Tour durch Schweden - 19.8. - 10.09.2016

Route

Wandern, spielen, suchen, essen, knuddeln, Feuer  machen, faulenzen, lesen, schlafen, erkunden, Kanu fahren… das alles sind unsere Pläne für unsere Ferien in Schweden. Aber Pläne sind bekanntlich ja da, um über den Haufen geworfen zu werden. 


Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. August 2016

Ursprünglich haben wir geplant, irgendwann in den frühen Morgenstunden loszufahren. Natürlich hätten wir auch so ziemlich Zeit gefunden, mit Juna im Norden Deutschlands noch einige schöne Stunden zu verbringen. Was uns genau geritten hat, dass wir die Fähre in Travemünde erst um 00:45 Uhr gebucht haben, wissen wir heute eigentlich auch nicht mehr so genau.
Wahrscheinlich einfach, damit wir genügend Zeit haben. Am Donnerstag kommt uns irgendwie die Idee, dass wir bereits am Freitagabend losfahren wollen. Dies jedoch unter der Bedingung, dass Tom am Freitag wenigstens einige Stunden schläft, was er dann aber nicht tut. Naja, er hat doch noch einige Sachen zu erledigen und Schlafen gehört definitiv nicht dazu. Also unterhalten wir uns am Abend nach meiner Arbeit in Ruhe über einen neuen Plan. Tom verabschiedet sich dann um 20 Uhr, um ein paar Stunden zu schlafen. Bereits im Pji kommt er schon nach einer Viertelstunde wieder unter die Wachen, um uns von seinem neuen Plan zu berichten. Also packen wir alles zusammen. Es ist ungefähr 22 Uhr, als wir dann Nikan auf dem Vorplatz von Toms Arbeitgeber abstellen, um einige Stunden zu schlafen. Um 3 Uhr geht’s dann los. Ein etwas wirrer Plan wird umgesetzt. Tom fährt dann also 5 Stunden durch, bis wir um 8 Uhr bereits nach Frankfurt endlich unsere erste Pause machen. Dann übernehme ich die Fahrerei für zwei Stunden, bis mir fast die Augen zufallen. Oje, nun muss Tom wieder ran und er fährt prompt zwischen Hannover und Hamburg in sämtliche Staus rein, die man sich denken kann. Es wird echt mühsam mit all diesen Stopp und Go‘s. Irgendwann kommen wir aber dann in Travemünde an, wo wir am Timmerstrand  den Hundeabschnitt aufsuchen, damit unsere Juna zum ersten Mal Salzwasser begutachten kann. Sie begutachtet das Wasser natürlich, viel interessanter sind jedoch die Hunde, mit denen sie im Sand herumtollen kann. Wir haben zwar einen Labrador, von denen man ja sagt, dass sie Wasserhunde sind. Allerdings ist unserer nicht ein typischer Wasserhund. Juna zieht die Hundekumpels dem Wasser vor. Nach einer Weile machen wir uns auf den Weg zum Vogelpark-Stellplatz. Hier gibt es gebührenpflichtige Plätze mit Strom, kann aber auch ausserhalb auf dem riesigen Parkplatz stehen. Zuerst machen wir es uns gemütlich und schlafen zwei Stunden tief und fest. Dann unternehmen wir einen langen Spaziergang im Naturschutzgebiet, ein wahres Vogelparadies. Um 21:30 Uhr dann beschliessen wir, an den Hafen zu fahren. Tatsächlich können wir dann um 22:00 Uhr zur Anlegestelle fahren, aber wo bitteschön ist denn dieses Schiff? In der Ferne zieht ein Gewitter auf, es blitzt wie verrückt. Schön, dass wir einige Zeit in unserem Hüseli verbringen können. Als denn richtig toll regnet, können wir mit unserem Fahrzeug auf die Fähre Robin Hood fahren (TT-Line). Unsere früh gebuchte Hundekabine ist echt toll. Es hat ein Kajütenbett, ein tolles Sofa, ein kleiner Tisch, ein Fenster und eine Toilette mit Dusche. Tom macht noch eine kurze Erkundungstour und schaut, wo das Hunde-WC ist. Dann kippen wir in unsere Betten und schlafen ein, tief und fest. Sogar das Auslaufen der Fähre bemerken wir nicht. Um 8:00 Uhr sind wir bereits wieder auf den Beinen.
Juna will natürlich vom Hunde-Klo, gefüllt mit Sand und einem Baumstamm absolut gar nichts wissen. Jeder Hund hat doch ein gewisses Niveau. Reinmachen, wo jeder tut, das ist nichts für unseren Vierbeiner. Lieber  verrichtet sie ihr Geschäft dann bei einem Spaziergang über die Fähre. Gut, dass sie auf das Aussendeck gemacht hat. Hier können wir die kleine Pfütze doch gut mit einem Fläschli Wasser runterspülen. In Trelleborg suchen wir dann sofort ein schönes Stück Grün, damit sie noch das grosse Geschäft verrichten kann.

