Quer durchs Emmental - Schüpbach nach Lützelflüh - 30.7. - 1.8.2016
Samstag, 30.7.2016
Conny erzählt:
Wir starten in Schüpbach-Dorf bei heissen Temperaturen und
traumhaften Sonnenschein. Keine Wolke steht am Himmel. Der Aufstieg durch den
Nidermattgraben verläuft nicht ganz so steil. Gut, dass der neben dem Weg
fliessende Bach für Juna leicht zugänglich ist.
So geniesst sie die
Erfrischung, denn noch ist der Schatten rar. Erst später spenden die Bäume
Schutz vor der Sonne. Nach einer ausgiebigen Pause bei der Gemsistallhütte
erreichen wir die Moosegg. Diesen Punkt haben wir bereits im 2014 gekreuzt.
Unsere Tour verläuft nun weiter über den Panoramaweg Richtung Geissrüggen. Bald
darauf treffen wir auf eine schön angelegte Feuerstelle mit Blick auf die
Berge. Hier oben windet es plötzlich und die Sonne verschwindet hinter grauen
Wolken. Im Hintergrund ist der Himmel schwarz. Im Aare- und Gürbetal regnet es
vermutlich schon. Langsam sehen wir uns nach einer Übernachtungsstelle um und
werden fündig bei einer Hütte auf einem ehemaligen, militärischen Übungsgelände
in der Nähe von Walkringen. Juna ist müde, Tom hat Muskelkater (zuviel
trainiert) und ich spüre die Hüfte. Wir geniessen den Abend, zwischendurch
regnet es. Da wir aber unser Tarp dabei haben, können uns die Regentropfen nichts
anhaben. Wir sind entspannt und glücklich. In der Nacht erwachen wir ab und zu.
Wegen dem Prasseln des Regens auf unser Zeltdach und dem Rauschen des Windes
schlafen wir aber immer wieder sofort ein. Herrlich. Am Morgen liegt Juna so
nah an meiner Seite, dass ich ihren warmen Atem auf meinem Gesicht spüren kann.
Ich könnte ihr stundenlang zusehen, wie sie so friedlich schläft.
Sonntag, 31.7.2016
Tom erzählt: Mein Rücken tut von 8 ½ Stunden Schlafen auf
dem Mätteli etwas weh. Deshalb beschliesse ich, mit Juna Wasser zu holen. Auf dem
Weg zur Wasserstelle begegnen wir zwei lieben Hunden (Labbi und Golden). Juna,
unsere kleine, glückliche Hündin, hat somit bereits vor dem Morgenessen eine
tolle Spielrunde mit einer spielfreudigen Labbi-Hündin (7 Jahre). Leider durfte
der Golden Retriever nicht mitmachen, weil er alt und voller Krebs ist. Unser
Morgenessen können wir ohne Regen einnehmen, leider aber auch ohne Sonne.
Unsere heutige Route beginnt also im Spittelwald. Leider
haben kurz darauf meine Kartenlesekünste völlig versagt und wir haben uns mal
kurz verlaufen. Quer durch den Wald, über Stock und Stein, durch dornige Büsche
geht unsere Wanderung. Meine beiden Begleiterinnen folgen mir auf Schritt und
Tritt und sind nicht böse wegen dem Weg. Als wir dann in Vorder-Schwändi
ankommen, sind wir somit auf dem richtigen Kurs. Die Wanderung verläuft weiter
durch den Wald oder am Waldrand entlang nach Bütschwil. In Bütschwil treffen
wir auf einen asozialen Bauernhofhund und ojemine, es ist wieder mal ein Berner
Sennenhund. Trotz kompletter Unterwerfung von unserer Juna, knurrte die
dämliche Hündin unser Mädchen an. So was lassen wir uns nicht gefallen und
vertreiben den Scheisskläffer mit unseren Stöcken. Auf der Krete des Sidenberg
wandern wir weiter und stellen uns unseren Wanderweg selber zusammen. Natürlich
müssen wir so auch einige Zäune bezwingen. In Bigel überqueren wir den
Talgrabenbach. Hier kann Juna noch ein schönes Bad geniessen. Wir entscheiden
uns, hier noch kein Wasser mitzuschleppen. Eine etwas blöde Entscheidung, denn
im Blasenwald gibt es kein Wasser. Ich verspreche aber meinen beiden, dass ich
dann, wenn wir einen Platz gefunden haben, noch einmal an den Bach runter
wandern werde. Im Blasenwald schmeissen wir unsere Rücksäcke hin und suchen
einen geeigneten Platz. Jeder sucht in einer anderen Richtung, das heisst, Juna
kommt mit mir. Wir beide finden nach einiger Zeit eine Waldspielgruppen-Platz,
sogar ein Holzunterstand, gedeckt mit einem Wellblechdach ist vorhanden. Ich
pumpe aus einer grossen Pfütze Wasser für uns und Juna ab. Als ich zurückkomme,
hat meine clevere Frau bereits das Tarp installiert und einen Behälter darunter
gestellt, um Regenwasser zu sammeln, wie sie sagt. Und siehe da, der Weg an den
Talbachgrabenbach bleibt mir so erspart. Wir sammeln während den heftigen
Gewittern innert zwei Stunden ca. 4 Liter Regenwasser. Den Abend verbringen wir
am Trockenen und geniessen tatsächlich um ca. 20.30 Uhr den Sonnenuntergang.
Einfach traumhaft.
Montag, 1.8.2016
Juna erzählt: Irgendwas ist komisch. Meine beiden Menschen
haben Zeit zum Schlafen. Für mich stellt das kein Problem dar, denn ich bin so
was von hundemüde. Ich kuschle mich noch etwas näher an meine Leute. Doch da,
Tom spricht, eine riesige Gelegenheit, mich sofort auf den Rücken zu drehen und
eine morgendliche Chräbueinheit einzufordern. Da wir heute alle ziemlich ausgeschlafen sind,
hallooo, es ist bereit 7.30 Uhr, habe ich etwas mehr Hunger als sonst. Ich habe
bereits gemerkt, dass sich im grossen Rucksack von Conny mein Futter befindet.
Nun gilt es, den Rucksack nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Er wird
nämlich vom Zelt wieder in die Hütte verschoben. Ich muss noch folgendes sagen:
seit wir unterwegs sind, kriege ich ein ganz
spezielles Futter, Lachs mit
Wildreis. Ausserdem füttern mir die beiden eine Turbowurst. Ich liebe Trekking.
Auf alle Fälle ist es jetzt so weit. Mein Zmorge ist angerichtet und schwups,
schon wieder weg. Habt ihr mir überhaupt etwas gegeben? Naja, bloss nicht
jammern. Ich suche sämtliche Äste zusammen, während meine Leute das Nachtlager
abbauen. Natürlich darf ich noch meiner Lieblingstätigkeit nachgehen, nämlich
Suchen. Zuerst Gudis, dann Tannzapfen und dann sogar meinen Chef. Nach mehreren
Spielrunden bei Sonnenschein brechen wir auf Richtung Bahnhof Lützelflüh, von
wo wir dann unsere Heimreise mit dem Knatterdings und dem Holperbus antreten.
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