcke und hören der Natur zu. Blosse Stille, nur manchmal hört man hie und da, je nach Wind, die Bächlein rauschen oder das ein oder andere Schafsglöcklein.
Tag 11/23
Juna erzählt: Welch ein Glücksgefühl, zuerst die Reise mit Nikan und nun noch mit dem Zelt unterwegs zu sein. Ich war gestern schon nervös, als die beiden die grossen Rucksäcke gepackt haben, immer wieder musste ich ermahnt werden, noch etwas zu warten. Nun aber sind wir hier. Ich laufe und hüpfe ums Zelt herum und freue mich auf mein Morgenessen, welches ich nach meinem morgendlichen Geschäft erhalte. Anschliessend muss ich noch einmal in den warmen Schlafsack, denn meine Beiden sind wie immer noch überhaupt nicht startklar. Bis sie ihre sieben Sachen eingepackt haben,
dauert es einmal mehr gefühlte Stunden. Aber dann: Endlich geht’s los. Die Sonne zeigt sich nicht, es ist verhangen im Fjell. Die Stimmung ist etwas unheimlich, es ist auch nicht übermässig warm.
Schliesslich kommen wir zur Hütte, die wir schon längst von Weitem gesehen haben. Hier ist nicht mehr viel los. Vor uns läuft ein Wanderer, meiner Nase nach ist er jedoch bereits vor mindestens einer Stunde losgezogen. Wir erreichen schliesslich eine Anhöhe, bei der wir eine kurze Pause einlegen. Es geht aber weiter über Stock und Stein, ich muss ordentlich aufpassen, wie ich über die Steine hüpfen muss, meine beiden Lieben auch. Dort, wo wir die Mittagspause verbringen, ist es etwas stürmisch und natürlich auch kalt. Meine Freundin Conny will mich in den Schlafsack stecken, aber so kalt ist es doch auch nicht. Ich bin doch kein Weichei. Plötzlich zeigt sich die Sonne und es wird um Einiges wärmer. Wir laufen stetig rauf, aber dann auch wieder runter. In all dieser Weite erreichen wir plötzlich einen Schafszaun, hier kann ich nicht wie gewohnt, unten durch Schlüpfen oder mit einem Sprung darüber hüpfen, ich muss, wie die Rucksäcke auch, über den Zaun gehievt werden. Bei dieser Aktion fühle ich mich gerade etwas hilflos und klein. Dann aber geht es weiter, einfach weiter und weiter. Die Weite hört nicht auf. Ich habe etwas Schmerzen in meinen Beinen und hoffe, dass wir bald wieder eine Pause
machen. Es ist wieder sehr heiss und ich kriege ordentlich viel zu trinken. Ins Wasser springen wage ich mich nicht so wirklich. Viel zu fest habe ich Angst, dass ich plötzlich gegen Abend wieder frieren werde. Scheinbar übernachten wir noch einmal im Zelt. Irgendwann finden meine Beiden einen großartigen Übernachtungsplatz, bzw. wir verbringen hier einen wirklich schönen Nachmittag am See. Es ist traumhaft. Nur die Schafe finde ich etwas unheimlich, die laufen nämlich zwischendurch ganz nah an unserem Lager vorbei. Sobald die Sonne dann unter gegangen ist, wird es wirklich sehr, sehr frisch. Ich bin nun doch froh, dass ich so einen kuscheligen Schlafsack habe. Hier träume ich nun von all diesen schönen Eindrücken des heutigen Tages.
Tag 12/23
Tom erzählt: Heute Morgen ist es verhältnismässig warm, da es bedeckt ist. Wir packen so schnell als möglich, unsere vierpfotige Freundin ist nämlich schon längst wieder in den Startlöchern. Weiter geht es über Stock und Stein. Plötzlich sehen wir in der Ferne unseren Nikan stehen. Die Freude ist gross. Bis wir aber wirklich beim Ziel sein werden, dauert
es noch eine Weile. Wir sind erfreut, dass unser Auto noch da ist und stellen Nikan bloss einige Meter weiter oben auf einen tollen Platz mit Aussicht auf den Övre Revsjön. Am Nachmittag trocknen wir dann unsere Sachen. Es geht schnell, bei Sonne und Wind trocknen Zelt und Zubehör fix und wir können auch gleich noch schön duschen und auch unsere Duschtücher trocknen lassen. Als wir unsere dreckige Wäsche in unser Seitenfach legen wollten, bemerken wir, dass beide vorderen Spannfedern gebrochen sind. Ein richtiges Desaster. Trotzdem geniessen wir unser Raclette in vollen Zügen und beschliessen, erst am nächsten Tag unser Problem anzugehen.