Wir rollen dann von Trelleborg über Lund nach Röstånga. Im Naturschutzgebiet Nackarpsdal machen wir eine kleine Wanderung in die Skäralid-Schlucht.

Am Västersjö finden wir dann keinen geeigneten Stellplatz und fahren auf den Wanderparkplatz Hjörnered. An diesem idyllischen Plätzchen bleiben wir. Später kommt noch ein Paar aus Österreich mit Luis, einem fröhlichen Labbi-Pinscher Mischling in Junas Alter. Die beiden toben wild umher. Juna versucht immer wieder, Luis ins Wasser zu locken. Unsere Kleine hat nämlich bemerkt, dass Luis so gar kein Wasser mag und sie will ihm nun zeigen, dass Wasser absolut super ist.



Montag, 22. August 2016

Heute soll es schnell vorwärts gehen. Deshalb nehmen wir die Route über die D20 nordwärts Richtung Göteborg. Wir rollen weiter über Trollhättan und erklimmen den Halleberg, das sagenumwobene Elch-Plateau. Gut, dass das Gebiet nun zum Naturreservat wurde. Seit dem 16. Jahrhundert war Halleberg und Hunneberg nämlich das traditionelle Jagdrevier des Königshauses und es wurden Elch-Safaris durchgeführt. Wir wandern mit unserem unerschrockenen Hund durch den geheimnisvollen Märchenwald: alte Bäume, bemooste Felsen und überall hört man ein Rascheln im Gebüsch. Am Predikstolen angekommen, geniessen wir die traumhafte Aussicht auf den Vänernsee (einer der grössten Seen Europas). Auf unserem Weg (es ist one-way) ist uns das schwedische, ältere Paar nicht begegnet. Die beiden haben den Parkplatz sicher eine halbe Stunde vor uns verlassen. Natürlich haben wir uns mal wieder gewundert, weshalb man sich bloss mit einer kleinen Handtasche und ohne Wasser ausgerüstet auf solche Wege begibt. Als wir also so unsere Aussicht
geniessen, kommen die beiden völlig verschwitzt bei uns an, ziemlich erleichtert, als sie uns so dasitzen sehen. Die beiden haben es tatsächlich geschafft, sich zu verlaufen und finden den Weg nicht mehr zurück. Unsere soziale Hündin bemerkt mal wieder schnell, dass es der Frau nicht sonderlich gut geht und will sie trösten, indem sie immer zu ihr nach hinten rast und vor ihr einen Sprung macht. Sie will damit sagen, alles ist nun okay, wir haben euch ja nun im Schlepptau, bei uns seid ihr in Sicherheit. Die beiden sind dankbar, dass sie mit uns zurücklaufen dürfen. Auf dem abendlichen Spaziergang entdecken wir dann Elchspuren, bzw. Juna hat sich natürlich entdeckt. Sie schnuppert ziemlich wild und bleibt ganz in unserer Nähe. Wahrscheinlich weiss sie, dass diese Tiere gross und stark sind.



