St. Laurent-du-Verdon - 28. Mai - 4. Juni 2016



 Juna erzählt - ihr erster Reisebericht!

Samstag 28.5. und Sonntag, 29.5.2016

Meine Leute machen wieder mal was ganz Komisches. Schon seit einigen Tagen fahren wir immer wieder zu Nikan. Für mich haben sie eine neue Box gebastelt, aus dunklem Holz mit orangenen Pfoten. Leider fällt mir das Einsteigen immer noch etwas schwer. Aber das geht schon irgendwann. Auf alle Fälle fahren wir dann los. So lange bin ich noch nie gefahren. Zwischendurch machen wir immer mal wieder Pause. Irgendwann kommen wir am Ziel an. Hier riecht alles ganz anders. Die Bäume, das Gras, die Erde. Alles riecht nach Wärme. Und nun geschieht wieder etwas, das habe ich noch nicht erlebt. Meine Leute fahren mit Nikan unter dem Häuschen weg. Ich denke, hier bleiben wir länger. Juhui, mir gefällt es hier sehr. An die Leine muss ich nur in den Dörfer, an der Laufleine bin ich bloss, damit ich entspannen kann. Bereits am ersten Tag kann ich im See baden. Meinen Leuten ist es wohl zu kalt, aber das ist mir egal. Hauptsache, ich darf das herrliche Nass geniessen. Oh, schwimmen macht riesigen Spass. Leider donnert es dann am Sonntagmorgen, aber trotz Regen machen wir dann einen tollen Spaziergang. Am Seeufer rutsche ich dann so aus, dass ich mich etwas an der Schnauze verletze und auch etwas blute. Auf alle Fälle muss die Wunde dann desinfiziert werden und ich mag auch auf keinen Stöcken herumkauen. Meine Leute meinen, dass ich ein richtiges Rambodiesli sei. Dann machen wir noch einen Ausflug nach Sainte Croix. Dort darf ich im Dorfbrunnen baden, da Hunde am Strand nicht erlaubt sind. Fazit der ersten beiden Tage aus Hundesicht: Einfach grossartig.
Meine Leute meinen, dass es etwas wärmer und trockener sein dürfte. Die beiden jammern wegen ein bisschen Schlamm an ihren Schuhen und Hosen. 😃


Montag, 30. Mai 2016

Der neue Tag beginnt wieder ganz nach meinem Gusto. Bereits während dem Morgenspaziergang träume ich wie immer von meinem wunderbaren Frühstück. Bald darauf pumpen meine Beiden das riesige, nach Gummi stinkende Ding auf. Schon zuhause habe ich mich kurz gefragt, weshalb ich üben musste, dort rein- und rauszuspringen. Lange Gedanken habe ich mir nicht gemacht, Hauptsache, es gab immer ein feines Leckerli dafür. Und nun tragen sie das schwarz-rote Gummiding an den See herunter. Bald darf ich meine leuchtende Schwimmweste anziehen und schon geht’s los. Ui, nun weiss ich, weshalb ich das Ein- und Aussteigen so üben musste. Denn nun schwankt die ganze Sache ordentlich. Mir gefällt es, über das Wasser zu gleiten. Ich geniesse die Fahrten. Wir machen immer wieder Pause am Ufer, dort kann ich dann mit meinen Leuten genüsslich spielen. Tom wirft mir immer wieder den blauen Wasser-Kong. Am Ende tragen die Beiden das Gummiding wieder an den Platz. Sie sagen immer wieder, dass ich das Kanu fahren ganz toll gemacht habe und sind sehr glücklich darüber. Am Nachmittag machen wir noch eine Fahrt mit dem Auto in die Verdon-Schlucht und von dort gibt es einen eher kurzen Spaziergang. Meine Leute meinen, dass es etwas zu steil und deshalb zu gefährlich sei. Dabei bin ich sehr trittfest und sicher auf den Steinen. Aber eben, die Beiden wollen wohl nichts riskieren mit mir. Am Abend versuchen sie dann noch, eine Pizza auf dem Grill zu backen. Obwohl die beiden kurz eine Diskussion haben, wird die Pizza wohl doch fein. Also, riechen tut sie gut. Wie immer kriege ich leider nichts davon ab.



