Tour durch Schweden - 19.8. - 10.09.2016
Route
Juna will natürlich vom Hunde-Klo, gefüllt mit Sand und einem Baumstamm absolut gar nichts wissen. Jeder Hund hat doch ein gewisses Niveau. Reinmachen, wo jeder tut, das ist nichts für unseren Vierbeiner. Lieber verrichtet sie ihr Geschäft dann bei einem Spaziergang über die Fähre. Gut, dass sie auf das Aussendeck gemacht hat. Hier können wir die kleine Pfütze doch gut mit einem Fläschli Wasser runterspülen. In Trelleborg suchen wir dann sofort ein schönes Stück Grün, damit sie noch das grosse Geschäft verrichten kann.
nicht zum letzten Mal gewesen sind. Von Trelleborg sind es nur ca. 2 Stunden, also total gut erreichbar. Über die Autobahn fahren wir Richtung Malmö und verlassen dann Schweden über die Öresund-Brücke. Leider entscheiden wir uns dann für die Fahrt über Kopenhagen. Irgendwann beschliessen wir, unserem Diesel und uns eine Pause zu gönnen. Wir landen auf dem Campingplatz Wikinger in Schleswig. Hier sind fast mehr Hunde am campen als Menschen ;-).
Unser letzter Tag beginnt nicht so, wie wir es geplant
haben. Wir erwachen um halb 6 auf einer lärmigen Raststätte anstelle eines
wunderbaren Platzes im Naturpark. Nach einem Kaffee rollen wir weiter. Ein paar
Stunden später sind wir zuhause. Fazit unserer Ferien: Wir haben schon viele
tolle Reisen erlebt, aber mit Juna an unserer Seite macht es das Ganze noch viel
schöner. Wir danken dir, liebe Pippulu für deine Liebe. Du tust uns und unseren
Seelen einfach gut. Schweden ist herrlich, wenn bloss die lange Anreise nicht
wäre.
Wandern, spielen, suchen, essen, knuddeln, Feuer machen, faulenzen, lesen, schlafen, erkunden,
Kanu fahren… das alles sind unsere Pläne für unsere Ferien in Schweden. Aber Pläne
sind bekanntlich ja da, um über den Haufen geworfen zu werden.
Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. August 2016
Ursprünglich haben wir geplant, irgendwann in den frühen
Morgenstunden loszufahren. Natürlich hätten wir auch so ziemlich Zeit gefunden,
mit Juna im Norden Deutschlands noch einige schöne Stunden zu verbringen. Was
uns genau geritten hat, dass wir die Fähre in Travemünde erst um 00:45 Uhr
gebucht haben, wissen wir heute eigentlich auch nicht mehr so genau.
Wahrscheinlich einfach, damit wir genügend Zeit haben. Am Donnerstag kommt uns irgendwie
die Idee, dass wir bereits am Freitagabend losfahren wollen. Dies jedoch unter
der Bedingung, dass Tom am Freitag wenigstens einige Stunden schläft, was er
dann aber nicht tut. Naja, er hat doch noch einige Sachen zu erledigen und
Schlafen gehört definitiv nicht dazu. Also unterhalten wir uns am Abend nach
meiner Arbeit in Ruhe über einen neuen Plan. Tom verabschiedet sich dann um 20
Uhr, um ein paar Stunden zu schlafen. Bereits im Pji kommt er schon nach einer
Viertelstunde wieder unter die Wachen, um uns von seinem neuen Plan zu
berichten. Also packen wir alles zusammen. Es ist ungefähr 22 Uhr, als wir dann
Nikan auf dem Vorplatz von Toms Arbeitgeber abstellen, um einige Stunden zu
schlafen. Um 3 Uhr geht’s dann los. Ein etwas wirrer Plan wird umgesetzt. Tom
fährt dann also 5 Stunden durch, bis wir um 8 Uhr bereits nach Frankfurt
endlich unsere erste Pause machen. Dann übernehme ich die Fahrerei für zwei
Stunden, bis mir fast die Augen zufallen. Oje, nun muss Tom wieder ran und er
fährt prompt zwischen Hannover und Hamburg in sämtliche Staus rein, die man
sich denken kann. Es wird echt mühsam mit all diesen Stopp und Go‘s. Irgendwann
kommen wir aber dann in Travemünde an, wo wir am Timmerstrand den Hundeabschnitt aufsuchen, damit unsere
Juna zum ersten Mal Salzwasser begutachten kann. Sie begutachtet das Wasser
natürlich, viel interessanter sind jedoch die Hunde, mit denen sie im Sand