Dienstag,  23. August 2016

Der Nebel lichtet sich lange nicht, kein Geräusch, nicht mal einen Vogel hören wir. Die Einsamkeit ist schön, wenn auch etwas beängstigend. Wir sind nicht mal eine halbe Stunde von einem Dorf entfernt. Nie hätten wir gedacht, dass man in Südschweden so schnell so allein sein kann. Der morgendliche Spaziergang durch den Märchenwald, wir wählen eine andere Route, ist mystisch. Wir rollen heute weiter über Lidköping und Mariestad, kaufen in der der Nähe von Örebro ein und tuckern in den Garphyttan NP. Wir treffen auf einen wunderschönen Wanderparkplatz mit Trockenklo, tollen Feuerstellen und einer tollen Wanderkarte. Auf unserer ersten Erkundungstour auf den Svensbodaberget treffen wir auf einen älteren Schwede, der zu Fuss und mit dem Zelt unterwegs ist. Ein topfitter Mann, der in 9 Tagen 180 Kilometer
wandert. Er erzählt uns von seiner Tour und einigen Sehenswürdigkeiten von Örebro, diese Stadt ist nämlich in der Ferne inmitten von Wäldern zu sehen. Unterwegs spürt unser Suchhund mal wieder was ganz spezielles auf. Eine riesige, schwarze Kreuzotter. Gut  ist nichts passiert. Die Gefährlichkeit der Schlange lässt uns vorsichtiger werden. Juna darf ab sofort nicht mehr ihre Nase in fremde Wohnungen stecken. Am Abend geniessen wir unser erstes Feuer, grillieren und unternehmen noch eine weitere Rundwanderung in der Dämmerung. Am Abend kriegt dann Juna noch ihr neues Spot-on, was heisst, dass wir sicher morgen nicht an ein Wasser gehen können.


Mittwoch, 24. August 2016

Wie bereits erwähnt, bleibt uns heute nichts anderes übrig, als mit Juna sicher nicht an einen See oder einen Fluss zu fahren. Deshalb entscheiden wir uns für den Byrasen, einen 500 m hohen „Berg“. Bei der Bergstation übernachten wir. Weit und breit kein Wasser. Juna wird es uns wohl nicht übelnehmen. Wir
haben gestern bereits mehrere Zecken von ihr abgepflückt. Das Mittel hat also seine Wirkung etwas verloren. Von morgen an werden wir wohl kaum an einem Ort übernachten, mit Ausnahme der geplanten Tour in die Berge, an dem wir nicht an einem Wasser sind. Und schliesslich steht auch Kanu fahren noch auf dem Programm. Wir relaxen also am Nachmittag und Juna ist uns dankbar, dass sie so viel schlafen kann. Sie schläft, knurrt und bellt dabei, schlägt ihre Rute energisch auf und ab und bewegt ihre Pfoten, als befände sie sich in einem riesigen Heidelbeerwald.


Donnerstag, 25. August 2016

Nachdem wir den Byrasen verlassen, suchen wir eine tolle Entsorgungsstation auf. Nachdem wir unser WC entleert und unser Frischwasser aufgefüllt haben, fahren wir Limedsforsen Badeplatz in der Hoffnung, hier zu duschen. Fehlanzeige. Die Badesaison ist vorbei. Wir rollen weiter dem Fluss Västerdalälv entlang bis nach Särna. Dort besuchen wir die aus dem 17. Jahrhundert stammende Gammelkyrka. Ein härziges, kleines Holschindelkirchlein. Weiter geht unsere Reise in den Fjället Nationalpark. Hier ist natürlich Leinenpflicht angesagt. Gut, dass wir die Flexleine dabei haben. So steht einem Besuch des Njupeskär (höchster
Wasserfall Schwedens) nichts im Wege. Der Tag endet an einem wunderschön liegenden Plätzchen direkt an einem See. Elche sehen wir leider keine, dafür umso mehr kleine, fiese Stechmücken, Stechfliegen. Der Sonnenuntergang ist zauberhaft.



