Unbekannter Kanton Schaffhausen - 25.5.-28.5.2017
Schaffhausen kommen wir schliesslich in Herblingen an. Nur wir steigen aus. Ein Geisterbahnhof. Irgendwie im Nirgendwo. Das Dorf macht dann doch einen gemütlichen Anschein und bereits kurz hinter dem letzten Quartier sind wir im Herblingertal, einem tollen Naturschutzgebiet. Einst ein schmales, aber flaches Hochmoor, wurde es in den 90iger Jahren renaturiert und sogar ins Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung aufgenommen. Unterwegs Richtung Lohn kommen wir immer wieder an herrlichen Ferienhäusern vorbei. Alle Fensterläden sind geschlossen, eine Schande, wir würden gerne so leben. In Büttenhardt machen wir Bekanntschaft mit einem quirligen Allrounder. Er rät uns ab, Juna im Dorfbrunnen baden zu lassen, dieser sei voller Chlor. Stattdessen dürfen wir seinen Gartenschlauch benützen und auch gleich 6 Liter Wasser auffüllen. Auf dem Rastplatz Zelg übernachten wir. Das Zelt stellen wir direkt am Waldrand auf. Herrlich. Am Abend machen wir einen Spaziergang, sehen und hören die Windräder auf deutschem Boden und geniessen den herrlichen Abend. Am nächsten Morgen ist es bereits relativ warm. Da Tom wie immer gut überlegt hat, führt unser Weg möglichst durch Wälder, oder wenigstens an Waldrändern entlang. Zuerst geht’s an der Landesgrenze entlang, wir sind immer noch auf dem Klettau-Rhein-Weg, Nummer 34. Leider ist der Bach im Chärblitobel ausgetrocknet, aber Tom meint bloss, dass wir warten sollen. Und siehe da, kurz vor Merishausen kann Juna ein wunderbares Bad geniessen. Der Anstieg auf den Buchberg ist dann etwas anstrengend, gut, dass der Weg im Wald verläuft. Im Naturfreundhaus Buchberghaus kehren wir dann ein. Sehr befremdend ist jedoch die Gastfreundschaft. Die Wirtsleute sind relativ unfreundlich und rücken nur zaghaft ihr tolles Quellwasser raus. Wir nehmen jedoch an, dass sie einen schlechten Tag haben, schliesslich ist Freitag nach Auffahrt und der Hüttenwart bemüht sich, sämtlichen Sand wieder in den Kasten zu bringen. Ausserdem haben die kleinen Gäste sämtliche Spielsachen einfach liegen lassen. Mir würde das auch auf den Geist gehen. Allerdings empfehlen wir das Haus auf alle Fälle für einen Ausflug mit Kindern. www.buchberghaus.ch.
| Happy Birthday, liebste Pipistrello |
Die Zeit vergeht wie im Flug. Obwohl wir dachten, wir hätten davon so viel, müssen wir uns fast beeilen mit Zelt aufstellen, bevor es dunkel ist. Wir lassen es gemütlich angehen. Nach fast 10 Stunden Schlaf kriechen wir aus dem Zelt. Es ist so herrlich. Unsere letzte Etappe führt weiter durch Wald, am Waldrand entlang, immer mit Blick auf die schönen Rebberge bis nach Beringen. Dort nehmen wir den Zug und ach du Schreck, kommen erst nach 5 Stunden Fahrzeit zuhause an (Bahnausfälle rund ums Wankdorf). Fazit: Der Kanton Schaffhausen bietet zweifellos viel Natur und ein herrliches Wandernetz (www.schaffhauser-wanderwege). Die Menschen sind aufgeschlossen und freundlich. Wir kommen gerne wieder. Beim nächsten Mal nehmen wir dann eventuell das Auto. Unsere Fahrt mit dem Zug ohne Halbtax und GA-Karten hat uns 235.—gekostet. Umweltfreundlich zwar schon, aber doch recht überrissen.
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