herumtollen kann. Wir haben zwar einen Labrador, von denen man ja sagt, dass
sie Wasserhunde sind. Allerdings ist unserer nicht ein typischer Wasserhund. Juna
zieht die Hundekumpels dem Wasser vor. Nach einer Weile machen wir uns auf den
Weg zum Vogelpark-Stellplatz. Hier gibt es gebührenpflichtige Plätze mit Strom,
kann aber auch ausserhalb auf dem riesigen Parkplatz stehen. Zuerst machen wir
es uns gemütlich und schlafen zwei Stunden tief und fest. Dann unternehmen wir
einen langen Spaziergang im Naturschutzgebiet, ein wahres Vogelparadies. Um
21:30 Uhr dann beschliessen wir, an den Hafen zu fahren. Tatsächlich können wir
dann um 22:00 Uhr zur Anlegestelle fahren, aber wo bitteschön ist denn dieses
Schiff? In der Ferne zieht ein Gewitter auf, es blitzt wie verrückt. Schön,
dass wir einige Zeit in unserem Hüseli verbringen können. Als denn richtig toll
regnet, können wir mit unserem Fahrzeug auf die Fähre Robin Hood fahren
(TT-Line). Unsere früh gebuchte Hundekabine ist echt toll. Es hat ein
Kajütenbett, ein tolles Sofa, ein kleiner Tisch, ein Fenster und eine Toilette
mit Dusche. Tom macht noch eine kurze Erkundungstour und schaut, wo das
Hunde-WC ist. Dann kippen wir in unsere Betten und schlafen ein, tief und fest.
Sogar das Auslaufen der Fähre bemerken wir nicht. Um 8:00 Uhr sind wir bereits
wieder auf den Beinen.Juna will natürlich vom Hunde-Klo, gefüllt mit Sand und einem Baumstamm absolut gar nichts wissen. Jeder Hund hat doch ein gewisses Niveau. Reinmachen, wo jeder tut, das ist nichts für unseren Vierbeiner. Lieber verrichtet sie ihr Geschäft dann bei einem Spaziergang über die Fähre. Gut, dass sie auf das Aussendeck gemacht hat. Hier können wir die kleine Pfütze doch gut mit einem Fläschli Wasser runterspülen. In Trelleborg suchen wir dann sofort ein schönes Stück Grün, damit sie noch das grosse Geschäft verrichten kann.
Wir rollen dann von Trelleborg über Lund nach Röstånga. Im
Naturschutzgebiet Nackarpsdal machen wir eine kleine Wanderung in die Skäralid-Schlucht.
Am Västersjö finden wir dann keinen geeigneten Stellplatz
und fahren auf den Wanderparkplatz Hjörnered. An diesem idyllischen Plätzchen
bleiben wir. Später kommt noch ein Paar aus Österreich mit Luis, einem
fröhlichen Labbi-Pinscher Mischling in Junas Alter. Die beiden toben wild
umher. Juna versucht immer wieder, Luis ins Wasser zu locken. Unsere Kleine hat
nämlich bemerkt, dass Luis so gar kein Wasser mag und sie will ihm nun zeigen,
dass Wasser absolut super ist.
Montag, 22. August 2016
Heute soll es schnell vorwärts gehen. Deshalb nehmen wir
die Route über die D20 nordwärts Richtung Göteborg. Wir rollen weiter über
Trollhättan und erklimmen den Halleberg, das sagenumwobene Elch-Plateau. Gut, dass
das Gebiet nun zum Naturreservat wurde. Seit dem 16. Jahrhundert war Halleberg
und Hunneberg nämlich das traditionelle Jagdrevier des Königshauses und es
wurden Elch-Safaris durchgeführt. Wir wandern mit unserem unerschrockenen Hund
durch den geheimnisvollen Märchenwald: alte Bäume, bemooste Felsen und überall
hört man ein Rascheln im Gebüsch. Am Predikstolen angekommen, geniessen wir die
traumhafte Aussicht auf den Vänernsee (einer der grössten Seen Europas). Auf
unserem Weg (es ist one-way) ist uns das schwedische, ältere Paar nicht
begegnet. Die beiden haben den Parkplatz sicher eine halbe Stunde vor uns
verlassen. Natürlich haben wir uns mal wieder gewundert, weshalb man sich bloss
mit einer kleinen Handtasche und ohne Wasser ausgerüstet auf solche Wege
begibt. Als wir also so unsere Aussicht
geniessen, kommen die beiden völlig
verschwitzt bei uns an, ziemlich erleichtert, als sie uns so dasitzen sehen.
Die beiden haben es tatsächlich geschafft, sich zu verlaufen und finden den Weg
nicht mehr zurück. Unsere soziale Hündin bemerkt mal wieder schnell, dass es
der Frau nicht sonderlich gut geht und will sie trösten, indem sie immer zu ihr
nach hinten rast und vor ihr einen Sprung macht. Sie will damit sagen, alles
ist nun okay, wir haben euch ja nun im Schlepptau, bei uns seid ihr in
Sicherheit. Die beiden sind dankbar, dass sie mit uns zurücklaufen dürfen. Auf
dem abendlichen Spaziergang entdecken wir dann Elchspuren, bzw. Juna hat sich
natürlich entdeckt. Sie schnuppert ziemlich wild und bleibt ganz in unserer
Nähe. Wahrscheinlich weiss sie, dass diese Tiere gross und stark sind.
Dienstag, 23.
August 2016
Der Nebel lichtet sich lange nicht, kein Geräusch, nicht
mal einen Vogel hören wir. Die Einsamkeit ist schön, wenn auch etwas
beängstigend. Wir sind nicht mal eine halbe Stunde von einem Dorf entfernt. Nie
hätten wir gedacht, dass man in Südschweden so schnell so allein sein kann. Der
morgendliche Spaziergang durch den Märchenwald, wir wählen eine andere Route,
ist mystisch. Wir rollen heute weiter über Lidköping und Mariestad, kaufen in
der der Nähe von Örebro ein und tuckern in den Garphyttan NP. Wir treffen auf
einen wunderschönen Wanderparkplatz mit Trockenklo, tollen Feuerstellen und
einer tollen Wanderkarte. Auf unserer ersten Erkundungstour auf den Svensbodaberget
treffen wir auf einen älteren Schwede, der zu Fuss und mit dem Zelt unterwegs
ist. Ein topfitter Mann, der in 9 Tagen 180 Kilometer
wandert. Er erzählt uns
von seiner Tour und einigen Sehenswürdigkeiten von Örebro, diese Stadt ist
nämlich in der Ferne inmitten von Wäldern zu sehen. Unterwegs spürt unser
Suchhund mal wieder was ganz spezielles auf. Eine riesige, schwarze Kreuzotter.
Gut ist nichts passiert. Die
Gefährlichkeit der Schlange lässt uns vorsichtiger werden. Juna darf ab sofort
nicht mehr ihre Nase in fremde Wohnungen stecken. Am Abend geniessen wir unser
erstes Feuer, grillieren und unternehmen noch eine weitere Rundwanderung in der
Dämmerung. Am Abend kriegt dann Juna noch ihr neues Spot-on, was heisst, dass
wir sicher morgen nicht an ein Wasser gehen können.
Mittwoch, 24. August 2016
Wie bereits erwähnt, bleibt uns heute nichts anderes
übrig, als mit Juna sicher nicht an einen See oder einen Fluss zu fahren.
Deshalb entscheiden wir uns für den Byrasen, einen 500 m hohen „Berg“. Bei der
Bergstation übernachten wir. Weit und breit kein Wasser. Juna wird es uns wohl
nicht übelnehmen. Wir
haben gestern bereits mehrere Zecken von ihr abgepflückt.
Das Mittel hat also seine Wirkung etwas verloren. Von morgen an werden wir wohl
kaum an einem Ort übernachten, mit Ausnahme der geplanten Tour in die Berge, an
dem wir nicht an einem Wasser sind. Und schliesslich steht auch Kanu fahren
noch auf dem Programm. Wir relaxen also am Nachmittag und Juna ist uns dankbar,
dass sie so viel schlafen kann. Sie schläft, knurrt und bellt dabei, schlägt
ihre Rute energisch auf und ab und bewegt ihre Pfoten, als befände sie sich in
einem riesigen Heidelbeerwald.
Donnerstag, 25. August 2016
Nachdem wir den Byrasen verlassen, suchen wir eine tolle
Entsorgungsstation auf. Nachdem wir unser WC entleert und unser Frischwasser
aufgefüllt haben, fahren wir Limedsforsen Badeplatz in der Hoffnung, hier zu
duschen. Fehlanzeige. Die Badesaison ist vorbei. Wir rollen weiter dem Fluss
Västerdalälv entlang bis nach Särna. Dort besuchen wir die aus dem 17.
Jahrhundert stammende Gammelkyrka. Ein härziges, kleines Holschindelkirchlein. Weiter
geht unsere Reise in den Fjället Nationalpark. Hier ist natürlich Leinenpflicht
angesagt. Gut, dass wir die Flexleine dabei haben. So steht einem Besuch des
Njupeskär (höchster
Wasserfall Schwedens) nichts im Wege. Der Tag endet an
einem wunderschön liegenden Plätzchen direkt an einem See. Elche sehen wir
leider keine, dafür umso mehr kleine, fiese Stechmücken, Stechfliegen. Der
Sonnenuntergang ist zauberhaft.
Freitag, 26. August 2016
Das Wetter sieht heute nicht vielversprechend aus. Es
regnet leicht, der Nebel hängt tief in die Bäume herunter. Es ist etwas
ungemütlich. Nach einer herrlichen Spielrunde mit Juna, sie nimmt auch gleich
noch ihr Morgenbad im eiskalten, moorigen See, nehmen wir unsere nächste
Tagestour unter die Räder. Über Idre geht’s hoch Richtung Nipfjälls. Als wir
aussteigen, pfeift uns ein eisiger Wind um die Nasen. Ausserdem nieselt es recht
unangenehm. Trotzdem machen wir mit unserer kleinen vierbeinigen Begleiterin
einen herrlichen Spaziergang durch schönen Kiefernwald. Die Bäume sind teils
mit grossartigen Flechten bedeckt. Die Luft riecht herrlich klar und doch etwas
nach Winter. Wir verzichten darauf, das letzte Stück hinauf zu fahren und
kehren nach Idre zurück. Von dort nehmen wir bald die 311, eine etwas
eigenwillige, rumplige, asphaltierte Strasse. Nachdem Tom bereits gestern über
die asphaltieren Strassen geflucht hat, bin ich nun heute an der Reihe. Wie
schön wäre es, wenn die Strasse nicht geteert wäre. 1000 Mal ruhiger zum Fahren
ganz bestimmt. Unterwegs passieren wir viele Samen-Dörfer und treffen auf
einige Rentierherden. In Tännäs wird kurz die Strasse wieder etwas besser.
Sobald sich dann aber die Strasse in Funäsdalen in eine schöne, glatte Gravel Road
verhandelt, schlagen unsere Herzen um einiges höher. Wir denken auch, dass sich
Juna so besser fühlt. In Flatruet, Höhe 975 (höchste Strasse Schwedens) sieht
man gar nichts ausser Nebel. Als wir gemütlich Mittagessen, ziehen mehrere Gewitter
über
unser Auto hinweg. Auch in Kläppen, Ausgangsort für mehrtägige Touren ins
Helag-Gebirge ist das Wetter nicht wirklich besser. Sogar Juna weigert sich
standhaft, Nikan für einen Spaziergang zu verlassen. Naja, es regnet wirklich
sehr, sehr stark. Also lassen wir es mal ruhig angehen. Etwa um 20 Uhr zieht
der letzte Regenschauer über uns hinweg. Anschliessend machen wir einen schönen
Spaziergang.
Samstag, 27. August 2016
Die Nacht war sehr, sehr stürmisch. Unser Wägeli wiegt im
Wind hin- und her. Heute weckt uns kein Juna-Wecker, nein, sie zeigt uns klar
und deutlich, dass sie keine Lust hat, raus zu gehen. Trotzdem fahren wir dann
sehr früh los, da wir die vorgesehene Wanderung an den Kesusjö abblasen. Ja,
das Wetter ist heute so doof, dass wir eigentlich im Bett bleiben möchten.
Trotzdem besichtigten wird das Gravfält aus Wikingerzeit. Die Gräber sind in
Form eines Wikingerschiffes angelegt. Über eine traumhafte Gravel-Road durch
einsame Wälder fahren wir über Torsborg und verbringen einen schönen, langen
Mittag in Skalan mit Baden, Spielen und Essen. Weiter geht unsere Tour nach Åsarna,
wo sich Tom kurzerhand neue Gore-Tex-Schuhe kauft, da seine alten den Geist
aufgegeben haben. Kurzentschlossen ändern wir unsere Route und fahren zum
Wanderparkplatz an den Bodsjö. Auf dem Wanderparkplatz Akerviken finden wir
einen traumhaften Platz, etwas windstiller als am See und machen die Wanderung Forsaleden,
gehört zur Gemeinde Bräcke. Dazu brauchen wir viel länger als angegeben, da wir
immer wieder grössere Heidelbeer-Ernte-Pausen machen. Die Wanderung ist
traumhaft und führt über Stromschnellen und durch lichte Wälder. Überall sehen
wir Lichen-Flechten wachsen, das Lieblingsessen der Rentiere. Am Abend wird es
bereits recht kühl und sobald die Sonne weg ist, legen wir uns schlafen.
Sonntag, 28. August 2016
Heute fahren wir weiter
über Östersund nach Åre. Nachdem wir einige Sachen eingekauft haben, machen wir
eine Wanderung von der Fröå Gruva, einer alten Kupfermine, aus. Vor und nach
der Tour an den Byxtjärn besichtigen wir die alte Mine. Auch hier benötigen wir
viel Zeit, da überall saftige Heidelbeeren nur darauf warten, von vier
Menschenhänden und einem lustigen Labbi gepflückt zu werden. Auf dem Rückweg
müssen wir ein längeres Stück auf der Landstrasse laufen. Juna macht ihre Sache
mal wieder perfekt und läuft ohne Leine brav neben Tom her. Tom ist schwer
beeindruckt von unserer
grossartigen Reisehündin, ich natürlich auch. Dann geht
unsere Tour weiter über eine tolle Gravel-Road. In Tännforsen entscheiden wir
aufgrund des Wetters, lieber die Tour zu fahren, anstelle der Besichtigung des
Wasserfalls. Die Tour im Abendlicht ist einfach grossartig. Unterwegs fahren
wir sogar 10 Kilometer durch Norwegen. Die beschriebenen Stellplätze am
Kallsjön sind nicht so das Gelbe vom Ei. Deshalb beschliessen wir kurzfristig,
in Konäs zum ersten Mal auf einem richtigen Campingplatz zu übernachten. Endlich
können wir lange und warm duschen. Herrlicher Abend und grossartige Kulisse am Kallsjön.
Danke Fischercamping, wir konnten es ja nicht direkt sagen, es war ja keiner da
(Self-Registration).
Montag, 29. August 2016
Wir lassen es heute wieder einmal gemütlich angehen. Auch
Juna schläft gemütlich vor sich hin und hat keine Lust aufzustehen. Nachdem wir
Wasser aufgefüllt, WC-Tank und Grey-Water geleert haben, nehmen wir unsere
heutige Tour in Angriff. Über Kall und Järpen besichtigen wir in Glösa die
Felszeichnungen im Glösabäcken. Die Felsbilder in Glösa sind cirka 6000 Jahre
alt, die meisten Elche haben vier Beine, was eher ungewöhnlich ist. Wie immer
finden wir solche Sachen ausserordentlich interessant, auch Juna merkt unsere
Bewunderung und wartet schön brav, bis wir uns sattgesehen haben. Wir
besichtigen dann noch die Fallgruben für Elche, die 1864 verboten wurden. In
Östersund kaufen wir das Notwendigste ein und fahren über Strömsund auf den
Vildmarksvägen auf den Alanäs Naturcamping.
Eigentlich wollten wir
Gubbhögen wollten wir eigentlich ein paar Tage bleiben.
Da sich aber ein paar Deutsche mit einem ganzen Rudel Hunde direkt vor dem
Badeplatz breit gemacht haben, fahren wir einige Kilometer zurück auf den
anderen Platz. Hier verbringen wir einen gemütlichen Abend mit Lagerfeuer und
herrlichem Essen.
Dienstag, 30. August 2016
Heute wollen wir nicht so weit fahren. Von unserer
Übernachtungsstelle am Flåsjön fahren wir über die Gravel-Road-Piste an den Hällingsåfallet. Wir laufen bloss eine kurze Runde, geniessen den
Wasserfall und wie immer einen riesigen Heidelbeerwald. Über Gäddede und Stora
Blåsjön geht es nun stetig höher. Auf 900 m bleiben wir dann auf dem Jetnemsälv
Stellplatz stehen. Die Bäume sind in der Zwischenzeit verschwunden, wir wandern
durch karges Gebirge. Juna ist begeistert, dass es immer noch so viele Heidelbeeren
gibt. Natürlich schnuppert sie auch ganz intensiv die Spuren der Rentiere. Eine
grosse Herde passiert am Abend unser Lager. Am Abend
unternehmen wir noch einen
ausgiebigen Spaziergang entlang der Strasse. Natürlich treffen wir noch einmal
auf eine grössere Herde von Rentieren. Juna ist etwas unsicher. Die Wolken
hängen immer tiefer ins Tal und der Nebel verdichtet sich. Es nieselt
unangenehm und rasch wird es dunkel. Zwei arme Teufel essen vor ihrem Fahrzeug an
der Kälte. Sie sind mit ihrem VW-Bus ohne Aufstelldach unterwegs. Gut, dass wir
eine Heizung haben, es ist nämlich ganz schön kühl hier oben.
