Zu Fuss durchs Freiamt - 10.5. - 13.5.2018

Unsere Trekkingsaison startet mit etwas Verspätung. Das Wetter hat bis jetzt nicht so gut mitgespielt, aber auch für den Auffahrtsdonnerstag sind die Prognosen nicht sehr rosig. Tom hat eine interessante Route durch das Freiamt zusammengestellt. Teils wollen wir auf dem offiziellen Freiämterweg laufen. Mit Toms perfekten Kartenlesekünste werden wir die Route etwas abändern, um uns diverse Höhendifferenzen zu ersparen.
In Lenzburg angekommen, regnet es zwar, aber doch nicht genug, um die Regenkleider anzuziehen. Doch bereits kurz, nachdem wir die Stadt hinter uns lassen, giesst es wie aus Kübeln. Nach ungefähr 1 Stunde kommen wir zur ersten Sehenswürdigkeit, den Fünfweier. Es regnet so stark, dass wir nicht einmal unsere elektronischen Geräte aus den wasserdichten Hüllen nehmen mögen. Also, keine Fotos. Den in der Nähe stehende Esterliturm sparen wir uns für einen weiteren Besuch auf. Einen Unterstand für eine Rast finden wir erst nach gut 2 ½ Stunden. Es ist etwas ungemütlich, der Wind hat eingesetzt, es wird relativ frisch. Es folgt ein weiterer Anstieg bis zu einer besetzten Waldhütte. Wir dürfen unsere Wassersäcke auffüllen, plaudern etwas, die Würste lehnen wir dankend ab. Etwas weiter unten stossen wir auf die Quelle Tittistein und auf ein Jägerhaus. Wir befinden dieses jedoch als zu privat und suchen noch weiter nach einer Übernachtungsstelle. Auch ein unbewohntes Haus am Waldrand mit Feuerstelle, geradem Platz fürs Zelt und grandioser Aussicht auf den Hallwilersee lassen wir links liegen und finden eine gerade Stelle im Wald, wo wir unser Zelt aufschlagen. Inzwischen ist es bereits 17.30 Uhr und bald darauf essen wir unser Menü. Wir sind jedoch so müde, dass wir nur noch eine kleine Runde mit Juna machen. Um 21 Uhr sind wir in unseren Schlafsäcken und schlafen bald auch schon ein. Mitten in der Nacht erwache ich aufgrund des Klopfens von Junas Rute. Ein nachtaktives Tier streunt um unser Zelt. Es ist sonst ganz still. Kein Geräusch ist zu hören, nur das Tier. Bald schon fallen mir wieder die Augen zu. Er ist kurz vor dem ersten Vogelgezwitscher als ich wieder wach werde und mir die Frage stelle, weshalb gerade dieser Vogel als erster so pfeift und einen neuen Tag ankündet. Es ist wärmer an diesem Morgen, gut so. Es riecht auch anders, nicht mehr so feucht und nass. Irgendein Strauch riecht herrlich. Juna ist ganz aufgeregt und will ununterbrochen spielen. Wir nicht, wir wollen Kaffee. Doch später gibt es einige Spielrunden. Es ist herrlich, bei solchem Wetter zu laufen. Nach 1 ½ Stunden kommen wir zum Schloss Hilfikon. Wir verzichten auf die Führung, die nette Burgherrin hätte sicher verhindert, dass wir an diesem Tag noch weitergewandert wären. Nach einem weiteren Anstieg über offenes Gelände sind wir froh, wieder in den Wald zu gelangen. Es ist nun doch wieder etwas warm geworden. Nach einer halben Stunde kommen wir zu den Frühzeitlichen Hügelgräber. Wir nehmen uns genügend Zeit, um diese zu besuchen. Tom und Juna lassen mich bei einer Waldhütte zurück und kommen nach einiger Zeit zurück mit der Nachricht, dass sie beim errastischen
Stein einen großartigen Platz gefunden haben. Dort bleiben wir eine Weile. Tom erkundet die Gegend weiter. Schliesslich packen wir noch einmal alles zusammen und wandern zu einem geraden Platz an einem Waldrand vom Zigi-Hölzli-Wald. Nun ist Siesta angesagt. Ach nein, Tom und Juna gehen noch mal zum Bach, Tom um Wasser zu pumpen und Juna, wie könnte es anderes sein, fürs Bädele. Vorher hat Tom bereits viele Sachen zum Trocknen aufgehängt.
Die Nacht ist still und gleichzeitig hört man so viele Tiergeräusche, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben. Am Morgen dann wieder die Vögel, herrlich. Auch die Sonne scheint auf das Zeltdach. Es ist schon richtig warm, als wir nach einem gemütlichen Frühstück loslaufen. Wir haben wieder 10 Stunden geschlafen. Übernachten im Zelt bekommt uns richtig gut. Zuerst besichtigen wir die Römervilla. Ein unglaublich grosser Bau muss hier einst gestanden haben. Die Bodenheizung war gut durchdacht. Durch den Zinggenwald kommen wir dann auf offenes Gelände und stellen fest, dass es bereits ordentlich warm ist. Wir durchqueren Oberniesenberg und gelangen schliesslich zu den idyllischen Weihern. Nach einer kurzen Pause laufen wir weiter und gönnen unserem Vierpföteler ein schönes und langes Bad im Forstbach, bevor es dann stetig aufwärts geht. Die Strecke über die Bergmatte ist heiss. Gut, dass wir bald den Wissenbach erreichen, wo Juna, wie kann es anders sein, erneut ins Wasser springt. Wir hören immer wieder die Flugzeuge vom Flugplatz Buttwil starten und landen, das Plätschern des Wassers gefällt uns jedoch viel besser. Entlang des Wissenbachs geht es erneut stetig bergauf, bis wir an einen schönen Übernachtungsplatz mit Brunnen und Bach, welch Luxus, gelangen. Tom will jedoch noch etwas weiter. Bei der Mandlihütte wollen wir eigentlich bleiben. Der Vorplatz der Hütte ist gerade und einladend. Wir bleiben vorerst hier. Tom erkundet jedoch auch heute noch einmal die Gegend und holt Wasser am ersten Platz. Als er zurückkommt, schwärmt er von Sonnenlicht, welches durch das Blätterdach scheinen soll. Wir entscheiden uns, den kurzen Weg zurückzugehen und bereuen diesen Entscheid nicht. Es sieht nun zwar etwas nach Regen aus, das Wetter hält sich gut. Zum Znacht gönnt
sich Tom ein Griessbrei, ich hingegen bereite mir ein Soja-Risotto mit frischem Bärlauch zu. Herrlich. Es ist schon dunkel, als wir endlich in unsere Schlafsäcke kriechen. Wir schlafen jedoch auch in dieser Nacht sehr, sehr lange. Es hat etwas gewindet, geregnet hat es jedoch nicht. Wir freuen uns auf ein ausgiebiges Frühstück mit jeweils zwei Tassen Kaffee. Nachdem wir in aller Seelenruhe unsere sieben Sachen gepackt haben, machen wir uns auf den Weg Richtung Muri. Von dort treten wir unsere Heimreise an. Herrliche Tage in der Natur. Auf dem Freiämterweg wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt weiter wandern. Eine schöne Gegend mit netten Menschen. Danke Tom für die großartige Route und deine super Organisation. Es war wie immer perfekt.

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