Osterrunde - Zu Fuss im Gantrischgebiet
Karfreitag, 15.4.2022
intensiver wahr und kann endlich atmen. Ich liege etwas hinter Tom und Juna weiss nicht so recht, was sie soll. Einerseits will sie mit Tom laufen, andererseits schaut sie immer wieder zu mir zurück. Meistens wartet sie dann einfach, bis ich sie eingeholt habe. Eine Veränderung an Juna, die mir guttut, anderseits ist mir nicht wohl dabei, wenn sie so in einem Dilemma steckt. Den Weg kennen wir, nehmen diesen jedoch mit schwerem Gepäck etwas anders wahr. Alles dabei zu haben, genügend Wasser in den Bächen zu wissen, ein tolles Gefühl. Wir können also bleiben, wenn wir ein schönes Plätzli finden. Der Weg ist schliesslich das Ziel und Draussen Zuhause sein unser Motto. Wir finden dann auch den perfekten Platz um 13.30 Uhr. Unser Bauchgefühl sagt uns, dass wir bleiben sollen, trotzdem möchten wir noch ein Weilchen weiter. Wir finden bald darauf einen großartigen Unterstand mit einer schönen Feuerstelle auf einem offenen Feld. Naja, wir entscheiden uns für den anderen Platz und laufen wieder etwas runter. Ein perfekter Entscheid. Wir stellen das Zelt sofort auf, damit Juna weiss, dass dies unser Schlafplatz für die kommende Nacht ist. Die Sonne wärmt und wir geniessen es. Die Zeit vergeht unglaublich schnell. Heute testen wir ein neues Menu, bzw. eine neue Marke für Outdoor-Food, nämlich «Adventure Food».
Samstag, 16.4.22
Juna erzählt: Wie immer geht es mir viel zu lange,
bis meine Lieben endlich das Zelt und den ganzen Krimskrams zusammengepackt
haben. Was haben die auch immer so viel dabei? Wichtig ist doch einfach mein
Futter und meine Knäbis und Guddis. Auch meine Unterlage und meine Decke
schleppt Conny umsonst mit. Ich liebe es nämlich, auf dem weichen Waldboden zu
liegen. Und Hallo, wir sind am Trekken. Da darf eine sonst saubere Hundedame
richtig dreckig und staubig sein. Endlich geht’s los. Natürlich müssen wir das
gestrige Stück erneut hinauf laufen bis zum anderen Platz. Meinen Beiden sagen
immer wieder, dass es sich gelohnt hat. Der Aufstieg zur Underen Hällstett auf
1405 m. ü. M. ist doch anstrengend. Die Zwei stöhnen und schnauben. Auf Conny
muss ich immerzu warten. Oben angekommen, schnaufen wir alle kurz durch und
steigen dann Richtung Zollhaus ab. Wow, das geht in die Pfoten. Es ist doch
fürchterlich heiss und ich habe Durst und natürlich, wie immer, grossen Hunger.
Endlich kommen wir an die Sense. Dringend muss ich meinen heissen Bauch im
kalten Wasser abkühlen und noch mehr meine müden Pfoten. Nach einer
entspannenden Mittagspause geht es wieder weiter. Wir laufen der Sense
flussabwärts entlang bis zum Guggersbach. Hier suchen wir eher erfolglos einen
geeigneten Platz zum Übernachten. Wir entscheiden, uns etwas oberhalb vom
Guggersbach in einem Stück Wald einen Übernachtungsplatz zu suchen. Tom findet
einen herrlichen Platz am Limbach. Das Zelt steht bereits und ich freue mich
auf mein Abendessen, als plötzlich ein grosser Ast herunterfällt, ganz in
unserer Nähe. Dies ist der Auslöser, dass Tom und Conny das Zelt wieder
abbauen, erneut den Hügel raufklettern, um dann dort das Zelt erneut
aufzubauen. Da die Bise so enorm stark ist, essen wir im Zelt. Ich friere
etwas, mag mich aber nicht zudecken lassen. Ich bin doch kein Weichbecher-Hund.
Ostern, 17.4.22
Tom erzählt: Frohe Ostern! Es ist kein Witz, aber
wir werden merklich älter. Ich krieche aus dem Zelt und überlege genaustens,
was ich sonst noch brauche. Wer schläft auch schon fast 11 Stunden im Zelt.
Kein Wunder, dass der ganze Körper schmerzt, meine Füsse ganz besonders. Aber
egal, ich kann ja wegen meinen Füssen zum Arzt. Dann sieht er nämlich, was
richtige Trekkingfüsse aushalten müssen 😉.
Wir sind heute eher gemählich unterwegs und gönnen uns sogar einen zweiten
Kaffee. Herrlich, aber ehrlich, es ist arschkalt. Mehr als 1 Grad ist es wohl
nicht. Das Morgenessen nehmen wir auch im Zelt zu uns. Juna ist schon längst
wieder in den Startlöchern und will immerzu nur spielen. Sie geniesst ihre
Schmuse- und Spielsessions mit und ist ausserdem ein grandioser Trekkinghund.
Es geht los. Vom Guggersbach nehmen wir den Wanderweg Richtung Burgruine
Maggenburg. Über Hergarten finden wir in Längertsried einen schönen und windgeschützten
Platz fürs Mittagessen. Die Pause wir ausgiebig und sogar ein Ei wird
getütscht. Gut, dass ich mal wieder ein paar Gramm weniger tragen muss. Es geht
eine ganze Weile, bis wir dann in Heitenried ankommen. Von dort geht es über
den El Camino (Via Jacobi) bis nach Schwarzenburg. Heute wollen wir jedoch nur
an den Sodbach hinunter. Wir finden ein schönes und lauschiges Plätzli ganz für
uns allein. Wir genieessen die Sonne und machen später sogar ein warmes und
sicheres Feuer.