Tag 13/23
Conny erzählt: Tom ist nervös. Natürlich wusste ich bereits gestern Abend, dass er wohl heute nicht ausschlafen kann. Wir räumen also mal beide Seitenfächer aus und schauen uns das Malör genauer an.
Irgendeine Gravel-Road oder ein Bump in einer dämlichen 40iger Zone hat uns dieses Problem wohl einbrockt. Wir setzen den Aufsatz neu auf, da er durch die Brüche doch etwas verschoben ist. Tom hat dann aus zwei kaputten Federn eine Ganze gemacht, sodass wir wieder drei Befestigungen haben. Wir beschliessen, in Vinstra einen Baumarkt mit Metall aufzusuchen. Tom findet im Obs Bygg geeignete Spanner, er kauft gleich 3 Stück, sicherheitshalber. Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf geht’s dann weiter in den Rondane Nationalpark. In Mysusueter stellen wir Nikan auf einen grossen Parkplatz, begleichen die Gebühr und geniessen mit Juna einen tollen 3-stündigen Abendspaziergang mit herrlicher Abendsonne. Aus diesem Grund gibt es heute bloss ein Teller Teigwaren mit Pestosauce.
Tag 14/23
Conny will unbedingt zu diesem traumhaften Gebäude in der Natur. Ich aber möchte nur noch eins, meine Kügeli in meinem komplett leeren Bauch spüren. Anschliessend suchen wir einen Übernachtungsplatz. Wir stellen unser Auto auf dem Stellplatz in Hovringen ab.
Tag 15/23
Tom erzählt: In Odda müssen wir mal wieder etwas Einkaufen, eigentlich nicht viel, nur ein bisschen Früchte, Brot, Aufschnitt und Wasser. Natürlich gönne ich mir auch noch ein tolles Stück Fleisch (2 Entrecôte für 22.--, also wie bei uns). Nach dem Besuch in der Vinmonopolet versagt mein Verstand, ich kaufe nämlich sechs kleine Dosen Bier für 400 norwegische Kronen und etwas Wein. Ich habe also allein für den Alkohol fast 100 Franken liegengelassen. Nach diesem Schock steuern wir noch die Tommestasjon Caravan (Ver- und Entsorgungsstelle) an und fahren dann auf den Jotunheimen Pass rauf. Dort ist es sehr warm und wir geniessen nach einem kurzen Snack einen schönen Spaziergang auf dem Pilgerweg. Anschliessend fahren wir die ziemlich lange
Serpentinenstrasse (Sognefjellsvegen) talwärts, 1500 Höhenmeter in 30 km. Ich habe es gewusst, die Bremsen sind völlig scheisse. Plötzlich riecht es recht streng und wir halten auf einer Raststelle an. Es raucht arg und wir sind sauer auf unsere dämlichen Schweizer Gesetze. Wir fahren gemütlich bis Skjolden, das Dorf liegt wirklich nun auf 0 Höhenmeter über Meer. Wir sind am Lustrafjorden angekommen. Über die Strasse 55 fahren wir entlang des wunderschönen Fjords nach Gaupne. Von dort nehmen wir die Strasse 604 Richtung Gjerde und fahren auf den Wanderparkplatz. Von hier aus wollen wir morgen unsere Wanderung zum Fabergstolsbreen beginnen. Gemütlich lassen wir den Abend mit einer Wurst und Kartoffelstock ausklingen.
