Die Rhön ist schön - Basta!
Montag, 5.10.2020
Nachdem wir gestern den 100. Geburtstag von Grosi gefeiert
haben, machen wir uns heute auf den Weg in die Ferien. Geplant ist die Rhön,
ein grossartiges Biodiversitätsparadies. Das Gebiet im Mittelgebirge
Deutschlands gehört zu den Bundesländern Hessen, Bayern und Thüringen. Heute
jedoch sind wir so spät dran, dass wir bloss auf der Wittlinger Höhe Rast
machen. Nach einer schönen und regenlosen Besichtigung der Burg Rötteln
geniessen wir den Abend. Endlich Ferien.
Dienstag, 6.10.2020
Zuerst unternehmen wir einen langen Spaziergang auf der Wittlinger Höhe, ein Weg, den wir bis heute noch nicht gelaufen sind. Es regnet in Strömen. Nach einer Siesta fahren wir weiter Richtung Rhön. Eigentlich wollten wir bis Milseburg
fahren, da die Zeit schon bald wieder knapp ist, um mit unserer vierpfotigen Freundin noch mal eine Runde ohne Lampe zu laufen, beschliessen wir, beim Wanderparkplatz Gondelteich in Horbach zu bleiben. In der Nacht ballert ein Irrer auf dem Feld oder im Wald herum. Hier ist das alles wohl kein Problem. Der Parkplatz befindet sich in Horbach, welches zur Gemeinde Freigericht gehört. Hier darf man wohl alles.
Mittwoch, 7.10.2020
Auf der Milseburg ist es windig und nass. Eigentlich nichts Aussergewöhnliches
in diesen Ferien. Aber hier wollen wir heute nicht bleiben. Wir beschliessen,
ans schwarze Moor zu fahren. Naja, hier ist es nicht viel besser. Es ist
richtig stürmisch, als wir mit wenig anderen Menschen den Corona-abgesicherten
Pfad ablaufen. Das Moor ist unheimlich schön. Natürlich passt das Wetter
perfekt. Wir freuen uns auf einen gemütlichen Nachmittag mit Chillen und
Lernen. Am Abend gibt es ein Fondue.
Wanderparkplatz: Schwarzes Moor, 50.524093, 10.072810
Donnerstag, 8.10.2020
Wir bleiben noch mal im schwarzen Moor (Nähe Fladungen),
beschliessen, auf der Tour 1 zu wandern. Das Wetter ist auch heute garstig,
jedoch etwas weniger als gestern. Garstig ist das Wort unserer Ferien in der
Rhön. Die Rhön haben wir auch schon weit lieblicher erlebt. Der Regen peitscht
uns ins Gesicht, Junas Ohren flattern so stark im Wind, dass wir befürchten,
sie hebt bald ab, es ist nicht freudig, so eine Pause zu machen. Und trotzdem,
wir machen eine Pause. Es regnet und regnet und nieselt und nieselt und am
Abend kommt dann der ganz heftige Sturm mit grantigen Sturmböen. Teilweise
windet es so stark, dass unser Auto ziemlich hin- und her wackelt. Wir kochen
uns eine feine Winteromelette und fallen bald müde ins Bett.
Freitag, 9.10.2020
Heute müssen wir gezwungermassen in die Zivilisation. Wir
finden in Oberelsbach eine tipptoppe Entsorgungsstation. Leider können wir den
Abfall nirgends entsorgen. Auf keiner der Parkplätze gibt es in Deutschland
Abfalleimer. So sieht man in den Gebüschen noch mehr Abfall als bei uns. So
reist unser Abfall mal mit uns mit. In der Nähe von Oberelsbach belaufen wir
den Naturlehrpfad Gangolfsweg mit den riesigen Basaltsäulen und dem Steinwall
aus früherer Zeit. Am Nachmittag fahren wir an den Basaltsee, machen Siesta,
hören den Regen aufs Dach prasseln und laufen dann im strömenden Regen eine
Tour um den See.
Samstag, 10.10.2020
Es regnet immer noch. Es ist zum Verzweifeln. Wird es in der
Rhön mal noch schön? Ja, aber alles zu seiner Zeit. Zuerst fahren wir zum
Wanderparkplatz Kaskadenschlucht. Der Platz ist schräg und wahnsinnig eng. Dieser
Umstand stellen wir jedoch erst nach unserer Wanderung (Route 4 und 1 – Rotes
Moor). Der Parkplatz ist so voll, dass wir fast nicht mehr wegfahren können. Nach
einem etwas heiklen Fahrmanöver schaffen wir es und fahren zum Wanderparkplatz
Schornhecke. Ein wunderbarer Platz und sogar die Sonne scheint uns in die warme
Suppe. Am Abend geniessen wir einen herrlichen Sonnenspaziergang.
Sonntag, 12.10.2020
Es ist wieder garstiges Wetter. Dunkle Wolken ziehen über
die karge Hügellandschaft, der Nebel kommt und geht. Es gibt sogar Momente, bei
denen kurz die Sonne durch die Wolken gückslet. Wir fahren Richtung Schwarze
Berg. Der Wanderparkplatz Dürre Wiese ist kein geeigneter Übernachtungsort, da
er relativ schräg ist. Für den Notfall würde es jedoch sicher gehen. Von hier
aus begeben wir uns auf den Rundweg 6. Auf dem Farnsberg ist recht viel los.