Freitag, 26. August 2016

Das Wetter sieht heute nicht vielversprechend aus. Es regnet leicht, der Nebel hängt tief in die Bäume herunter. Es ist etwas ungemütlich. Nach einer herrlichen Spielrunde mit Juna, sie nimmt auch gleich noch ihr Morgenbad im eiskalten, moorigen See, nehmen wir unsere nächste Tagestour unter die Räder. Über Idre geht’s hoch Richtung Nipfjälls. Als wir aussteigen, pfeift uns ein eisiger Wind um die Nasen. Ausserdem nieselt es recht unangenehm. Trotzdem machen wir mit unserer kleinen vierbeinigen Begleiterin einen herrlichen Spaziergang durch schönen Kiefernwald. Die Bäume sind teils mit grossartigen Flechten bedeckt. Die Luft riecht herrlich klar und doch etwas nach Winter. Wir verzichten darauf, das letzte Stück hinauf zu fahren und kehren nach Idre zurück. Von dort nehmen wir bald die 311, eine etwas eigenwillige, rumplige, asphaltierte Strasse. Nachdem Tom bereits gestern über die asphaltieren Strassen geflucht hat, bin ich nun heute an der Reihe. Wie schön wäre es, wenn die Strasse nicht geteert wäre. 1000 Mal ruhiger zum Fahren ganz bestimmt. Unterwegs passieren wir viele Samen-Dörfer und treffen auf einige Rentierherden. In Tännäs wird kurz die Strasse wieder etwas besser. Sobald sich dann aber die Strasse in Funäsdalen in eine schöne, glatte Gravel Road verhandelt, schlagen unsere Herzen um einiges höher. Wir denken auch, dass sich Juna so besser fühlt. In Flatruet, Höhe 975 (höchste Strasse Schwedens) sieht man gar nichts ausser Nebel. Als wir gemütlich Mittagessen, ziehen mehrere Gewitter über
unser Auto hinweg. Auch in Kläppen, Ausgangsort für mehrtägige Touren ins Helag-Gebirge ist das Wetter nicht wirklich besser. Sogar Juna weigert sich standhaft, Nikan für einen Spaziergang zu verlassen. Naja, es regnet wirklich sehr, sehr stark. Also lassen wir es mal ruhig angehen. Etwa um 20 Uhr zieht der letzte Regenschauer über uns hinweg. Anschliessend machen wir einen schönen Spaziergang.


Samstag, 27. August 2016

Die Nacht war sehr, sehr stürmisch. Unser Wägeli wiegt im Wind hin- und her. Heute weckt uns kein Juna-Wecker, nein, sie zeigt uns klar und deutlich, dass sie keine Lust hat, raus zu gehen. Trotzdem fahren wir dann sehr früh los, da wir die vorgesehene Wanderung an den Kesusjö abblasen. Ja, das Wetter ist heute so doof, dass wir eigentlich im Bett bleiben möchten. Trotzdem besichtigten wird das Gravfält aus Wikingerzeit. Die Gräber sind in Form eines Wikingerschiffes angelegt. Über eine traumhafte Gravel-Road durch einsame Wälder fahren wir über Torsborg und verbringen einen schönen, langen Mittag in Skalan mit Baden, Spielen und Essen. Weiter geht unsere Tour nach Åsarna, wo sich Tom kurzerhand neue Gore-Tex-Schuhe kauft, da seine alten den Geist aufgegeben haben. Kurzentschlossen ändern wir unsere Route und fahren zum Wanderparkplatz an den Bodsjö. Auf dem Wanderparkplatz Akerviken finden wir einen traumhaften Platz, etwas windstiller als am See und machen die Wanderung Forsaleden, gehört zur Gemeinde Bräcke. Dazu brauchen wir viel länger als angegeben, da wir immer wieder grössere Heidelbeer-Ernte-Pausen machen. Die Wanderung ist traumhaft und führt über Stromschnellen und durch lichte Wälder. Überall sehen wir Lichen-Flechten wachsen, das Lieblingsessen der Rentiere. Am Abend wird es bereits recht kühl und sobald die Sonne weg ist, legen wir uns schlafen.