Ostermontag, 18.4.22
Conny erzählt: Okay, es ist wirklich saukalt.
Kälter als die letzten beiden Nächte. Vor allem meinem Hund gegenüber habe ich
ein richtig schlechtes Gewissen, ich in meinem warmen Schlafsack und meine
Hündin auf ihrem Mätteli, zugedeckt mit einer normalen Decke aus Fleece. Hunde
schwitzen bekanntlich aus ihren Pfoten, dies ist bei Juna klar der Fall, aber
ihre Ohren und ihr Fell oben auf dem Rücken sind richtig kalt. Wenn ich nur
wüsste, ob sie wirklich nicht friert. Weiter kommt noch, dass wir wieder einmal
in einem Flussbett übernachten, das letzte Mal ist Jahre her, als wir einmal
auf einer Insel mitten in der Sense in unseren Schlafsäcken übernachtet haben.
Ich bin nicht wirklich entspannt, das zieht sich auch so durch die Nacht
hindurch. Immer wieder erwache ich.
Juna erzählt: Weshalb seufzt meine Freundin
bloss alle paar Stunden und legt mir wieder die blöde Fleecedecke über meinen
warmen Körper. Sie weiss wohl nicht, dass ich vom Wolf abstamme und später auf
der Labrador-Halbinsel für die Wasserrettung und Entenjagd gezüchtet worden
bin. Das kann doch wohl nicht ihr Ernst sein. Weiter kommt noch dazu, dass ich
auf Connys warmer Daunenjacke liege. Von wegen, von unten kommt Kälte. Sie
spürt immer wieder lästig meine Ohren und mein Fell und grummelt was vor sich
hin. Die Nacht kann heiter werden.
Tom erzählt: Einschlafen ist heute etwas blöde.
Mir kommt in den Sinn, dass Conny bereits am Abend gesagt hat, dass es ihr
nicht wohl ist, im Flussbett zu übernachten. Natürlich ist hier schon länger
kein Wasser mehr geflossen, aber als erprobte Outdoor-Menschen wäre es besser,
wenn wir so was nicht täten. Halt eben den gesunden Menschenverstand walten zu
lassen. Aber es nützt nichts, ich schlafe mit einem unguten Gefühl ein und
erwache bei eisiger Kälte wieder. Wie von einer Wespe gestochen ziehe ich mich
an und mache Feuer. Das Wichtigste heute Morgen ist Wärme. Ich befehle meinen
beiden Frauen, im Zelt zu bleiben, bis das Feuer richtig warm ist. Klaro, die Beiden
hören mal wieder nicht auf mich, zuerst kriecht meine zweibeinige Dame aus dem
Zelt, kurz darauf erscheint auch die vierbeinige Freundin. Sie haben wohl beide
Hunger nach dieser kalten Nacht.
Juna erzählt: Wow, es ist nun wirklich kalt geworden. Ich bin doch nicht unglücklich darüber, dass Tom das Zelt verlässt und mir seinen
Schlafsack überwirft. Der ist voll von Wärme und riecht so
herrlich nach meinem besten Freund. Nun aber macht sich Conny parat, noch im
Schlafsack zieht sie alle Pullis und Jacken an. Brrr, es muss draussen wirklich
kalt sein. Beide wursteln dann immer in der Nähe des Feuers rum. Nicht so mein
Ding, so ein Feuer, ich habe in den vergangenen Jahren schon viel Rauch
abgekriegt und meide das Feuer eher. Aber Spielrunde und Futter gibt es
alleweil, draussen darf ich dann sogar in Connys Schlafsack kuscheln. Zuerst habe
ich mich gar nicht so dafür, aber es scheint, dass meine Freundin dies unbedingt
will. So ein Befehl «Platz» hat nämlich schon seine Bedeutung. Ich bin auch
noch richtig müde, die letzten Tage haben mir schon etwas zu schaffen gemacht,
ich bin ja schliesslich nicht mehr die allerjüngste Hündin. Ich liebe das
Trekken aber nach wie vor: Wald, Freiheit, Wasser, im Zelt schlafen, kuscheln, schmusen
und viel, viel spielen.
Conny erzählt: Okay, nun wird es etwas wärmer, dank Toms Feuer. Es ist herrlich und wir geniessen zwei Kaffees und das scheussliche Zmorge-Müesli. Wieder einmal mehr: ich werde selbst ein Müesli kreieren. Schliesslich packen wir unsere Sachen zusammen, Juna ist natürlich längst wieder in den Startlöchern. Wir laufen weiter auf dem «El Camino» Richtung Schwarzenburg. Vom Sodbach den Berg hinauf kommen wir richtig ins Schwitzen und Ziehen schon bald unsere Jacken und Pullis aus. Endlich wieder Wärme. In Schwarzenburg nehmen wir das Postauto und fahren nach Hause. Natürlich war unser Trekking wunderschön. Leider wurden wir dann von unseren lieben Nachbarn informiert, dass sie ihren geliebten Henry einschläfern lassen mussten. Auf den kleinen Freund stossen wir dann mit einer Flasche Weisswein an. So nah liegen Gutes und Schlechtes zurzeit beieinander.
Ein paar Impressionen zu unserer Tour findest du HIER! Weiter haben wir die Karte Tour aufgeschaltet.


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