Hügelig, grün und wunderschön – das Emmental – 7. bis 9.6.2014
Am Bahnhof Grosshöchstetten ist es praktisch windstill. Die
Sonne scheint erbarmungslos auf uns nieder. Bereits der erste Anstieg über den
Möschberg in den Schönwasenwald ist ziemlich anstrengend. Im schattigen Wald
ist es dafür umso angenehmer zu laufen. Üblicherweise sind wir bei angenehmeren
Temperaturen unterwegs, eher im Frühling oder Herbst. Dass es an diesem
Wochenende so warm werden würde, hat uns doch etwas überrascht. Okay, wir
brauchen uns diesmal keine Gedanken darüber zu machen, ob wir ein Feuer
entfachen können. Ein Feuer wäre zum jetzigen Zeitpunkt bloss für die
Gemütlichkeit, nicht, um unsere kalten Körperteile zu wärmen.
Auf der Moosegg suchen wir längere Zeit den perfekten Platz
zum Übernachten. Erfolglos. Entweder ist das Gelände zu steil oder der Platz
befindet sich direkt am Wanderweg. So schlagen wir dreist unser Zelt in einem
kleinen Nadelwäldchen direkt an der Strasse, unmittelbar vor dem Restaurant
Moosegg auf. Viele Besucher wandern gegen Abend an uns vorbei ohne uns oder
unser Zelt zu bemerken. Es lebe unser grünes Haus, welches farblich direkt auf
die Natur abgestimmt ist.
Ziemlich früh schnallen wir am nächsten Tag unsere Säcke an.
Schon jetzt ist es im Wald relativ warm. Der Abstieg nach Signau ist etwas
steil. Der Weg von Signau nach Bowil verläuft über schattenlose Felder. Es ist
wirklich sehr, sehr heiss. In Bowil setzt sich mein Gedanke im Kopf fest, von
hier an den Zug nach Hause zu nehmen. Mein innerer Schweinehund gewinnt. Ich
will weiter. Der Weg bleibt schattenlos und steigt immer weiter an. Ab
Wildeneybad spenden uns die Bäume den langersehnten Schatten. Den Hoh Wald
kennt Tom bestens. Eigentlich wollen wir in der Kiesgrube übernachten. Leider
ist der Platz von einer Gruppe Pfadis besetzt. Wir weichen auf unseren Platz
etwas oberhalb unseres Spichers aus. In früheren Jahren haben wir diesen Ort
häufig aufgesucht. Sogar Tische und Bänke haben wir aus Ästen gebastelt. Die
Natur hat sich allerdings wieder erholt. Bänke und auch die Feuerstelle sind
mit Moos überwachsen und auch die Vegetation hat sich stark verändert. Wir
machen es uns gemütlich, liegen stundenlang auf unserer Decke und geniessen die
über uns wiegenden Bäume und das Zwitschern der Vögel. Am Abend machen wir eher
gewohnheitsmässig ein kleines Feuer. Die Route für den nächsten Tag ist uns nur
allzu bekannt. Allerdings fahren wir ja meistens mit dem Auto zu unserem
Spycher. In Konolfingen ist unsere Zeit zu Fuss zu Ende. Wir nehmen den Zug
über Thun nach Seftigen und laufen das letzte Stück nach Hause.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen