Öland-Tour - 17.08.18 - 09.09.18
Freitag, 17.08.18
Heute fahren wir Richtung Södra Udde. Zuerst halten wir kurz
bei Seby und schauen uns den grössten Runenstein Ölands an. Anschliessend
fahren wir zur rekonstruierten Fluchtburg Eketorp. Hier ist noch nichts offen.
Wir sind sehr früh dran. Trotzdem besichtigen wir das Innere der Burg, das Tor
steht nämlich offen, da ein Angestellter die Ställe ausmistet. Am südlichsten
Punkt der gurkenförmigen Insel stauen wir über die vielen Ornithologen und
Fotografen, die die riesigen Vogelscharen beobachten. Jeder hat so seine
Lieblingsbeschäftigungen. Wieder nordwärts besichtigen wir schliesslich das
riesige Grabfeld von Gettlinge. Dieses Mal lassen wir Juna im Auto, wir finden,
dass das Aussteigen im 5-Minuten-Takt etwas zu viel für unseren Vierbeiner ist.
Sie schaut uns jedoch so traurig nach, herzzerreissend. Wir
entscheiden, dass wir den nördlichen Teil der Insel zu einem späteren Zeitpunkt
besichtigen wollen. Es ist heiss und die Insel ist zwar öd und schön, aber für
unseren Geschmack halt einfach zu wenig wild und viel zu überlaufen.
Wahrscheinlich sähe es zu einer anderen Jahreszeit ganz anders aus. Könnte auch
sein, dass es uns dann auf Öland ganz gut gefallen würde. Wir entscheiden,
wieder aufs Festland zu fahren. In Påskallavik finden wir den tollen
Naturcamping Nötö. Juna geniesst trotz Hundeverbot am Badeplatz ein kurzes Bad,
bevor wir dann müde in unsere Betten fallen.
Gut, dass sie den Vierbeiner an der Leine haben, so dass
nichts Schlimmes passiert ist. Nach einer gemütlichen und sehr langen Siesta
unternehmen wir noch einen Spaziergang in die tiefen Wälder. Unterwegs treffen
wir auf einen fiesen Hochsitz eines Jägers. Dieser lockt Wild mit faulen Äpfeln
und Teer an den Bäumen in die Nähe der Todesfalle. Ja, der Mensch ist einfach
ein böses und hinterhältiges Lebewesen.
Wir starten unsere Reise gemütlich. Zuerst unternehmen wir
mit unserem Vierbeiner einen wunderbaren Spaziergang in Linden, bevor wir den
Motor unseres vierrädrigen Freundes starten und Richtung Frankfurt lostuckern.
Glücklicherweise geraten wir praktisch nirgends in einen grösseren Stau. Wir
finden den gewählten Übernachtungsplatz in Ober Mörlen Winterstein auf Anhieb.
Dort unternehmen wir einen schönen Waldspaziergang,
bevor wir hundemüde in unsere Betten plumpsen.
Samstag, 18.08.18
Auch heute wird es relativ spät, bis wir endlich losfahren.
Natürlich fällt der Morgenspaziergang etwas lang aus. Die Aussicht vom
Turm ist hervorragend, das Wetter auch, es ist jedoch bereits um 10 Uhr sommerlich warm. Ungefähr auf Höhe Hannover beginnt auf der Strasse ein
ermüdendes Stopp und Go – Fahren. Ca. um 17 Uhr kommen wir beim Vogelpark in
der Nähe von Travemünde an. Dort laufen wir den klassischen Loop um den
Vogelpark, welchen wir bereits beim letzten Mal mit Juna gelaufen sind. Dieses
Mal verlaufen wir uns jedoch nicht, so dass wir bloss 1 ½ Stunden unterwegs
sind. Ca. um 20 Uhr fahren wir zum Hafen und können wunderbar einchecken. So
fahren wir mit unserem Nikan in den Bauch von Peter Pan. Mit
Sack und Pack
finden wir unser traumhaftes Hotelzimmer auf Deck 9. Erschöpft warten wir, bis
das Schiff um 22 Uhr endlich ausläuft. Als der Motor jedoch um 22 Uhr 30 immer
noch nicht läuft, checken wir kurz die Abfahrtszeiten und stellen fest, dass
TT-Line bei nicht vollständiger Belegung das Schiff mit Abfahrzeit 22 Uhr
und dieses um 01.00 Uhr zusammenlegt. So laufen wir schliesslich um 01.00 Uhr aus.
Bereits im Halbschlaf stellen wir erfreut fest, dass wir das Auslaufen dieses
Mal nicht verpassen. Wir setzen uns ans Bugfenster und geniessen die Fahrt durch
den Kanal ins offene Meer.
Sonntag, 19.08.18
Juna berichtet: Conny klebt bereits wieder am Bugfenster.
Sie findet das Meer einfach grossartig. Ihr liebster Spruch ist «Meer geht
immer». Sie kann sich
kaum satt sehen. So geselle ich mich doch kurz mal zu ihr
und überprüfe, ob es wirklich so toll ist. Ich sehe einfach bloss Wasser. Natürlich bin ich halt einfach wieder etwas aufgeregt. Gestern wollten doch meine Leute
tatsächlich wieder, dass ich in diese doofe, stinkende Kiste mit Birkenstamm
pinkle. Also, dafür bin ich einfach zu stolz. Ich gehe mal davon aus, dass wir
das schwankende Ungeheuer bald verlassen werden. Die Nacht war jedoch
kuschelig, einmal durfte ich bei Tom schlafen und später hüpfte ich bei Conny
ins Bett. Nachdem meine Leute ihren Kaffee intus haben, ertönt die Ansage, dass
wir nun zurück zu Nikan können. Freudig hüpfe ich auf mein liebstes Plätzli und
wir fahren durch das stinkende Hafengelände. Beim Supermarkt gehen meine Leute
mit mir eine Runde spazieren. Endlich kann ich mein Geschäft im Grünen
erledigen, ganz in meinem Sinn. Ich stelle fest, dass es überall neue, für mich
interessante Gerüche gibt, meine Leute sind jedoch nicht derselben Meinung.
Conny: «Meer geht gar nicht».
Nachdem wir eingekauft haben, fahren wir an den südlichsten
Punkt von Schweden. Der Strand ist grausam, ich finde überall tote Vögel und
andere grauenhafte, stinkende Sachen. Die nächste Sehenswürdigkeit ist Ales
Stenar.
Die 58 Steine stammen aus der Wikingerzeit. Auf der Anhöhe wurde einst
der Wikingerfürst Ales begraben. Das nächste Ausflugsziel ist das Kunga Graven
(Königsgrab). Leider ist das Tor bereits geschlossen, wir können das Grab nur
von aussen besichtigen. Wir bleiben gleich in Kivik und übernachten auf dem
Campingplatz, welcher sicher nicht seinen Preis wert ist. Am Abend unternehmen
wir jedoch einen tollen Strandspaziergang und ich plantsche begeistert im
Salzwasser herum.
Es ist so unglaublich toll. Das Wasser riecht nach
Salz und der Sand fühlt sich zwischen einen Pfoten grossartig an. Ich muss
gleich eine Extrarunde einlegen und meinen Leuten zeigen, dass ich es hier
super schön finde. Ich bin anschliessend so k.o., dass ich bloss noch schlafen
will. Gut, haben mir meine Leute mein kuschliges Plätzli parat gemacht.
Montag, 20.08.18
Heute besuchen wir erst einmal den Nationalpark Stenshuvud.
Dort unternehmen wir eine tolle Wanderung an den Strand und anschliessend durch
eine uralte Baumschule mit verschiedensten Bäumen aus der Zeit um die Jahrhundertwende
(19. Jahrhundert). Nachdem wir auf dem Aussichtspunkt in einen kurzen
Regenschauer geraten, scheint kurz darauf gleich wieder die
Sonne. Der
Wind bläst so stark, dass unsere Kleider binnen Minuten wieder trocken sind.
Toll, dieses ungestüme Wetter. Wir beschliessen, weiter nach Gö zu fahren,
stellen dort aber fest, dass wir nicht übernachten können. Nach einer kurzen
Mittagspause und einer Spielrunde mit Juna fahren wir Richtung Öland. Bereits
bei der Autobahnausfahrt in Kalmar stehen wir im Stau und bleiben dort auch
über eine Stunde. Schliesslich finden wir jedoch einen traumhaften Stellplatz
bei Sandby Borg am Meer und geniessen den Sonnenuntergang und den stürmischen
Wind.
Dienstag, 21.08.18
Mittwoch, 22.08.18
Auf Nebenstrassen fahren wir heute in den Norra Kvill
Nationalpark, wir suchen dort direkt unseren Spezialplatz etwas weiter als der
Parkplatz auf, letzterer ist nämlich schon zum Bersten voll. Natürlich bleiben
wir hier. Von hier aus unternehmen wir die schöne Wanderung über Stock und
Stein zum Idhöjden und kommen dann an den Lilla Idgölen, einem moorigen See
mitten im Wald. Tatsächlich schicken zwei schlaue Deutsche ihren Rottweiler ins
Wasser und sind dann doch etwas erschrocken darüber, wie schnell der Hund im
Wasser versinkt.
Donnerstag, 23.08.18
Unser heutiges Ziel ist eigentlich der Sommen See. Leider
sind entweder die Zugänge zum See als privat gekennzeichnet oder aber an den
Badeplätzen sind Hunde nicht erlaubt. Etwas enttäuscht fahren wir weiter in den
Tiveden Nationalpark. Dort unternehmen wir eine traumhafte Wanderung
Am Abend finden wir einen schönen Campingplatz mit einem
traumhaften Sandstrand. Wir dürfen direkt an den See fahren und dort
übernachten. Herrlich. Juna geniesst das Schwimmen und das Herumtollen im Sand
und fällt natürlich todmüde auf ihren Schlafplatz.
Freitag, 24.08.18
In der Nacht hat es etwas geregnet, wir fahren zuerst nach
Degersfors in das Sveafallen Naturreservat und besichtigen die schönen
Gletschermühlen. Anschliessend kaufen wir in Karlskoga ein und fahren in den
Garphyttan Nationalpark. Nachdem ein deutscher Hippybus auf den Platz fährt,
ist es aus mit der Ruhe. Es kommt dann noch ein zweiter Bus, der unmittelbar
hinter uns parkiert. Ein Wunder, dass wir überhaupt noch aussteigen können. Von
Diskretion haben die Deutschen wohl einfach keinen blassen Schimmer 😉. Wir wandern am Abend, als der Regen
aufhört, noch einen Trail mit Namen Torpstigen (sozusagen der Dörflichehr).
Samstag, 25.08.18
Am Morgen scheint wieder die Sonne. Wir fahren nur einige
Kilometer nach Ånnaboda. Die hügelige Waldlandschaft der Kilsberge weist eine
eigentümliche Mischung aus urwüchsigen Wäldern, alten Kulturlandschaften und
Wintersportgebieten auf und wurde deshalb zum Ekopark erhoben. Darüber hinaus
wird die Waldlandschaft vom Berglagsleden durchquert. Der Fernwanderweg mit 17
Etappen beginnt im Tiveden Nationalpark und führt bis nach Kloten, in der Nähe
von Örebro. Wir entscheiden uns für eine 4 stündige Wanderung, die dann
allerdings etwas länger dauert, da wir zuerst noch eine Zusatzschlaufe laufen,
irrtümlicherweise. Nachdem wir erst um 17 Uhr unseren Nikan erblicken,
beschliessen wir, vom Tagesparkplatz bloss auf den wunderbaren Campingplatz zu
rollen. Mit müden Beinen purzeln wir schon früh in unsere Betten.
Sonntag, 26.08.18
Juna erzählt: Ich wandere und wandere. Meine Pfoten sind
bereits etwas wundgelaufen. Meine Leute loben mich, dass ich ein toller
Wanderhund bin. Naja, mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Trotzdem geniesse
ich die neuen Düfte und natürlich meine geliebten Heidelbeeren, von denen ich
nie genug kriegen kann. Gestern haben meine Zwei doch tatsächlich die hohen
Wanderschuhe angezogen. Da wusste ich genau, was auf mich zukommen würde.
Deshalb habe ich nur am Anfang zum Spielen aufgefordert. Hoffentlich wird es heute
ruhiger. Allerdings geht’s nun bereits wieder los mit einem «Kurztrail», so
nennen das meine Leute. Der Trail geht um den ganzen See, ein
«Sonntagspaziergang» für die Schweden. Naja, er ist asphaltiert, so gar nicht
mein Ding. Ausserdem muss ich an der Leine laufen, das finde ich nicht sehr
befreiend. Nach dieser Runde kann ich noch mehrmals einem Tannzapfen nachjagen,
dann darf ich endlich wieder schlafen. Und dieses Mal sehr, sehr lange. Wir
fahren richtig weit. Über Hammarn und Hagfors geht’s kreuz und quer, aber immer
etwas nordwärts. In Sundsjön machen wir eine gemütliche Ess- und Pinkelpause
mit einer schönen Spielrunde. Allerdings kann ich mich dann wieder
zusammenrollen und gemütlich von meinen Abenteuern träumen. Als wir nach einer
etwas ruppigen Gravelroad beim Fänstjärnskogen Naturreservat ankommen, habe ich
vor lauter Freude einen richtigen Aussetzer und flitze mit einem Ast um Nikan
herum. Hier ist es soooooo schön und sooooo einsam. Meine Leute sind jedoch
etwas nervös, als ich dann die verschiedenen unbekannten Spuren rieche. Da ist
was Grosses unterwegs, so etwas wie heute Morgen, da haben sie ganz freudig
gesagt, dass es sich um einen Elchen handelt. Jetzt sind sie nicht mehr ganz so
freudig. Ich pfote jedoch freudig der Strasse entlang und freue mich über die
neuen Düfte. Am See muss ich dann ganz leise sein, meine Leute hoffen doch,
einen Elchen in der Ferne zu erspähen. Leider ist keiner sichtbar, ich rieche
jedoch klar und deutlich, dass dieser Freund ab und zu hier vorbeimarschiert.
Montag, 27.08.18
Und weil ich nun auch endlich zu Wort kommen will, erzähle
ich gleich weiter.
Am Morgen machen wir bloss eine kurze Pinkelrunde. Plötzlich
kommt uns ein Freund entgegen. Meine Chefin ist jedoch nicht sonderlich
begeistert, denn von einem Herrchen ist weit und breit nichts zu sehen. Auch
mein Artgenosse kehrt sofort um, als er uns erblickt. Komisch. Ich wollte doch
kurz «Hallo» sagen. Weiter geht es ins Skigebiet Sälen, südlichstes Gebirge von
Schweden. Mir schwant Böses. Tatsächlich: Meine Leute schnüren bereits erneut
die hohen Wanderschuhe. Gut, dass ich vorher noch etwas Wurst bekomme. Startpunkt
der Wanderung beginnt beim Högfjälls Hotell in Köarskär. Hier beginnt auch der
südliche Kungsleden. Wir pfoten bis zum höchsten Punkt der Wanderung auf 902 m.
Hier oben pfeift der Wind richtig ordentlich um meine Ohren. Nachdem das Wetter
plötzlich ziemlich schnell schlechter wird, kürzen wir die Wanderung etwas ab
und kommen schliesslich nach vier Stunden wieder bei meinem geliebten Nikan an.
Hier werde ich ganz ordentlich für meine Leistung gelobt. Ich bin immer brav
hinter Tom oder Conny nachgezottelt und nicht wie üblich an vorderster Front.
Ausserdem habe ich immer auf Conny gewartet, manchmal ist sie ein richtigstes
Lama. Aber ich konnte sie doch nicht im Stich lassen. Von ihr kriege ich aber
deswegen auch ganz schöne Wurstscheiben. Freudig lasse ich mich dann auf meinen
Mitfahrersitz plumpsen und schlafe sofort ein. Auf dem Campingplatz in
Tandådalen habe ich wieder etwas Mühe, mich zu entspannen. Aber oh Freude, wir
bleiben hier, sagen meine Leute. Ich schlafe schliesslich ein und träume von
Wurst, Heidelbeeren, grossen Tieren, Wind und von einem schönen Fangmich-Spiel
mit Tom.
Dienstag, 28.08.18
Heute machen wir einen Abstecher über Norwegen. Über Elverum
fahren wir schliesslich in das Naturreservat Myrmoen Friluftstivsområde. Wir
laufen dort auf dem Fluesnapperen Trail. Es ist etwas wärmer als gestern. Wir
fahren wieder über die Grenze nach Charlottenberg. Tom verirrt sich im riesigen
Einkaufszentrum und kommt erst nach längerer Zeit wieder zurück. Anschliessend
fahren wir nach Glava und finden in Lennungshammar den tollen Platz (Nr. 41)
auf dem Glaskogen Campingplatz. Blick direkt auf den See. Kanadische Plätze,
leider kein Holz. Es regnet jedoch am Abend und somit erübrigt sich das Thema.
Wir geniessen zu später Stunde das Wolfsgeheule.
Mittwoch, 29.08.18
Heute unternehmen wir eine grössere Wanderung. Zuerst
wandern wir ein kurzes Stück am Stora Gla entlang, laufen über Hedene in den
tiefen und feuchten Wald und kommen schliesslich wieder zurück auf den
Campingplatz. Dort geniessen wir die Zeit mit Lesen und Kreuzworträtseln.
Erneut hören wir in der Nacht die Wölfe heulen.
Donnerstag, 30.08.18
Am Morgen lassen wir es gemütlich angehen. Über eine ruppige
Gravelroad kommen wir in Dammarna an. Hier ist nichts los. Die Kanuten sind
alle schon weg und wir sind alleine da. Wir unternehmen von hier aus eine
Wanderung über Stock und Stein. Nach einem Snack fahren wir über eine noch holperige
Strasse nach Årjäng. Tatsächlich kommt uns aber noch hier ein mutiger Holländer
entgegen. Als er jedoch unser Fahrzeug sieht, ist er doch etwas ängstlicher
geworden. Wir wissen nicht, ob er schliesslich sein Fahrzeug gewendet hat. In
Ed kaufen wir noch einige Lebensmittel ein, bevor wir in den Tresticklans
Nationalpark fahren. Wir unternehmen nur noch einen kurzen Spaziergang und
ruhen uns dann ordentlich aus.
Freitag, 31.08.18
Heute Morgen ist es trist und grau. Ausserdem windet es
ziemlich stark. Wir wandern über den einzigen Rundwanderweg. Es nieselt immer
wieder ungemütlich, trotzdem ist der Rundweg toll. Vor allem der zweite Teil am
See entlang. Weiter geht unsere Tour in das Kynnefjäll Naturreservat. Auf dem
Parkplatz stellen drei Deutsche ihre Fahrräder ab und laufen die gleiche Tour,
die wir für morgen geplant haben. Nach ungefähr 2 ½ Stunden kommen sie, beladen
mit Pilzen, zurück und können das Schloss nicht mehr aufkriegen. Gut, dass Tom
seinen Profi-Werkzeugkoffer dabeihat. Wie immer hilfsbereit befreit er die
Fahrräder aus ihrer Misere.