Dienstag, 31. Mai 2016

Natürlich! Heute wird mal wieder alles ganz langsam angegangen. Aber ich weiss, dass die beiden bereits wieder auf dem Sprung sind. Klar, sie packen alle Schwimmwesten, Ruder und sonstiges Zeugs zusammen und wir gehen wieder aufs Wasser. Oh, wie sehr ich mich freue. Ich liebe es, meinen Kopf auf den Bootsrand zu legen und ins Wasser zu schauen. Ich sehe immer die kleinen Strudel, die entstehen, wenn Conny ihr Ruder ins Wasser taucht. Heute kann ich auch mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, im Wasser mit der Weste zu schwimmen. Es fühlt sich sicher und gut an. Ich muss vielleicht noch etwas dazu sagen: ich bin zwar ein richtiger Labrador mit Schwimmhäuten zwischen meinen Zehen, aber so richtig sicher fühle ich mich beispielsweise in fliessendem Gewässer nicht. Ich hatte da ja diese üble Erfahrung in der Emme gemacht als mich dann Tom gerettet hat.

Auf alle Fälle gibt es erneut eine tolle Spielrunde am Ufer.

Am Nachmittag lassen wir dann die Seele baumeln und geniessen die Zeit mit Lesen und Schlafen. Ich träume natürlich von meinen Schwimmkünsten und von einem riesigen Knochen. Nach dem ausgiebigen Spaziergang am Abend bin ich dann so hundemüde, dass ich sogar beim Betteln einschlafe.


Mittwoch, 1. Juni 2016

Heute geht’s auf den Markt in Riez. Oh, diese Düfte überall. Leider regnet es ziemlich und meine Leute finden, dass sie lieber wandern gehen. Also machen wir eine tolle Wanderung in Sainte-Croix, den sogenannten „circuit des Muletiers“. Die Wanderung dauert zwei Stunden und bietet einen wunderbaren Blick auf den See. Selbstverständlich gibt es dann noch ein Bad im See.
Anschliessend wollen meine Leute den Canyon du Verdon besuchen. Ab La Palud sur-Verdon wird der Verkehr einspurig geführt. Wir fahren also die Route des Crêtes. Für mich ist die Sache eher etwas langweilig. Conny jedoch verlässt dauernd das Auto um die Aussicht zu geniessen. Tom hingegen bleibt im Wagen, er sagt was von Höhenangst.

Den Abend verbringen wir dann mit Feiern. Meine Lieben sind heute bereits seit 4 Jahren verheiratet. Ich bin glücklich, dass ich mit ihnen feiern darf.

Von weitem sehen wir noch Moustiers Sainte-Marie, ein Bilderbuchort. Moustiers ist im 5. Jahrhundert aus einem Kloster heraus entstanden. Im 17. und 18. Jahrhundert verhalf die Fayencekunst dem Ort zu seiner wirtschaftlichen Blütezeit.



Donnerstag, 2. Juni 2016

Heute machen wir erneut eine Wanderung, jedoch ohne Auto. Wir laufen also direkt beim Campingplatz los und wandern oberhalb der Schlucht entlang. Mir gefällt so was sehr. Die Abkühlung im Quinson See tut mir gut. Den Tag verbringen wir erneut mit süssem Nichtstun. Auch das tut mir gut. Ich kann so endlich richtig ausspannen und erholen.



Freitag, 3. Juni 2016

Ach du meine Güte. Heute setzen meine Leute wieder den Aufsatz auf Nikan. Das heisst wohl, dass wir bald wieder weiterziehen. Ich hab es natürlich sehr genossen, meine ersten Ferien. Natürlich geniessen wir noch den letzten Tag mit ausgiebigen Spaziergängen und feinem Essen.



Samstag, 4. Juni 2016

Es ist so weit. Ich stelle mich einfach mal ganz toll quer, lege mich auf Rücken und mache mich ganz schwer. So muss ich nicht einsteigen. Ich finde es schrecklich, dass diese Ferien zu Ende sind. Trotzdem bleibt mir nichts anderes übrig, als irgendwann einzusteigen. Es war doch sooooooo schön hier. Meine Leute wollen unbedingt noch in Digne-les-Bains einkaufen und vertrödeln eine Menge Zeit. Da hätten wir locker noch mal baden gehen können. Unterwegs kommen wir dann in mehrere heftige Gewitter und ich bin froh, im gemütlichen Nikan zu liegen. Natürlich wollen meine Leute noch nicht heim. Wir verbringen dann die Nacht im Jura am Lac des Taillères. Meine Leute sind schrecklich enttäuscht darüber, dass sie mich nicht frei laufen lassen können. Zuviel Dreck, Abfall, Kuhscheisse liegen am Boden. Zu allem Übel darf ich auch nicht baden. Aber hallo, dafür kriege ich ein leckeres Rindsohr und leg mich gerne wieder schlafen. Die lange Fahrt war anstrengend für mich.

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