Mittwoch, 31. August 2016
Am Morgen ist es noch nebliger als gestern. Wir sehen auf
unserer Weiterfahrt kaum etwas. Von Stekenjokk geht es langsam wieder Richtung
Tal. Langsam verändert sich auch wieder die Vegetation. Es zeigen sich wieder
Birken und das Tal wird grüner. Fatmomakke, was „Einander umarmen“ auf samisch
heisst, erreichen wir nach 9 km super Schotterstrasse und 2 km asphaltierter
Strasse. Das kleine Kirchdorf wurde im 18. Jahrhundert erbaut und im 19.
Jahrhundert immer wieder erweitert. So sieht man Gebäude der Sami aus
verschiedenen Epochen. Wir verweilen lange hier, sind jedoch die einzigen
Touristen und viele Gebäude sind entweder schon verschlossen oder noch gar
nicht offen. Es ist ja auch erst 8 Uhr in der Früh. Als wir dann um halb 10
beim Souvenirladen ankommen, ist dieser aber doch schon offen, so dass wir uns
noch ein kleines Pizza-Rädchen aus Rentierhorn kaufen. Wieder zurück auf dem
Vildmarksvägen verfluchen wir die asphaltierte und holprige Piste zu tiefst.
Weshalb bloss konnte man diese Strasse nicht ursprünglich lassen? Eine Schande.
Sehr schade. Unsere Wirbelsäulen finden das Geholpere auch sehr ungemütlich und
wir sind froh, endlich in Vilhelmina anzukommen. In einer Systembolaget kaufen
wir uns einen Wein und fahren weiter über Åsele in den Björnlandets
Nationalpark. Er besteht aus nahezu unberührtem Urwald, in dem
man noch Spuren großer Waldbrände findet. Der Eingang des Parks wird gerade neu
gestaltet, Wanderkarten gibt es keine detaillierten. Wir entscheiden uns für
den rot markierten Weg rund um den Angsjö. Ausser uns
scheint es keine anderen
Menschen zu geben, hätten wir auf dem Parkplatz nicht ein schottisches
Wohnmobil gesehen. Und tatsächlich kommen uns Douglas und Christine aus Perth
mit ihrem Border Collie bald entgegen. Der Weg geht immer wieder über massive
Steinblöcke rauf und runter durch einen riesigen Urwald mit Heidelbeerwäldern
(zur Freude unserer Juna) und mit Bartflechten behangenen Bäumen wie im
Märchen. Bei der neu gebauten Schutzhütte machen wir eine Rast und bestaunen
die Details in der Hütte. Nebst Betten und Decken gibt es einen wunderbaren Heizofen
und weiteres Mobiliar zum Überleben. Beim Parkplatz angekommen sind Douglas und
Christine noch da, die beiden haben auf uns gewartet und ziehen dann mit ihrem Wohnmobil
weiter Richtung Küste.
Donnerstag, 1. September 2016
Nach etwas Regen in der Nacht erwartet uns ein
traumhafter Sonnentag und gar nicht wirklich kalt. Es ist herrlich und wir
lassen den Tag gemütlich angehen. Wir sind immer noch völlig alleine im
Björnlandets Nationalpark. Über eine tolle Gravel Road fahren wir nach Aspsele
und dann weiter auf der 352 nach Örnsköldsvik. Dort wechseln wir auf die E4 und
rollen gemütlich über Näske in den Skuleskogens Nationalpark rein. Der
Nationalpark wurde 1984
zum Nationalpark und gehört zur imposanten Landschaft
der Höga Kusten, die zum Weltnaturerbe zählt. Vom Nord-Eingang starten zwei
Wanderungen. Wir entscheiden uns für die Tärnättholmarna-Wanderung. Einerseits
laufen wir durch dunklen Wald mit riesigen Steinen, andererseits verläuft der
Weg auch entlang der Küste. Wir treffen auf alte Biberbauten, aber auch auf
neue Biber-Aktivitäten. Über eine tolle Schilfbrücke erreichen wir die kleinen
Inselchen, wo man auch das Zelt aufbauen, oder in einer Schutzhütte übernachten
könnte. Am späteren Abend fahren treffen wir erneut auf die Schotten. Auch sie
haben heute bereits eine Wanderung im Süden des Parks unternommen. Nach einem
Schwätzchen fallen wir alle drei völlig müde in unsere gemütlichen Betten.