Tag 16/23
Conny erzählt: Ja doch, ich gebe es zu. Meine Hüften schmerzen ein wenig und auch die Knie tun mir etwas weh. Natürlich würde ich das nie zugeben. Ich will unbedingt den Gletscher Fabergstolsbreen besichtigen. Dafür geht es ordentlich über Stock und Stein und auch Bachquerungen sind angesagt. Leider vergesse ich wieder einmal meine Wanderstöcke. Auf alle Fälle kommen wir nach 1 ¾ Stunden beim Gletscher an. Ein traumhaft schöner Gletscher und nur für uns allein. Eine herrliche
Wanderung, die sich wirklich gelohnt hat. Da wir doch etwas knapp mit der Zeit sind, müssen wir weiterziehen. Es geht mit der Fähre von Manheller nach Fodnes übers Sognefjord, das grösste Fjord in ganz Norwegen. Heute fahren wir die Tour bei Sonnenschein, ein wirklicher Genuss für die Augen. Nach einem kurzen Abstecher zur schönsten Stabkirche von ganz Norwegen in Borgond fahren wir nach Hemsedal auf den Hemsedal Fjellcampingplatz. Endlich mal eine ausgiebig warme Dusche. Wir haben bis jetzt immer nur im Nikan geduscht, heisst also, Sparen mit Wasser, vor allem mit dem Warmen. Wir lassen den Abend bei starkem Wind und Sonnenschein ausklingen.
Tag 17/23
Tom erzählt: Heute fahren wir in die Nähe von Rollag, ins Vegglifjell Naturreservat, bzw. in eines der grössten Naturschutzgebieten des Landes, Trillemarka-Rollagsfjell. Von dort beginnen wir bei strahlendem Sonnenschein die Wanderung zum Geiteskallen (886 m. ü. H.). Die Aussicht auch auf den Rollagstjönn ist superschön. Nach einem Regenbeschwörungstanz von Conny beginnt es knapp eine halbe Stunde zu regnen an. Wir haben keine Regenklamotten und auch keine
Wanderschuhe. Der Abstieg ist dann steil und Wanderschuhe wären hier wirklich angebracht gewesen. Weiter geht es auch durch zwei Moorgebiete, bis wir dann ziemlich durchnässt bei Nikan ankommen. Am Abend kochen wir dann eine gemütliche Suppe und ein Würstl.
Tag 18/23
Juna erzählt: Die Wanderung gestern Abend spüre ich immer noch in meinen Knochen. Es war schon eine riesige Hüpferei, schliesslich bin ich nicht mehr ganz die Jüngste. Eine kleine Pause täte schon mal gut. Deshalb gönne ich mir eine ordentliche Mütze Schlaf während der Weiterfahrt auf der nicht üblen E40 Richtung Kongsberg. Von dort geht es weiter über die E134 nach Notodden, dann weiter über E360 bis Gvarv und dann über die E36 nach Bo. Über die 359 dann bis zur Abzweigung ins Naturreservat. Mir schwant Böses. Es geht schon wieder los. Die beiden machen heute fast nicht die gleichen Fehler wie gestern, schnüren heute zumindest die groben Wanderschuhe, die Regenkleider lassen sie auch dieses Mal im Nikan liegen. Sie sind soooooo optimistisch. Es hängen wieder einige schwarze Wolken am Himmel, aber egal. Wir laufen einen steilen, steilen Weg zum Gygrestolen, eine scheinbar ähnliche Attraktion wie der Preikestolen. Wir sind fast allein auf der Tour. Meine Freundin Conny ist völlig ausser Rand und Band und will immer weiter auf die Steine rauskraxeln. Tom hält sie eher davon ab, ich wäre sicher mit ihr losgezogen, darf aber auch nicht. Tom ist ein kleiner Angsthase, was Höhen anbelangt. So steil wieder Wanderweg aufwärts war geht er auch wieder hinunter. Wirklich anstrengend, dazu kommt, dass wir hier nicht wirklich übernachten. Ich kriege aber trotzdem meine geliebtenKügelchen und kuschle mich wieder in die Fahrerkabine. Die beiden tratschen noch eine ganze Weile mit einem deutschen, wohl gleichgesinnten Womo-Fahrer, bevor es dann auf den Telemark Kanalcamping in Lunde geht. Wir gehen früh schlafen, natürlich nicht, bevor ich nicht ein feines Bettmümpfeli verspeist habe. Ich benötige dann auch meinen geliebten Schlafsack.
