Juna und ihre erste Übernachtung im Zelt - 24. und 25. März 2016



Wir planen unsere erste Übernachtung mit Juna im Zelt. Wir verbringen zwei Tage im Seeland, da im Emmental teilweise immer noch Schnee liegt und auch einige Grade kälter ist. Natürlich sind wir etwas nervös, denn was ist, wenn Juna das Zelten voll doof finden würde? Aber am besten erzählt Juna aus ihrer Sicht, wie sie die beiden Tage erlebt hat.



Meine Menschen machen etwas, dass sie noch nie gemacht haben. Überall in der Wohnung liegen sonderbare Gegenstände herum, die ich noch nie geschnuppert habe. Die Rucksäcke, die im Eingangsbereich herumstehen, sind um einiges grösser als die, die sie sonst mit sich herumschleppen. Die Schuhe riechen ganz anders, sie sind ausserdem mit Lederfett eingeschmiert. Und für was sind denn die Stöcke? Meine Leute packen Schlafsäcke ein, die nach Wald duften, nicht so wie meiner, den ich immer auf dem Sofa benützen darf. Tausend Sachen, die ich nicht verstehe. Endlich geht’s los. Ich weiss, dass etwas Besonderes bevorsteht. Meine Menschen sind gut gelaunt und freuen sich offensichtlich. Deshalb zeige auch ich meine Freude. Zuerst fahren wir mit dem Postauto. Stolz präsentiere ich, dass ich das schon mehrere Male gemacht habe. Natürlich will ich alle neuen Passagiere herzlich willkommen heissen, aber meine Menschen teilen mir klar und deutlich mit, dass sich das nicht gehört. Nach einer Weile steigen wir um in ein langes Ding, das unglaublich quietscht. Meine Menschen sagen immer wieder zueinander, wie gut ich meine erste Zugfahrt mache. Mir ist aber alles etwas zu laut, aber meine Menschen finden das wohl nicht so schlimm. Auf den Bahnsteigen riecht es überall herrlich nach Essbarem. Nach einer weiteren Zugfahrt steigen wir dann erneut in ein Postauto. Nachdem ich es mir so richtig gemütlich gemacht habe, ist die Fahrt bereits wieder vorbei. Und endlich geht’s los mit Laufen und Schnuppern. Die Leine ist weg und ich bin in meinem Element. Natürlich höre ich meist ordentlich auf die Befehle meiner Leute, vor allem, wenn ich nach dem Pfui ein ordentliches Leckerli kriege. Aber überall diese verlockenden Spuren, da kann ich halt nicht alles auf einmal. An einer sonnigen Lichtung machen wir Mittagspause. Welche Freude, dass sich in unmittelbarer Nähe ein Bach befindet. Dieser muss natürlich gründlich inspiziert werden. Plötzlich
entdecke ich einen Tunnel wie auf dem Hundeplatz. Juhui, vielleicht wartet ja ein Hundekumpel auf der anderen Seite. Kein Kumpel, nur Wasser, aber auch sehr okay. Ich finde es nämlich schon etwas warm und geniesse die Abkühlung. Leider kann ich nicht verstehen, weshalb meine Leute nicht wie letzten Sommer ins Wasser kommen. Ich kann mich kaum mehr beruhigen. So ein schöner Platz. Eigentlich habe ich gemeint, dass wir hier länger bleiben, aber nach einer Stunde packen die Beiden wieder zusammen und wandern weiter. Das Herumgehopse hat mich ganz schön müde gemacht und ich bin froh, als wir wieder Rast machen. Nun geschieht aber was ganz Eigenartiges. Meine Menschen packen eine riesige, grüne Decke aus. Leute, solch eine riesige Decke hättet ihr nicht extra für mich mitnehmen brauchen. Die Decke wird aber aufgebaut und ergibt schliesslich eine gemütliche Höhle mit
kuschligen Decken und warmen Unterlagen. Alles duftet nach meinen zwei Lieben. Kann das sein, dass ich wirklich…? Als wir dann aber wieder ans Feuer zurückkehren, denke ich, dass ich wohl am Feuer schlafen muss. Es ist sehr kalt und ich mache mich ganz klein und kuschle mich auf meine wärmende Matte. Ich lasse mich sogar zudecken. Ab und zu wärme ich mich am Feuer. Plötzlich machen wir noch eine Pinkelrunde und dann gehen wir in die Höhle. Dort darf ich zwischen Conny und Tom schlafen. Ich bin nicht lange wache, meine Menschen jedoch sprechen noch einige Zeit darüber, wie schräg doch die Höhle steht. Ich merke nichts davon. Mitten in der Nacht, es ist aber sehr hell wegen der weissen Kugel am Himmel, stehen meine Leute auf. Echt jetzt? Ich bin aber noch sooo müde. Aha, bloss eine Mini-Pinkelrunde vor der Höhle. Im Wald ist es etwas unheimlich und kurz nachdem wir wieder im sicheren Innern sind, jagt ein Kumpel laut bellend durch den Wald. Ist das wirklich ein Kumpel? Sofort stehe ich auf und horche ganz genau hin. Nein, kein Hunde-Kumpel. Das muss wohl ein Fuchs sein. Am Morgen gehe ich früh mit Tom raus und treffe an der Feuerstelle auf einen Menschen mit einem Hunde-Kumpel. Was für ein Glück, die Menschen lassen uns lange miteinander herumalbern. Der Hunde-Kumpel ist nämlich bloss drei Tage älter als ich und ein
wunderbarer Spielkamerad und ehrlich gesagt habe ich wohl etwas verliebt in den Jagd-Hund. Dann weiss ich nicht so recht wie es weiter geht. Normalerweise muss ich ja nach dem Zmörgele immer schlafen und ja, meine Leute haben mir ein tolles Plätzli eingerichtet. Allerdings sind sie irgendwie in Aufbruchstimmung und bauen plötzlich auch die Höhle ab. Das ist doch schon recht eigenartig. Ich gehe immer wieder nachsehen, ob die Höhle vielleicht wiederkommen ist, aber dann gehen wir weiter. Ich bin etwas müde. An einem Strassenrand entdecken meine Menschen dann einen riesigen Vogel, der nicht mehr fliegen kann. Genau solche Vögel beobachte ich immer am Himmel. Meine Menschen sprechen von Mäusebussart. Sofort benachrichtigen sie den Wildhüter, der dann bald den Vogel einfängt und mitnimmt.

Dieses Wanderleben gefällt mir sehr. Da ich aber immer müder werde, bin ich wirklich froh, als wir dann an einem Ziel ankommen. Während der Fahrt schlafe ich mehrheitlich und verarbeite die letzten beiden Tage. Natürlich höre ich immer meine beiden Lieben, wie sie mich loben und Freude haben, dass ich sogar mit aufs Trekking kann. Juhui, ich bin ein so glücklicher Labbi. Das Schönste folgt dann noch. Zuhause werde ich mit einem RIESIGEN Rindsohr belohnt. 

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