Freitag, 2. September 2016
Kurzfristig entscheiden wir uns, noch einmal eine
Wanderung im Skuleskogens NP zu machen, diesmal vom Südeingang aus. Wir wollen
unbedingt zur Slåttdalsskrevan (Schlucht). Der Weg ist zwar nicht wirklich
steil, allerdings etwas anspruchsvoll wegen der vielen Wurzeln und Steine. Der
Anblick auf die Küste ist traumhaft, das Wetter spielt perfekt mit. Juna
meistert ihre Sache auch hier tipptopp. Tom erklärt ihr beim Runterlaufen die
heiklen Stellen und sie läuft ganz vorsichtig. Eine super Reise-Hündin und das
in ihrem Alter. Es ist eine Freude mit ihr. Zurück bei unserem Auto beschliessen
wir, an den Badestrand Smittingen zu fahren. Unser Reiseführer empfiehlt den
schönen Sandstrand wärmstens. Wir sind jedoch sehr enttäuscht, Hunde sind
nämlich am Strand verboten. Wir entscheiden uns dann für einen Campinplatz. Auf
dem Bergafjärdens Campingplatz sind wir zwar vom Strand und Meer sehr
enttäuscht, überall stinkt es und wir müssen höllisch auf Juna achtgeben, damit
sie nirgends was Grausames frisst. Allerdings sind wir begeistert von den
traumhaften Duschen ;-).
Samstag, 3. September 2016
Südwärts fahren, das ist unser heutiges Motto. Natürlich
unternehmen wir mit Juna noch einen ausgiebigen Spaziergang. Tom ist parat und
ich nicht. Habe Kopfschmerzen und fühle mich richtig schlapp. Er fährt ca.
500-600 km fast am Stück. Ein Teufelskerl ;-). In der Nähe von Söderköping
weist uns unser Führer auf das Naturreservat Ramunderberget hin. Auf einem geraden,
allerdings schattigen Waldparkplatz genehmigen wir Nikan und Tom Ruhe von der
langen Fahrt. Wir stellen erfreut fest, dass man vom Parkplatz aus einige Loops
laufen kann. Den ersten laufen wir gleich nach unserer Ankunft. Nach dem
Abendessen stellen wir noch erfreuter fest, dass die ganze Sportanlage mit all
den Wegen durch den Wald beleuchtet ist. Herrlich. Hier wird im Winter auch
Langlauf betrieben. Deshalb die beleuchteten Wege bis um 21:30 Uhr. Dann ist
alles dunkel. Gut, dass wir unsere Stirnlampen dabei haben und Juna auch ihr
grünes Leuchtband trägt.
Sonntag, 4. September 2016
Am Morgen machen wir noch einen dritten, langen und
herrlichen Loop durch wunderschönen Wald. Natürlich findet auch Juna ihre
heissgeliebten Heidelbeeren und wie immer in diesen Ferien, werden aus
morgendlichen Spaziergängen ausgiebige Touren. Zurück beim Auto, fahren wir
über Jöderköping nach Norrköping und von dort nach Linköping über Kisa in den
Norra Kvill Nationalpark. Zuerst besichtigen wir die dickste Eiche Schwedens
mit einem Umfang von 14 Meter. Anschliessend machen wir eine schöne Wanderung an
den Lilla Idgölen und machen eine lange Pause beim Aussichtspunkt Idhöjden. Von
dort geht es weiter an den Stora Idgölen, bevor wir es uns dann auf einem
tollen Platz in der Nähe des Wanderparkplatzes gemütlich machen. Hier ist
wieder mal zu erwähnen, dass die Deutschen keinerlei Anstand besitzen. Auf dem
Wanderparkplatz hat ein Miet-WoMo so nahe an unseren Truck-Camper parkiert,
dass wir kaum unseren Grill benützen können. Ausserdem hat das WoMo einen
kleinen Schreihals an Bord, deshalb machen wir uns kurzum vom Acker und suchen
eine ruhigere Stelle.