Die Sonntagswanderer laufen vom Würzburg Haus zum Berhaus Rhön und zurück. Ein
richtiger Volksauflauf. Uns ist nicht wohl und wir freuen uns als wir die
Menschenmasse hinter uns lassen können und schliesslich wieder sicher und etwas
müde auf dem Wanderparkplatz ankommen. Wir fahren anschliessend auf den
Wanderparkplatz, wo wir dann am Abend noch einmal einen herrlichen
Abendspaziergang bei Sonne unternehmen können.
Montag, 13.10.2020
Für den heutigen Tag haben wir die Speassartfährte
«Steinauer Hochgefühl» ausgewählt. Auf dem Parkplatz «Schwarze Rolle» lassen
wir Nikan stehen und wandern gut 4 Stunden durch die Gegend von Steinau. Auch
mit dem Wetter haben wir etwas Glück Die Sonne scheint sogar, als wir eine
ausgiebige Pause machen wollen.
Dienstag, 14.10.2020
Der heutige Tag steht unter keinem guten Stern. Nachdem Tom
mit viel Mut an der Tanke war, jedoch anstelle stilles Wasser Mineralswasser
für Juna gekauft hat, habe ich irrtümlicherweise auch noch eine Überschwemmung
im Nikan verursacht, da ich mal wieder nicht auf Tom hören wollte. Der Tank war
nämlich schon längst voll, da ich den Deckel des Wassertanks aufgelassen hatte,
hat er den Füllstand nicht angezeigt. Nach einer Ewigkeit haben wir dann die
Sauerei weggeputzt, jedoch ist das Wasser ziemlich in den Boden reingelaufen.
Wir fahren auf den Wanderparkplatz «Drei Buchen». Tom nimmt das Auto
auseinander, während ich mit Juna kleinere Touren unternehmen. Anschliessend
wandern wir auf der Spessartspur «Wiesbüttmoor und Flörsbacher Panorama». Die
Route ist mit 2 Stunden angegeben, die Höhenmeter sind jedoch nicht zu
unterschätzen. Am Abend fahren wir auf den Wanderparkplatz «Sieben Wege». Dort
schlafen wir herrlich und erwachen natürlich am Morgen wie immer mit einem
bekannten Geräusch: Regentropfen auf das Dach fallend.
Mittwoch, 15.10.2020
Wir stellen fest, dass in der Nacht ziemlich viel gelaufen
ist, Am Morgen liegen Innereien von einem Wildschwein fast vor unserer Türe. So
gruselig. Wir machen trotzdem von hier aus ein wunderbarer Spaziergang durch
den Spessart in der Nähe von Bad Orb. Wir finden dann tatsächlich noch Marroni.
Wir vertrödeln mal wieder die Zeit und sammeln fast 3 Kg. Erst als wir zurück
sind, beginnt es wieder zu regnen. Wir verlagern unseren Standort, bloss 10
Minuten und fahren auf den Wanderparkplatz «Friesenheiligen». Wir sind immer
noch in der Nähe von Bad Orb. Es regnet immer noch in Strömen und hört nicht
mehr auf. Tom kommt plötzlich mit der Idee, dass wir am Abend nach Hause fahren
sollten. Ich stimme diesem Plan zu, obwohl ich mich wahnsinnig auf das
gemütliche Raclette gefreut hätte. Wir machen ca. um 16.30 Uhr noch einen
Rundgang (Nr. 13). Erst um 18 Uhr kommen wir schliesslich bei Nikan an. Es ist
dunkel, nass und kalt. Tom lässt sich bald überzeugen, dass wir noch eine Nacht
bleiben. Wir geniessen Raclette und Wein und lassen den letzten Abend
ausklingen, als plötzlich das Licht in unserer Kabine ausgeht. Tom meint erst,
dass das Gas zu Ende sei, da er so viel heizen musste wegen dem Austrocknen.
Bald wird aber klar, dass unsere Batterie völlig entladen ist. Wir müssen wohl
oder übel unser Auto eine Zeitlang laufen lassen. Anschliessend heizen wir
unser Häuschen noch mal kräftig auf, bevor wir dann, immer noch bei Regen, in
unsere Betten fallen.
Donnerstag, 16.10.2020
Es regnet nicht, ist aber superkalt und neblig. Wir
unternehmen die tolle Rundwanderung Nr. 14 ans Feuchtbiotop Eschenkbar.
Herrliche Stimmung. Unterwegs kommen wir noch am Kunstprojekt «WALDverWORTUNG»
vorbei. Eine wunderbar schöne Kunst, die Natur zu lobheissen. Um 11 Uhr fahren
wir los und kommen gut durch Frankfurt und Mannheim. Die Rhön und der Spessart
haben sich naturmässig von seiner schönsten Seite gezeigt, das Wetter jedoch
liess etwas zu wünschen übrig. Die Sonne haben wir an ca. 8 Stunden gesehen.
Fazit: Es war erneut herrlich, in Hessen und Umgebung mit dem Camper unterwegs
zu sein. Die Natur ist ein Traum.

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