Sonntag, 28. August 2016

Heute fahren wir weiter über Östersund nach Åre. Nachdem wir einige Sachen eingekauft haben, machen wir eine Wanderung von der Fröå Gruva, einer alten Kupfermine, aus. Vor und nach der Tour an den Byxtjärn besichtigen wir die alte Mine. Auch hier benötigen wir viel Zeit, da überall saftige Heidelbeeren nur darauf warten, von vier Menschenhänden und einem lustigen Labbi gepflückt zu werden. Auf dem Rückweg müssen wir ein längeres Stück auf der Landstrasse laufen. Juna macht ihre Sache mal wieder perfekt und läuft ohne Leine brav neben Tom her. Tom ist schwer beeindruckt von unserer
grossartigen Reisehündin, ich natürlich auch. Dann geht unsere Tour weiter über eine tolle Gravel-Road. In Tännforsen entscheiden wir aufgrund des Wetters, lieber die Tour zu fahren, anstelle der Besichtigung des Wasserfalls. Die Tour im Abendlicht ist einfach grossartig. Unterwegs fahren wir sogar 10 Kilometer durch Norwegen. Die beschriebenen Stellplätze am Kallsjön sind nicht so das Gelbe vom Ei. Deshalb beschliessen wir kurzfristig, in Konäs zum ersten Mal auf einem richtigen Campingplatz zu übernachten. Endlich können wir lange und warm duschen. Herrlicher Abend und grossartige Kulisse am Kallsjön. Danke Fischercamping, wir konnten es ja nicht direkt sagen, es war ja keiner da (Self-Registration).


Montag, 29. August 2016

Wir lassen es heute wieder einmal gemütlich angehen. Auch Juna schläft gemütlich vor sich hin und hat keine Lust aufzustehen. Nachdem wir Wasser aufgefüllt, WC-Tank und Grey-Water geleert haben, nehmen wir unsere heutige Tour in Angriff. Über Kall und Järpen besichtigen wir in Glösa die Felszeichnungen im Glösabäcken. Die Felsbilder in Glösa sind cirka 6000 Jahre alt, die meisten Elche haben vier Beine, was eher ungewöhnlich ist. Wie immer finden wir solche Sachen ausserordentlich interessant, auch Juna merkt unsere Bewunderung und wartet schön brav, bis wir uns sattgesehen haben. Wir besichtigen dann noch die Fallgruben für Elche, die 1864 verboten wurden. In Östersund kaufen wir das Notwendigste ein und fahren über Strömsund auf den Vildmarksvägen auf den Alanäs Naturcamping. Eigentlich wollten wir
Gubbhögen wollten wir eigentlich ein paar Tage bleiben. Da sich aber ein paar Deutsche mit einem ganzen Rudel Hunde direkt vor dem Badeplatz breit gemacht haben, fahren wir einige Kilometer zurück auf den anderen Platz. Hier verbringen wir einen gemütlichen Abend mit Lagerfeuer und herrlichem Essen.


Dienstag, 30. August 2016

Heute wollen wir nicht so weit fahren. Von unserer Übernachtungsstelle am Flåsjön fahren wir über die Gravel-Road-Piste an den Hällingsåfallet. Wir laufen bloss eine kurze Runde, geniessen den Wasserfall und wie immer einen riesigen Heidelbeerwald. Über Gäddede und Stora Blåsjön geht es nun stetig höher. Auf 900 m bleiben wir dann auf dem Jetnemsälv Stellplatz stehen. Die Bäume sind in der Zwischenzeit verschwunden, wir wandern durch karges Gebirge. Juna ist begeistert, dass es immer noch so viele Heidelbeeren gibt. Natürlich schnuppert sie auch ganz intensiv die Spuren der Rentiere. Eine grosse Herde passiert am Abend unser Lager. Am Abend
unternehmen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Strasse. Natürlich treffen wir noch einmal auf eine grössere Herde von Rentieren. Juna ist etwas unsicher. Die Wolken hängen immer tiefer ins Tal und der Nebel verdichtet sich. Es nieselt unangenehm und rasch wird es dunkel. Zwei arme Teufel essen vor ihrem Fahrzeug an der Kälte. Sie sind mit ihrem VW-Bus ohne Aufstelldach unterwegs. Gut, dass wir eine Heizung haben, es ist nämlich ganz schön kühl hier oben.


