Wanderferien in Nordrhein-Westfalen und Saarland 19.10. – 1.11.2019

Sa, 19.10.
Wir starten heute gemächlich. Es gibt jedoch noch einiges zu tun, einmal mehr werden Fenster und Türen kontrolliert. Schliesslich sind wir nicht mehr bloss im Dachstock.
Unsere erste Etappe führt uns heute nach Kaltenbronn. Die Gegend kennen wir bereits und haben schon vor einigen Jahren zwei Nächte bei der Hütte Schwarzmiss verbracht. Hier ist es in der Nacht ruhig, währenddessen am Tag viele Wanderer unterwegs sind. Im Winter waren wir hier noch nie, es muss jedoch mächtig was los sein, denn die Langlaufloipen sind wohl sehr bekannt und die Gegend wohl ein begehrtes Wintersportgebiet. Wir geniessen den Nachmittag und unternehmen am Abend einen Spaziergang zum Hohlohturm. Leider ist es etwas nass und kalt und wir freuen uns, als wir unseren warmen, 4-rädrigen Freund wieder erblicken.

So, 20.10.

Es hat die ganze Nacht in Strömen geregnet. Als wir heute jedoch unsere Köpfe aus dem Nikan strecken, wohlverstanden, es ist bereits 8 Uhr, da gückslet auch schon die Sonne durch die Wolken. Es wird wohl ein schöner Tag. Grund genug, hier eine schöne Wanderung zu unternehmen. Beim letzten Mal waren wir im Frühling da, somit wird die Landschaft ganz anders auf uns wirken. Herrlich, die Bäume sind gelb. Es ist etwas stürmisch, die Blätter wirbeln umher und kämpfen gegen den Wind, bevor sie dann endgültig auf den nassen Boden fallen. Unser Hund geniesst die fremden Gerüche, Wildschweinspuren sind überall an den Wegrändern zu sehen. Wir befinden uns auf dem oberen ewigen Weg. Wir laufen und laufen. Es tut gut, die Hektik des Alltags hinter uns zu lassen, Laufen ist enorm wichtig. Es riecht nach Wald, nach vermodertem Holz, manchmal nach Beeren, manchmal riecht es hässlich nach toten Tieren. Wir kommen zu einer gemütlichen Hütte und geniessen unser Pick-nick. Unsere Juna ist in Spiellaune und freut sich, wenn wir abwechslungsweise mit ihr eine Runde ums Haus drehen. Wir lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und entscheiden nach einiger Zeit, unsere Wanderung fortzusetzen. Wir wandern weiter auf dem ewigen Weg. Der Wind lässt nach, es wird warm. Nach 4 Stunden kommen wir bei der Schwarzmisshütte an. Wir freuen uns auf eine entspannende Siesta, entscheiden, dass wir möglichst rasch in die Eifel fahren wollen und essen dann ein feines Pastagericht. Es ist herrlich, in den Ferien zu sein.

Mo, 21.10.

Wir entscheiden uns, sofort Richtung Eifel zu fahren. Die Touren durch die Pfalz sind nicht wirklich auf uns abgestimmt. In der Nähe von Stromberg, inmitten des Soon-Waldes finden wir den Wanderparkplatz auf der Opel-Wiese. Hier wählen wir aus einem weitverzweigten Rundwanderwegnetz eine lange Wanderung aus, die uns durch schöne, bunte Laubwälder führt. Es riecht herrlich. Wildschweine haben entlang der Wege tiefe Furchen in den Waldboden geschlagen. Die Stellen riechen herrlich nach feuchter Erde. Irgendwann finden wir unseren ersten Steinpilz. Aus einem werden schliesslich fünf. Genug, um uns morgen ein herrliches Pilzrisotto zubereiten zu können. Nach 5 Stunden im Wald mit Spielen, Suchen, Herumtollen, Picknicken, Geniessen kommen wir bei Nikan an. Der Abend ist leider etwas lärmig, in der Nacht jedoch dann sehr ruhig.

Di, 22.10.