Montag, 5. September 2016
Der Hätteboda Vildmarkscamping ist ganz nach unserem
Gusto, richtig kanadisch halt. Ein Traum von einem Platz. Die Plätze sind
grosszügig gestaltet und der Besucher ist ganz für sich allein. Das Trinkwasser
pumpt man selber und fürs Duschen muss das Wasser zuerst in grossen Säcken erwärmt
werden, vom Sonnenlicht natürlich. Das Holz muss der Mann noch selber sägen und
hacken. Da überlegt sich mancher Schmarotzer, ob er nicht am Lagerfeuer eines fleissigen
Holzfällers Platz nehmen soll. Es gibt nämlich auf dem Platz einfach ein paar
Gemeinschafts-Feuerplätze. Hier wird
garantiert nicht so viel Holz verbraucht
wie im Yukon. Wir entscheiden uns für einen grossen Platz in der Nähe des
Main-Camps. Der Standort bietet Platz genug, um mit Juna ordentlich zu spielen
und auch zu trainieren. Juna findet den Platz First-Class. Sie beschnuppert wie
immer zuerst ausgiebig das Revier, findet auch ab und an ein altes Stück
Fleisch oder Polenta hinter den Büschen. Dann aber widmet sie sich ihren vielen
Holzstückchen, die sie überall verstreut in der Gegend findet. Am Wasser sind
wir relativ schnell, der modrige Steg kann jedoch nicht bedenkenlos benutzt
werden. Allerdings haben wir den Main-Beach fast für uns alleine. Ausser der
sympathischen Familie mit Jula und Ella ist niemand da. Tom findet den Typen
natürlich sofort toll, da er ein Hilleberg-Zelt besitzt. Er hackt ausserdem für
sein Leben gern Holz. Bereitet jeweils für seine Familie schön Holz für die
Sauna und für das Lagerfeuer vor. Auf dem Platz kann man über 7 km lange Trails
laufen. Herrlich, dieses kleine Paradies auf Erden. Haben wir auch schon
erwähnt, dass man tagelang böötlen und auf kleinen Inselchen übernachten kann? Wir
buchen hier gleich 3 Nächte und verbringen herrliche Tage in der Wildnis.
Donnerstag, 8. September 2016
Alles hat ein Ende. Leider. Damit wir genügend Zeit
haben um heimwärts zu fahren, wollen wir
heute langsam weiterziehen. Sicher ist aber, dass wir hier
nicht zum letzten Mal gewesen sind. Von Trelleborg sind es nur ca. 2 Stunden, also total gut erreichbar. Über die Autobahn fahren wir Richtung Malmö und verlassen dann Schweden über die Öresund-Brücke. Leider entscheiden wir uns dann für die Fahrt über Kopenhagen. Irgendwann beschliessen wir, unserem Diesel und uns eine Pause zu gönnen. Wir landen auf dem Campingplatz Wikinger in Schleswig. Hier sind fast mehr Hunde am campen als Menschen ;-).
Freitag, 9. September 2016
Halb 8 und die Fahrt beginnt. Denken wir. Allerdings
kommen wir bloss auf die Schnellstrasse in der Nähe des Campingplatzes, als
unser Nikan einfach so mitteilt, dass er so gar nicht in die Gänge kommt. Wir
wenden unser Fahrzeug und stellen es bei einer Tankstelle auf dem
Kundenparkplatz Land und Tier ab. Da blöderweise die Anzeige Motorblock immer
wieder leuchtet, fackeln wir nicht lange und fragen beim TCS nach. Nach zwei
Stunden steht dann Ingo vom ADAC auf dem Platz. Tom und Ingo machen eine lange
Probefahrt, während wir Damen die Gegend von Schleswig und Busdorf unsicher
machen. Ein ganz sympathisches Völkchen, die Bürger und Bürgerinnen dieser
beiden Orte.
Nachdem Ingo dann den Fehler analysiert und gelöscht hat
(Motorstörung, Kraftstoffverteilrohr, Druck zu hoch) wegen dem Chip, ziehen wir
glücklich, aber mit vier Stunden Verspätung von dannen. Weit kommen wir nicht
so. Kilometer um Kilometer, denn es ist überall Stau angesagt. Um 12 Uhr stehen
wir (100 km vor Hamburg) im Stau. Um 14 Uhr sind wir bloss schlappe 18 km
weiter. Es ist mühsam und ausserdem macht uns die Hitze zu schaffen. Unseren
Plan, in den Naturpark in der Nähe von Fulda zu fahren, begraben wir. Um 21.30
Uhr machen wir Schluss für heute und übernachten kurz vor Frankfurt auf einer
Raststätte.
Samstag, 10. September 2016



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