Mittwoch, 31. August 2016

Am Morgen ist es noch nebliger als gestern. Wir sehen auf unserer Weiterfahrt kaum etwas. Von Stekenjokk geht es langsam wieder Richtung Tal. Langsam verändert sich auch wieder die Vegetation. Es zeigen sich wieder Birken und das Tal wird grüner. Fatmomakke, was „Einander umarmen“ auf samisch heisst, erreichen wir nach 9 km super Schotterstrasse und 2 km asphaltierter Strasse. Das kleine Kirchdorf wurde im 18. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert immer wieder erweitert. So sieht man Gebäude der Sami aus verschiedenen Epochen. Wir verweilen lange hier, sind jedoch die einzigen Touristen und viele Gebäude sind entweder schon verschlossen oder noch gar nicht offen. Es ist ja auch erst 8 Uhr in der Früh. Als wir dann um halb 10 beim Souvenirladen ankommen, ist dieser aber doch schon offen, so dass wir uns noch ein kleines Pizza-Rädchen aus Rentierhorn kaufen. Wieder zurück auf dem Vildmarksvägen verfluchen wir die asphaltierte und holprige Piste zu tiefst. Weshalb bloss konnte man diese Strasse nicht ursprünglich lassen? Eine Schande. Sehr schade. Unsere Wirbelsäulen finden das Geholpere auch sehr ungemütlich und wir sind froh, endlich in Vilhelmina anzukommen. In einer Systembolaget kaufen wir uns einen Wein und fahren weiter über Åsele in den Björnlandets Nationalpark. Er besteht aus nahezu unberührtem Urwald, in dem man noch Spuren großer Waldbrände findet. Der Eingang des Parks wird gerade neu gestaltet, Wanderkarten gibt es keine detaillierten. Wir entscheiden uns für den rot markierten Weg rund um den Angsjö. Ausser uns
scheint es keine anderen Menschen zu geben, hätten wir auf dem Parkplatz nicht ein schottisches Wohnmobil gesehen. Und tatsächlich kommen uns Douglas und Christine aus Perth mit ihrem Border Collie bald entgegen. Der Weg geht immer wieder über massive Steinblöcke rauf und runter durch einen riesigen Urwald mit Heidelbeerwäldern (zur Freude unserer Juna) und mit Bartflechten behangenen Bäumen wie im Märchen. Bei der neu gebauten Schutzhütte machen wir eine Rast und bestaunen die Details in der Hütte. Nebst Betten und Decken gibt es einen wunderbaren Heizofen und weiteres Mobiliar zum Überleben. Beim Parkplatz angekommen sind Douglas und Christine noch da, die beiden haben auf uns gewartet und ziehen dann mit ihrem Wohnmobil weiter Richtung Küste.


Donnerstag, 1. September 2016

Nach etwas Regen in der Nacht erwartet uns ein traumhafter Sonnentag und gar nicht wirklich kalt. Es ist herrlich und wir lassen den Tag gemütlich angehen. Wir sind immer noch völlig alleine im Björnlandets Nationalpark. Über eine tolle Gravel Road fahren wir nach Aspsele und dann weiter auf der 352 nach Örnsköldsvik. Dort wechseln wir auf die E4 und rollen gemütlich über Näske in den Skuleskogens Nationalpark rein. Der Nationalpark wurde 1984
zum Nationalpark und gehört zur imposanten Landschaft der Höga Kusten, die zum Weltnaturerbe zählt. Vom Nord-Eingang starten zwei Wanderungen. Wir entscheiden uns für die Tärnättholmarna-Wanderung. Einerseits laufen wir durch dunklen Wald mit riesigen Steinen, andererseits verläuft der Weg auch entlang der Küste. Wir treffen auf alte Biberbauten, aber auch auf neue Biber-Aktivitäten. Über eine tolle Schilfbrücke erreichen wir die kleinen Inselchen, wo man auch das Zelt aufbauen, oder in einer Schutzhütte übernachten könnte. Am späteren Abend fahren treffen wir erneut auf die Schotten. Auch sie haben heute bereits eine Wanderung im Süden des Parks unternommen. Nach einem Schwätzchen fallen wir alle drei völlig müde in unsere gemütlichen Betten.