Unsere erste Wanderung unternehmen wir heute in Traisen, auf dem Rotenfels. Der Rotenfels bildet mit einer Höhe von 327 m und über 2 km Breite die höchste Steilwand nördlich der Alpen. Der Fels ist Naturschutzgebiet und bietet Platz für seltene Pflanzen und Tiere. Für Wanderer ein einzigartiges Erlebnis. Wir wählen die violette Runde und geniessen die Wanderung. Hingewiesen werden wir jedoch zweifach auf die Gefahr von Eichenprozessionsspinner. Die Raupen können Haare verlieren, die dann zu Atemnot führen können.

Die Wanderung in Dill (Ausoniusstrasse) lassen wir für unseren nächsten Besuch auf dem Hunsrück aus und fahren direkt nach Stipshausen in das Naherholungsgebiet des 741 m hohen Idarkopfes. Hier geniessen wir bei einem schönen Spaziergang die letzten Sonnenstrahlen und stellen fest, dass der Wintersportort keiner mehr ist. Der Skilift ist nämlich entfernt worden und der Parkplatz sieht aus, wie wenn hier schon lange niemand mehr geparkt hat. Wir jedoch geniessen den Abend in der Stille und sind froh darüber, dass hier kein Rummel herrscht, dass man die Wildgänse schnattern hört und den wunderschönen, klaren Sternenhimmel betrachten kann.

Mi, 23.10.

Uih, der Nebel lässt den Morgen kälter erscheinen als er ist. Wir jedoch sind frohen Mutes und fahren Richtung Bundenbach. Hier erwarten uns gleich mehrere spannende Sachen. Wir erleben die Keltensiedlung Altburg mit einer netten Führerin und wandern in der Traumschleife Hahnenbachtaltour durch herrliche Laubwälder, treffen auf Schiefer, entlang des Baches und an der Wachholderheide von Wappenroth, inspizieren grosse und kleinere Burgruinen. Auf dem Wanderweg treffen wir zuerst auf die Ruine Hellkirch (Beschreibung Föteler). Später besichtigen wir die Schmidtburg. Sie ist eine der ältesten Burgen in Deutschland. Die Errichtung fand im Jahr 926 statt. Damals wurde sie als Schutzbedürfnis errichtet, sie ist deshalb auch ziemlich in der Landschaft verborgen. Erst im Hochmittelalter wurde aus der Fliehburg ein Stützpunkt für hochadlige Familien. Die Burg wurde nach der Dhauner Fehde (1337-1342) ausgebaut und erlebte ihre Blütezeit im 14. Und 15. Jahrhundert.

Anschliessend fahren wir nach Mörschied und übernachten zum ersten Mal in diesen Ferien auf einem Campingplatz. Die Harfenmühle bietet wunderschön warme Duschen und selbstverständlich können wir bereits am Abend Croissants und Semmel fürs Zmorge bestellen. Weiter sind bereits lustige Lichterketten angezündet, so dass wir fast das Gefühl haben, wir sind in Amerika unterwegs (Tour 2013).

Do, 24.10.

Heute besichtigen wir zuerst die Burgruine Baldenau. Sie ist die einzige Wasserburg auf dem Hunsrück. Anschliessend wandern wir auf der abwechslungsreichen Traumschleife LandZeitTour. Wir haben uns heute bewusst für eine etwas kürzere Tour entschieden, allerdings sind wir heute besonders müde. Eventuell ist es, weil der Wind so stark bläst, die Sonne doch ziemlich scheint. Am Abend fahren wir dann an den Bostalsee, nichts Schönes, wirklich nicht. Auf einem praktischen, jedoch lärmigen Stellplatz übernachten wir und fahren dann am Morgen zum Keltenpark nach Otzenhausen.

Fr, 25.10. – Der Hunnenring und das Maar

Der Ringwall auf dem Dollberg ist wirklich aussergewöhnlich gross. Er gilt als grösster Ringwall Europas. Baron Em. D’Huart (1846), Ärcheologe, sagte einst: «Es ist dieser ‘Ring von Hautzenhausen’eine so gigantische Anlage, dass man sie eher für ein Werk der Titanen als ein von Menschenhand erschaffenes Werk betrachtet.»

Weshalb in Otzenhausen?

Das Baumaterial musste jedoch nur zusammengesammelt werden, es lag bereits unmittelbar am Bauplatz. Der Bauplatz lag strategisch sicher, Angreifer waren schon erschöpft, wenn sie an dem Wall angekommen sind.