Tag 19/23
Tom erzählt: Ich kann es kaum erwarten, Conny von den schönsten Duschen unseres ganzen Campingplatz-Lebens zu erzählen. Natürlich geniesse ich die warme und lange Dusche in vollen Zügen, in dieser wunderbaren Umgebung ist dies auch gar kein Problem. Sie bleibt dann auch ordentlich lange weg. Natürlich muss sie noch ein paar Selfies schiessen. So was hat auch sie noch nie gesehen. Wir sind sehr flexibel,
was die sanitären Anlagen betrifft, würden uns auch nie beklagen, wenn mal eine Sanitäre Anlage in die Jahre gekommen ist. In Lunde treffen wir jedoch auf Luxus pur. Grosszügige Duschkabinen mit eigenem WC, Lavabo und viel, viel Platz, das Ganze dann auch noch ästhetisch nach unserem Gusto. Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Kanals und einer lustigen Spielrunde fahren wir erst um 13 Uhr in Lunde los. Auf der 359 fahren wir nach Ulefoss, über die Strasse 36 nach Skien und nach der Stadt auf 32 bis Siljan. Über Opdalen fahren wir dann ins Tal bis Campingplatz Sporevann (keine Registratur, keine Gebühren, jedoch offizieller Platz). Dort verbringen wir einen wunderbaren Nachmittag mit viel Siesta. Ich geniesse das süsse Nichtstun und das ganze Bett für mich, Conny ist den ganzen Nachmittag am Lesen. Am Abend grillieren wir noch was Leckeres auf meinem neuen Lotusgrill, bevor wir dann ins Bett hüpfen.
Tag 20/23
Conny erzählt: Meer geht immer, das ist mein Motto. Und Richtung südwärts müssen wir auch mal. Auf der 32 fahren wir auf die E18 und
dann auch schwups durch Oslo Richtung Süden. In Grebbestand, ca. auf Höhe Tanumshede finden wir einen großartigen Campingplatz am Meer. Natürlich müssen wir sofort einen tollen Spaziergang auf den Schären unternehmen. Es wird dann auch ordentlich spät, bis wir zurückkommen. Heute gibt es wieder einmal nur Pasta.
Tag 21/23
Juna erzählt: Wieder lassen es meine Leute tagen. Mir ist
es noch so recht. Ich lasse mir auf dem schönen grossen Bett die Sonne auf den
Pelz scheinen, döse und träume von meinen Abenteuern. Plötzlich scheint es
loszugehen. Allerdings tratschen die Beiden dann wieder eine Ewigkeit mit
gleichgesinnten Tischer-Freunden aus Frankreich. Heute geht es mal zuerst nicht
richtig in den Wald. Trotzdem darf ich ab und zu von der Leine, denn wir
besuchen die Felsritzungen in Vitlycke. Wir treffen dort auf Poppy, die
5-jährige Labbihündin aus England, und ihre Chefin, die ich grad ganz
ordentlich mag. Sie hat aber für ihre Hündin keine Guddis dabei, denn sie
achtet sehr auf die Linie ihrer vierbeinigen Freundin. Arme Poppy. Ich bin halt
schon sehr verwöhnt und kriege immer was ab. Nach einer langen Autofahrt kommen
wir auf einem etwas lärmigen und eher ungemütlichen Stellplatz am Flugplatz von
Farberg an. Wir wollen bloss eine Nacht bleiben, da wir dann morgen Richtung
Trelleborg müssen.
Tag 22/23
Conny erzählt: Unsere Ferien neigen sich dem Ende entgegen, leider. Es waren bis jetzt wunderschöne Tage und erholsame Nächte gewesen, endlich richtig ausspannen und durchschlafen. Ein herrliches Gefühl. Wir bleiben gemütlich. Unsere Kaffeezeit geht länger und wir hören es auf unser Dach regnen, das zweite Mal in diesen Ferien. So beschliessen wir, am Abend ein Fondue zu essen, bevor wir auf die Fähre fahren. Zuerst aber bedanken wir uns herzlich bei der Kafibesitzerin, sie will kein Geld für die Übernachtung, da wir erst so spät angekommen seien. Nette
Geste. Also fahren wir los und weiter geht es südwärts bis in den Röstanga Nationalpark. Wir wollen hier eine Wanderung machen, die wir bereits im Jahr 2015 mit Juna zwar begonnen haben, jedoch wegen eines heftigen Gewitters abbrechen mussten. Es ist super in diesem noch nassen Buchenwald zu wandern. Es hat bereits wieder aufgehört zu regnen und zwischendurch scheint sogar die Sonne. Juna geniesst ausgiebige Spielrunden mit einem Holzbängu. Auch wir sind entspannt, da wir wissen, dass wir heute früh genug in Trelleborg am Hafen angekommen werden. Auf dem Parkplatz in Trelleborg sehen wir direkt aufs Meer und sehen die Schiffe kommen und gehen und halten unsere Nasen in die salzige Abendluft. Wir genehmigen uns ein herrliches Fondue mit den restlichen Kartoffeln. Unsere Abfahrtszeit ist erst um 23 Uhr, aber wir wollen heute nichts mehr riskieren und fahren um 21.15 Uhr auf das Hafengelände. Allerdings müssen wir dann sehr lange warten, bis die Nils Dacke endlich beladen werden kann. Es ist etwas stürmisch, es blitzt und donnert in der Ferne, unsere Dusche wird dann ziemlich wackelig. Nach einem gemütlichen Schlummertrunk schlafen wir dann jedoch bald gemütlich in unserer Koje ein.