Freitag, 2. September 2016

Kurzfristig entscheiden wir uns, noch einmal eine Wanderung im Skuleskogens NP zu machen, diesmal vom Südeingang aus. Wir wollen unbedingt zur Slåttdalsskrevan (Schlucht). Der Weg ist zwar nicht wirklich steil, allerdings etwas anspruchsvoll wegen der vielen Wurzeln und Steine. Der Anblick auf die Küste ist traumhaft, das Wetter spielt perfekt mit. Juna meistert ihre Sache auch hier tipptopp. Tom erklärt ihr beim Runterlaufen die heiklen Stellen und sie läuft ganz vorsichtig. Eine super Reise-Hündin und das in ihrem Alter. Es ist eine Freude mit ihr. Zurück bei unserem Auto beschliessen wir, an den Badestrand Smittingen zu fahren. Unser Reiseführer empfiehlt den schönen Sandstrand wärmstens. Wir sind jedoch sehr enttäuscht, Hunde sind nämlich am Strand verboten. Wir entscheiden uns dann für einen Campinplatz. Auf dem Bergafjärdens Campingplatz sind wir zwar vom Strand und Meer sehr enttäuscht, überall stinkt es und wir müssen höllisch auf Juna achtgeben, damit sie nirgends was Grausames frisst. Allerdings sind wir begeistert von den traumhaften Duschen ;-).


Samstag, 3. September 2016

Südwärts fahren, das ist unser heutiges Motto. Natürlich unternehmen wir mit Juna noch einen ausgiebigen Spaziergang. Tom ist parat und ich nicht. Habe Kopfschmerzen und fühle mich richtig schlapp. Er fährt ca. 500-600 km fast am Stück. Ein Teufelskerl ;-). In der Nähe von Söderköping weist uns unser Führer auf das Naturreservat Ramunderberget hin. Auf einem geraden, allerdings schattigen Waldparkplatz genehmigen wir Nikan und Tom Ruhe von der langen Fahrt. Wir stellen erfreut fest, dass man vom Parkplatz aus einige Loops laufen kann. Den ersten laufen wir gleich nach unserer Ankunft. Nach dem Abendessen stellen wir noch erfreuter fest, dass die ganze Sportanlage mit all den Wegen durch den Wald beleuchtet ist. Herrlich. Hier wird im Winter auch Langlauf betrieben. Deshalb die beleuchteten Wege bis um 21:30 Uhr. Dann ist alles dunkel. Gut, dass wir unsere Stirnlampen dabei haben und Juna auch ihr grünes Leuchtband trägt. 


Sonntag, 4. September 2016

Am Morgen machen wir noch einen dritten, langen und herrlichen Loop durch wunderschönen Wald. Natürlich findet auch Juna ihre heissgeliebten Heidelbeeren und wie immer in diesen Ferien, werden aus morgendlichen Spaziergängen ausgiebige Touren. Zurück beim Auto, fahren wir über Jöderköping nach Norrköping und von dort nach Linköping über Kisa in den
Norra Kvill Nationalpark. Zuerst besichtigen wir die dickste Eiche Schwedens mit einem Umfang von 14 Meter. Anschliessend machen wir eine schöne Wanderung an den Lilla Idgölen und machen eine lange Pause beim Aussichtspunkt Idhöjden. Von dort geht es weiter an den Stora Idgölen, bevor wir es uns dann auf einem tollen Platz in der Nähe des Wanderparkplatzes gemütlich machen. Hier ist wieder mal zu erwähnen, dass die Deutschen keinerlei Anstand besitzen. Auf dem Wanderparkplatz hat ein Miet-WoMo so nahe an unseren Truck-Camper parkiert, dass wir kaum unseren Grill benützen können. Ausserdem hat das WoMo einen kleinen Schreihals an Bord, deshalb machen wir uns kurzum vom Acker und suchen eine ruhigere Stelle.


Montag, 5. September 2016

Der Hätteboda Vildmarkscamping ist ganz nach unserem Gusto, richtig kanadisch halt. Ein Traum von einem Platz. Die Plätze sind grosszügig gestaltet und der Besucher ist ganz für sich allein. Das Trinkwasser pumpt man selber und fürs Duschen muss das Wasser zuerst in grossen Säcken erwärmt werden, vom Sonnenlicht natürlich. Das Holz muss der Mann noch selber sägen und hacken. Da überlegt sich mancher Schmarotzer, ob er nicht am Lagerfeuer eines fleissigen Holzfällers Platz nehmen soll. Es gibt nämlich auf dem Platz einfach ein paar Gemeinschafts-Feuerplätze. Hier wird
garantiert nicht so viel Holz verbraucht wie im Yukon. Wir entscheiden uns für einen grossen Platz in der Nähe des Main-Camps. Der Standort bietet Platz genug, um mit Juna ordentlich zu spielen und auch zu trainieren. Juna findet den Platz First-Class. Sie beschnuppert wie immer zuerst ausgiebig das Revier, findet auch ab und an ein altes Stück Fleisch oder Polenta hinter den Büschen. Dann aber widmet sie sich ihren vielen Holzstückchen, die sie überall verstreut in der Gegend findet. Am Wasser sind wir relativ schnell, der modrige Steg kann jedoch nicht bedenkenlos benutzt werden. Allerdings haben wir den Main-Beach fast für uns alleine. Ausser der sympathischen Familie mit Jula und Ella ist niemand da. Tom findet den Typen natürlich sofort toll, da er ein Hilleberg-Zelt besitzt. Er hackt ausserdem für sein Leben gern Holz. Bereitet jeweils für seine Familie schön Holz für die Sauna und für das Lagerfeuer vor. Auf dem Platz kann man über 7 km lange Trails laufen. Herrlich, dieses kleine Paradies auf Erden. Haben wir auch schon erwähnt, dass man tagelang böötlen und auf kleinen Inselchen übernachten kann? Wir buchen hier gleich 3 Nächte und verbringen herrliche Tage in der Wildnis.


Donnerstag, 8. September 2016

Alles hat ein Ende. Leider. Damit wir genügend Zeit haben  um heimwärts zu fahren, wollen wir heute langsam weiterziehen. Sicher ist aber, dass wir hier

nicht zum letzten Mal gewesen sind. Von Trelleborg sind es nur ca. 2 Stunden, also total gut erreichbar. Über die Autobahn fahren wir Richtung Malmö und verlassen dann Schweden über die Öresund-Brücke. Leider entscheiden wir uns dann für die Fahrt über Kopenhagen. Irgendwann beschliessen wir, unserem Diesel und uns eine Pause zu gönnen. Wir landen auf dem Campingplatz Wikinger in Schleswig. Hier sind fast mehr Hunde am campen als Menschen ;-).


Freitag, 9. September 2016

Halb 8 und die Fahrt beginnt. Denken wir. Allerdings kommen wir bloss auf die Schnellstrasse in der Nähe des Campingplatzes, als unser Nikan einfach so mitteilt, dass er so gar nicht in die Gänge kommt. Wir wenden unser Fahrzeug und stellen es bei einer Tankstelle auf dem Kundenparkplatz Land und Tier ab. Da blöderweise die Anzeige Motorblock immer wieder leuchtet, fackeln wir nicht lange und fragen beim TCS nach. Nach zwei Stunden steht dann Ingo vom ADAC auf dem Platz. Tom und Ingo machen eine lange Probefahrt, während wir Damen die Gegend von Schleswig und Busdorf unsicher machen. Ein ganz sympathisches Völkchen, die Bürger und Bürgerinnen dieser beiden Orte.

Nachdem Ingo dann den Fehler analysiert und gelöscht hat (Motorstörung, Kraftstoffverteilrohr, Druck zu hoch) wegen dem Chip, ziehen wir glücklich, aber mit vier Stunden Verspätung von dannen. Weit kommen wir nicht so. Kilometer um Kilometer, denn es ist überall Stau angesagt. Um 12 Uhr stehen wir (100 km vor Hamburg) im Stau. Um 14 Uhr sind wir bloss schlappe 18 km weiter. Es ist mühsam und ausserdem macht uns die Hitze zu schaffen. Unseren Plan, in den Naturpark in der Nähe von Fulda zu fahren, begraben wir. Um 21.30 Uhr machen wir Schluss für heute und übernachten kurz vor Frankfurt auf einer Raststätte. 


Samstag, 10. September 2016

Unser letzter Tag beginnt nicht so, wie wir es geplant haben. Wir erwachen um halb 6 auf einer lärmigen Raststätte anstelle eines wunderbaren Platzes im Naturpark. Nach einem Kaffee rollen wir weiter. Ein paar Stunden später sind wir zuhause. Fazit unserer Ferien: Wir haben schon viele tolle Reisen erlebt, aber mit Juna an unserer Seite macht es das Ganze noch viel schöner. Wir danken dir, liebe Pippulu für deine Liebe. Du tust uns und unseren Seelen einfach gut. Schweden ist herrlich, wenn bloss die lange Anreise nicht wäre.






Kommentare