Samstag, 01.09.18
Nach einem gemütlichen Start in den Tag wandern wir auf dem
geplanten Weg, teilweise auf dem Bohusleden, Richtung Vaktarekullen und freuen
uns für alle
Trekkingfreunde über die tolle Hütte im Wald. Nach einer etwas
anstrengenden Tour, es ist wieder heiss geworden, kommen wir schliesslich bei
Nikan an. Gut, dass Tom so gut Kartenlesen kann. Ich habe keinen Plan, wo wir
genau sind. Tom meint, dass ich diesen letzten Satz im Zwischenspeicher ablegen
soll. Es geht ja jeden Tag so. Wenigstens konnten wir einem Trekker noch einen
Löffel spendieren. Der Schwede ist einige Tage unterwegs in der Wildnis und hat
seinen Löffel vergessen, um das «Trek and Eat-Futter» zu essen. Über den
kürzesten Weg fahren wir auf den Halleberg in der Hoffnung, endlich einen
Elchen vor die Linse zu bekommen. Also, hier muss es nun endlich klappen. Die
füttern hier die Tiere mit Äpfeln. Wenn wir heute keinen Elchen sehen, reisen
wir nicht mehr nach Schweden.
Sonntag, 02.09.18
Wir reisen doch weiterhin nach Schweden, denn wir haben
gestern kurz einen Elch gesehen. Allerdings so spät, dass wir kein Foto machen
konnten. Natürlich sind wir heute ganz früh unterwegs in der Hoffnung, das Tier
erneut zu sehen. Aber nichts da. Wir sind recht früh unterwegs und fahren heute
Richtung Süden. Der im Routenbuch empfohlene Campingplatz «Flaten badet» am
Flatensee erweist sich zwar landschaftlich als tipptopp, wir stehen schön am
See, jedoch sind die sanitären Anlagen ziemlich in die Jahre gekommen. Am Abend
duschen wir beide mehr oder minder kalt. Aber was soll’s. Dafür ist die Chefin
sehr hundeliebend. 😊
Montag, 03.09.18
Heute besuchen wir den Store Mosse Nationalpark. Er ist
Südschwedens grösstes und schönstes Hochmoorgebiet, ein Traum für alle
Ornithologen. Wir sehen tatsächlich einige Vögel, da wir uns dafür aber zu
wenig interessieren, verweilen wir auch nicht allzu lange im Park. Lieber
besichtigen wir noch die schöne Kirche in Kävsjö, die zwischen 1725 und 1775
gebaut wurde. Nach diesem Abstecher fahren wir auf direktem Weg nach Växjö. Hier
kaufen wir noch einmal ordentlich ein, bevor wir nun für einige Tage auf dem
Vildmarkscamping Hätteboda Ferien machen. Unsere Favoritenplätze sind alle frei
und so wählen wir einen tollen Standort aus, damit wir auch von dort unser Kanu
direkt ins Wasser gleiten lassen können. Weiter hat der Platz den Vorteil, dass
links und rechts davon viele Sträuche sind. So ergibt sich eine tolle Ecke,
damit Juna klar weiss, bis wohin unsere Grenze ist. Am Abend sind da noch
einige übermütige, junge Schweden. Dies ist auch der Grund, weshalb Jens, ein
Deutscher mit Hund, sein Zelt Hals über Kopf ins Auto verfrachtet und ins Moose
Camp zieht. Der Platzwart teilt uns jedoch am nächsten Tag mit, dass er die
Jungs darauf aufmerksam gemacht hat, dass es sich hier um einen
Naturcampingplatz handelt. Die haben doch tatsächlich an ein Boot einen Motor
gehängt. So was wird hier absolut nicht toleriert.