Tag 23/23
Conny erzählt: Die Nacht war kurz und relativ ruhig, wir
sind froh, dass wir gestern Abend geduscht haben, es würde wohl heute nicht
reichen. Der Weckruf vom Schiff erreicht uns um 6.45 Uhr, bereits um 7.15 Uhr
müssen wir nämlich die Kabinen verlassen haben. Oje, auch ohne Dusche wird das
etwas stressig. Wir sind jedoch im Flow und während der Fütterung von Juna
findet Tom Gipfeli und Kaffee. Obwohl wir schon früh in unserem Auto sitzen, es
geht gar nichts auf der Fähre. Auch das Entladen der Fähre macht der Crew der
Nils Dacke etwas Mühe. Aber irgendwann können wir losziehen. Natürlich gehen
wir heute direkt zum Timmersand Parkplatz und nicht mehr zum Vogelpark. Dies
natürlich, seit wir von diesem Timmersand Dorftschugger ein Knöllchen wegen
Falschparkens gekriegt haben. Nach der Versäuerung unserer Hündin fahren wird
dann los Richtung Süden.
Natürlich kommen wir in der Nähe von Kassel wieder
einmal in eine grauenvolle Misere. Die dreispurige Autobahn ist nämlich
gesperrt aufgrund Revisionsarbeiten und so wird der gesamte Verkehr (also inkl.
Lastwagen) stundenlang durch die umliegenden Dörfer geführt. Das zerrt an
unseren Nerven. Wir beschliessen, einen Stopp bei unserem bekannten Ameisenpfad
einzulegen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang dösen wir gemütlich im Nikan vor
uns hin und fahren erst um ca. halb Neun los. Es ist nämlich so, dass wir heute
heimfahren werden. Uns ist die Lust zum Reisen durch Deutschlands Autobahnen
tagsüber nämlich ziemlich vergangen. Wenn wir heute noch mal beim Winterstein
oder sonst wo eine Nachtpause einlegen, sind wir morgen erneut in einem Stau.
Keine Option für uns. Deshalb wechseln wir uns häufiger ab mit Fahren.
Natürlich kriege ich mal wieder die kurvige Kassel-Frankfurt-Strecke, dafür
kann ich dann ein bisserl lesen, relaxen, während Tom dann wieder übernimmt.
Kurz vor der Grenze übernehme ich erneut das Steuer und cruise mit dem Nikan
dann bis nach Hause. Um halb 3 in der Nacht kommen wir schliesslich
wohlbehalten in unserem schönen Dorf an und geniessen unser gemütliches Bett.
Fazit Tom: Norweger sind etwas speziell, weniger freundlich
als die Schweden, Wetter und Reise fantastisch.
Fazit Conny: Super tolles Trekking im Fjell, wunderschöne
Wanderungen, drei Wochen Sonnenschein, gesamthaft: Eine wunderschöne Zeit mit
meinen zwei Liebsten.
Fazit Juna: Herrliche Wanderungen, viele Beeren, viele neue
Düfte, ausgiebiges Knuddeln mit meinen besten Freunden.
Wichtig: Keine Nachtfähre mehr buchen. Wir fahren nur noch nachts durch Deutschland und buchen lieber eine Tagfähre.


























Kommentare
Kommentar veröffentlichen