Geologie

Erdgeschichtlich besteht der Hunsrück aus Schichten des Devon. Zu jener Zeit langen Teile des heutigen Mitteleuropas in einem Meeresbecken (Geosyklinalmeer). An den nördlichen Küsten, wo der heutige Hunsrück liegt, lagern sich Küstensande ab. Die locker gelagerten Sande werden durch die geologischen Epochen verändert. Durch Druck- und Temperaturveränderungen entsteht schliesslich der Taunusquarzit.

Hauptburg

Vor dem Hauptwall ist weiter ein Vorwall angelegt. Weshalb ist nicht wirklich klar. Man geht davon aus, dass in der Vorburg Vieh gehalten wurde. Es kann aber auch sein, dass man die Burg etwas verkleinert hat, um diese besser abzusichern.

Toranlage

Das Tor war 6 Meter breit und zweiflüglig, Durch eine Trennung mit einem Mittelpfosten gab es zwei 2.5 m breite Durchlässe. Der Wehrgang war wohl überdacht.

Essen und Trinken

Die Anlage hatte aufgrund des undurchlässigen Taunusquarzit eine sichere Quelle.

Getreide wie Spelzgerste, Emmer, Einkorn, Dinkel und Nacktweizen wurden wohl nicht auf dem Dollberg angepflanzt, jedoch im Umland. Weiter wurden Linsen, Erbsen, Ackerbohnen und Saatwicke angepflanzt. Auf dem Speiseplan der Bewohner standen Rinder, Schweine und Ziegen, jedoch auch Hunde und Wasservögel.

Wir sind allein unterwegs und geniessen die Einsamkeit. Wie immer an solchen Orten verweilen wir lange. Es ist einfach herrlich. Nach einer gemütlichen Siesta im Nikan ist dann auch die nachgebaute Siedlung offen, welche wir dann auch fast allein besichtigen. Nach etwas längerer Fahrt kommen wir dann in der Eifel an. Wir besichtigen unser erstes Maar, das Pulvermaar. Wir umrunden dieses bei strahlendem Sonnenschein. Welch schöner Genuss.

Sa, 26.10.

Heute wollen wir uns auf die 3-Maare-Wanderung begeben. Wir erwachen auf dem Stellplatz Holzmaar und riechen bereits heute wieder den enormen Geruch von Wildschweinen. Heute ist in dieser Gegend Treibjagd. Bereits gestern haben die Jäger überall Warnschilder aufgestellt. Jagd verunsichert uns grundsätzlich, aber diese Art ist sowieso etwas ganz eigenartig. Schliesslich kommen die Jäger in grossen Bussen daher und sogar die Feuerwehr bewacht die Landstrassen. Wir aber geniessen dann die schöne 10 km lange Wanderung, Starten tun wir am Weinfelder Maar und geniessen vom Dronketurm die herrliche Aussicht. Später kommen wir zum Gemündener Maar mit Freibad und Café und nach einem weiteren steilen Aufstieg kommen wir schliesslich bei der Weinfelder Kapelle, oberhalb des Maares, an. Die Kapelle hat harte Zeiten hinter sich. Als zu Beginn des 16. Jahrhunderts in der Eifel die Pest wütete, wanderten die Menschen aus. Die Gegend war entvölkert, die Häuser wurden als Steinbruch benutzt. Einzig die Kapelle blieb bestehen, das Dorf war weg. Immer wieder wollten die Bischöfe von Trier und später die Behörden die Kapelle abreissen. Jedoch hatten die Bevölkerung immer wieder Spenden für den Erhalt gesammelt. Bis heute begraben die Weinfelder ihre Toten auf dem Friedhof bei der Kapelle.

Wir entscheiden uns dann für einen Besuch im Nationalpark Eifel und übernachten auf dem Stellplatz «Schöne Aussicht» in Schmidt mit vielen anderen WOMOs. Es ist stark windig und ungemütlich, so dass die Schwätzchen mit anderen WoMo-Fahrern Gott sei Dank ausfallen.

So, 27.10.