Dienstag, 04.09.18 bis Donnerstag, 6.9.18
Chillen und Grillen, das ist unser Motto für die kommenden
Tage. Wir geniessen es sehr. Mit dem Wetter haben wir ausserordentlich Glück
und auch mit unserem Platz. Seit nämlich Jens von dannen gezogen ist, sind wir
komplett alleine auf den Channel Islands. Einzig ein Norweger hat sich irgendwo
auf einen einsamen Platz verzogen. Gesehen haben wir den jedoch ganze vier Tage
nie. Der
Wasserstand ist relativ gering und so können wir zwar mit dem Kanu auf
dem Arasjön herumpaddeln, müssen jedoch immer durch den Kanal und durch den
Outback Harbour fahren. In der Pike Bay ist eindeutig zu wenig Wasser, auch der
Wasserstand, um auf den Gårdsjön zu gelangen, ist zu niedrig. Juna schläft
jeweils im Kanu ein, geniesst das Schaukeln und Plätschern, trotzdem schaut sie
ab und zu über den Bootsrand, um ja nichts zu verpassen. Am Abend machen wir
schöne Feuer und grillieren mit dem Grill, den Tom in einem Bau- und
Gartencenter in Växjö für 9.90 Schwedische Kronen ergattert hat. Natürlich
kommen auch Spaziergänge, Spielsequenzen und Training nicht zu kurz. Juna
geniesst das süsse Nichtstun. Tom hat jedoch eher Stress. Nebst Holz hacken
holt er auch immer frisches Wasser. Ich darf jedoch auch ohne schlechten
Gewissens sagen, dass es ihm wohl ohne diese Aufgaben langweilig wäre.
Freitag, 07.09.18
Heute ist unser letzter Tag auf dem Vildmarkscamping. Gut,
dass wir bis am Abend bleiben dürfen. Nachdem wir Kanu, Tisch, Stühle und Tarp
im Nikan verstaut haben, kommt ein heftiges Gewitter. Super, alles in letzter
Minute. Tom ist einfach ein Held. Knapp eine Stunde noch, dann fahren wir los
Richtung Trelleborg. Um 22 Uhr fährt unsere Fähre Nils Holgersohn. Wir freuen
uns auf eine gemütliche Nacht auf der Fähre. Unsere Ferien sind nämlich erst am
Montagmorgen, um 6.00 Uhr zu Ende, wie Tom immer zu pflegen sagt.
Nach ca. 2 ½ Stunden kommen wir pünktlich, bzw. noch etwas
zu früh am Hafen an. Juhui, wir freuen uns auf die Fahrt. Es ist herrlich, am
Abend aus dem Hafen aufs offene und dunkle Meer hinaus zu fahren. Wir geniessen
noch etwas Rotwein und schlafen bald in unseren Kajütenbetten tief und fest.
Samstag, 08.09.18
Die Fähre legt pünktlich in Travemünde an. Wir unternehmen
mit Juna den obligaten Spaziergang im Vogelpark, bevor wir um 8.45 Uhr in
Richtung Süden losfahren. Nach diversem Stop-and-go-Vekehr läuft plötzlich gar
nichts mehr. In der Nähe von Göttingen ist die ganze A7 aufgrund eines
Brückenabrisses komplett gesperrt. Nach 8 1/ 2 Stunden und bloss 300 km weiter
fahren wir entnervt von der Autobahn und übernachten im Fuldatal auf einem
Wanderparkplatz (Freizeit- und Erholungspark Termenei). Natürlich
unternehmen
wir mit Juna einen erholsamen Spaziergang und geniessen die letzten
Sonnenstrahlen.
Sonntag, 09.09.18
Tom will früh los. Tatsächlich fahren wir um 6.30 Uhr los.
Es ist noch fast dunkel, aber er will nichts riskieren und ich nach dem
gestrigen Desaster auch nicht mehr. Vor uns liegt die leere Fahrbahn. Nur wir,
der Asphalt und der Duft von Diesel. Ohne Verzögerungen fahren wir durch
Frankfurt. Von da an geht alles schnell. Plötzlich sind wir zuhause. Juna
geniesst die warmen Sonnenstrahlen und wir ein kühles Bier. Es ist sehr heiss in der Schweiz,
Fazit: Unsere nächste Reise durch Schweden werden wir noch
individueller planen müssen. Die Übernachtungsplätze werden wir gezielter noch
einsamer aussuchen und die Fahrbahnen dürfen ruhig über mehrere Tage hinweg
ruppig und staubig sein. Zuerst aber widmen wir uns unserem neuen Projekt (dazu
zu gegebener Zeit mehr).









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