Vom Seeland ins Emmental - Ostern 2017



Tom erzählt:

Unsere Trekking-Saison beginnt wie jedes Jahr an Ostern. Stau stehen und überfüllte Campingplätze? Ohne uns. Meine beiden Trekking-Damen sind guten Mutes und haben bereits vieles vorbereitet. Ich drucke einige Karten aus, wir wissen einzig, dass wir in Lyss starten und dann Richtung Emmental laufen wollen. Zusätzlich wollen wir möglichst durch die Wälder streifen. Somit steht dieses Wochenende ganz unter dem Motto: der Weg ist das Ziel. Das Wetter meint es gut mit uns. Wir starten fröhlich und beschwingt um 12.30 Uhr in Lyss Richtung Ammerzwil. Unterwegs machen wir eine entspannende Pause und wandern dann weiter. Am Woolibächli in der Nähe von Deisswil bei Münchenbuchsee schlagen wir erst um 18 Uhr unser Zelt auf und geniessen noch die warmen Sonnenstrahlen.



Conny erzählt:

Der Himmel ist bedeckt, nur einzelne Sonnenstrahlen verirren sich durch die dichten Wolken auf unser Plätzli. Das Geplätscher des Wassers und das Gezwitscher der hellwachen Vögel dringen in unser Zelt, es ist viel zu schön, um aus dem warmen Schlafsack zu kriechen. Wir lassen den Tag gemütlich angehen. Das Wetter bleibt standhaft. Es windet zu stark, als dass es regnen könnte. Erst bei unserer Mittagsrast kurz nach Jegenstorf fallen erste Tropfen vom Himmel. Wir machen jedoch wie geplant unsere «Eiertütschete» und haben keine Lust, unsere Regenkleider anzuziehen. Entlang des Zuges und der Autobahn ist es lärmig und ungemütlich. Leider müssen wir diese Strecke in Kauf nehmen, um auf der anderen Seite nach Hindelbank zu gelangen. Von dort wandern wir weiter Richtung Hettiswil. Tom schleppt von da an sechs Kilo Wasser in den Wald hinauf. Bei der Burgerhütte wäre es wirklich gemütlich, allerdings sieht es ganz danach aus, dass die Hütte über die Ostertage besetzt sein wird. Deshalb schlagen wir unser Zelt in der Nähe auf. Wieder einmal bietet uns ein Unterstand, gebaut von einer Waldspielgruppe, Schutz vor Wind und Wetter. Zwischendurch regnet es ein bisschen, aber es windet nach wie vor stark, sodass wir uns nicht wagen, ein Feuer zu entfachen. Nach einem kurzen Spaziergang kriechen wir früh in unsere Schlafsäcke, Juna schnarcht bereits nach wenigen Minuten und geniesst die Wärme. Ihr Schnarchen lässt mich kurz darauf auch einschlafen.



Juna erzählt:

Meine Leute lassen es sich gut gehen und ich mir auch. Die Knuddeleinheiten im Zelt sind für mich das Allergrösste. Ich kann mich gut auf den Rücken drehen und mir von beiden den Bauch kraulen lassen. Herrlich. Trotzdem verspüre ich nach dem Erwachen ein Hungergefühl und freue mich auf meine feinen Kügelchen. Wie herrlich es doch ist, gleich nach dem Aufstehen in meinem geliebten Wald zu sein. Ich tobe mit grossen Ästen über den weichen Boden und werde abrupt gestoppt. Naja, ich weiss ja, dass ich nicht nach dem Essen so spielen darf. Also bleibt mir nichts weiter übrig als mich noch mal auf meinem Plätzchen zusammenzurollen. Muss es aber so kalt sein? Trotzdem kann ich mich entspannen, bis meine Nase etwas riecht. Gefahr? Genau. Ich rieche einen anderen Hund und fremde Menschen. Grund genug für mich, unser Revier zu verteidigen. Schliesslich kann ich seit November bellen und knurren. Meine Leute loben mich zwar fürs Angeben, finden es aber gar nicht toll, als ich immer weiter knurre und belle. Was wollen die bloss? Conny hat mit mir immer «Gib Laut» geübt und nun ist es nicht gut. Aha, ich soll das bloss im Mass machen. Naja, ich wird mir künftig Mühe geben. Meine Leute machen ein grosses Feuer, werden aber von heftigen Regen überrascht. Wir zügeln wieder unter den Unterstand und geniessen das Zmorge, also ich bloss das Betteln. Für mich dauert es einfach zu lang bis wir wieder starten. Meine Leute haben Ewigkeiten bis sie den zweiten Kaffee genossen und all ihre Siebensachen eingepackt haben. Dann aber geht’s los. Wir wandern bis Burgdorf und verpassen ganz knapp den Rumpelzug nach Langnau. In einem Wartehäuschen auf dem Bahngleis kriege ich einen schönen Ziemer, meine Leute loben mich, dass ich ein super guter Trekking-Hund sei. Kurz darauf beginnt es in Strömen zu regnen. Oh, herrlich, mich nach einer Stunde warten im warmen Zug auszustrecken und mir eine Mütze Schlaf zu gönnen. Zuhause angekommen wuseln meine Leute wieder umher. Ich höre das jedoch bloss noch aus der Ferne. Auf meinem gemütlich warmen Plätzchen im Wohnzimmer träume ich kurz darauf von all den schönen Erlebnissen der vergangenen Tage. Herrlich, mit meinen Leuten tagelang durch die Wälder der Schweiz zu streifen.

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