Wir lassen es langsam angehen, es regnet in Strömen und es ist uns so gar nicht drum. Trotzdem versuchen wir, den Nationalpark zu erkunden, werden aber im Vogelsang IP (Ausstellungs- und Bildungsstätte) Internationaler Platz nicht wirklich warm, ganz im Gegenteil. Wir lassen den für uns nicht wirklich tollen NP hinter uns und fahren ins Lampertstal auf den Wanderparkplatz in der Nähe von Ripsdorf, bzw. Dollendorf. Hier unternehmen wir noch einen schönen Spaziergang, leider regnet es immer noch.

Mo, 28.10.

Zuerst besichtigen wir heute die Trasshöhlen in Niederzissen, Nähe Laach-See. Es wird nur eine kurze Tour, wir hoffen jedoch, dass sich trotzdem der Nebel etwas verzieht, bis wir unseren Startpunkt «Wanderparkplatz Sauerbrunnen» für den Traumpfad Heidehimmel in Volkesfeld erreichen. Und siehe da. Die Sonne scheint, als wir uns auf die fast 10 km schöne Tour durch die urwüchsige Waberner Heide begeben. Am Abend übernachten wir in der Nähe der Autobahn auf dem einzig offenen Campingplatz Siesta. Der Platz ist einfach, aber für uns zweckmässig. Die Duschen sind saumässig alt und kalt, aber dafür ist es im Nikan umso wärmer. Das Essen ist auch entsprechend luxuriös.

Di, 29.10.

Zuerst kaufen wir endlich mal ein. Rewe XL sei Dank. So können wir getrost in die Wälder von Boos fahren. Der schöne Doppelmaar-Traumpfad erwartet uns mit all seinen Höhepunkten wie der Booser Eifelturm und die Lava-Bombe. Wir suchen im Nitzbachtal noch einmal schöne Steinpilze. Leider ohne Erfolg. Nach vier Stunden an der Kälte kommen wir ziemlich müde im Nikan an und essen gleich etwas. Wir übernachten auf dem Wanderparkplatz Doppel-Maar in Boos.

Mi, 30.10.

Heute wollen wir noch die Traumschleife «Ehrbachklamm» erleben. Vom Wanderparkplatz «Oppenhausen» (nicht geeignet für die Übernachtung) wandern wir los. Juna ist nach wie vor ziemlich schlapp und müde. Sie ist dauernd in unserer Nähe und wir deuten es als Reisemüdigkeit. Sie schläft und träumt nämlich sehr, sehr viel. Auch wir sind etwas müde. Unser heutiges Motto ist folgendes «aus Wanderlust wird Wanderfrust». Als wir dann noch sehen, an welchen Felswänden wir entlang wandern müssen, ist unsere Stimmung auf dem Nullpunkt. Wir wollen nichts riskieren und kehren schliesslich nach einem Drittel der Wanderung um. Nach einem Zvieri fahren wir auf die Salzlackwiese in Dörrebach, ziemlich in der Nähe der Opelwiese. Nach einer ausgiebigen Spielrunde wärmen wir uns genüsslich bei einem Glas Wein auf. In der Nacht muss Juna dringend raus. Die arme, kleine Hündin hat grauenhaft Durchfall. Nun wissen sie, weshalb sie so müde und schlapp war.

Do, 31.10.

Wir beschliessen, nach einem ausgiebigen Spaziergang im Soon-Wald nach Hause zu fahren. Vom Walderlebnis-Zentrum wandern wir los und laufen auf dem Steinfels-Rundweg. Und siehe da: Unser Pilzfieber ist erneut ausgebrochen und wir finden wunderschöne Steinpilze. Es hat sich wirklich gelohnt, noch einmal Ausschau zu halten. Die Heimfahrt gestaltet sich, trotz einigen Umleitungen, bis zur Schweizer Grenze als einfach. Es hat keine Staus und auch nicht so viel Verkehr. Erst nach der Grenze wird es eng und voll. Einmal mehr merken wir, dass unser Land aus allen Nähten platzt.

Fazit: Die Eifel ist ein herrliches Wandergebiet. Auch die Wälder sind einfach wunderbar und erholsam. Wenn die Sonne scheint, kann man auch zu dieser Jahreszeit gut reisen. Einzig haben bereits viele Campingplätze geschlossen. Wir waren lediglich zwei Nächte auf einem Campingplatz, die restlichen Nächte haben wir auf einem Stellplatz oder einem Wanderparkplatz verbracht. Die Nächte waren bereits richtig kalt.

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