Flims - Graubünden

Spontan beschliessen wir, ins Graubünden zu fahren. Da Nikan nun in Thun steht, ist es unbestritten, dass wir direkt über den Brünig nach Luzern fahren. Von da an ist es nur ein Katzensprung nach Flims. Auf dem Dorfcamping Flims haben wir im Vorfeld drei Nächte
gebucht. Hugo hätte uns einen ruhigen Platz abseits, wie von uns gewünscht, zur Verfügung gestellt. Da er aber bei unserer Ankunft nicht vor Ort war, haben wir es uns bereits auf dem Quick-Stellplatz (direkt vor der Rezeption) bequem gemacht. Natürlich spielte für unseren Entschluss auch ein technisches Problem eine grosse Rolle. Wir haben für unsere Reisen zwar diverse Kabel an Bord, auf einem Schweizer Campingplatz waren wir hingegen schon länger nicht mehr. Unser extra für Nordamerika angeschaffter Trafo macht natürlich auch keinen Sinn. Und so benötigen wir in Flims einen Stellplatz, möglichst nahe an der Stromverteilung. That’s it.


Unsere erste Besichtigung ist der Caumasee. Der türkisblaue, kristallklare See ist ein echter Hingucker, das Fernweh nach Canada ist umso schlimmer. Im Caumasee (997 m)  kann man, wenn es die Temperaturen zulassen, sogar baden. Auch der vielseitige Spielplatz ist ein wunderbares Freizeitvergnügen für Familien.


30. Mai 2014
Das Wetter ist nicht wirklich überwältigend. Trotzdem wollen wir unbedingt auf den Trutg dil  (Wasserweg). Bereits Brigitta hat uns mitgeteilt, dass der obere Teil des Wegs noch nicht offen ist. Es liegt immer noch Schnee. Startpunkt des Weges wäre jedoch etwas oberhalb vom Unteren Segnesboden, über den Cassonsgrat erreichbar. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, als in den Weg über Naraus einzusteigen. Immer wieder quert man den Flem über einzigartige Brücken, gestaltet von Jürg Conzett. Unter den Bauwerken bannt sich der Flimser Bach seinen Weg hinunter ins Tal. Imposant zu sehen, wie kräftig das Wasser seine Spuren hinterlassen hat, sei es als Wassermühlen oder Wasserrutschen. Zwischendurch führt der Weg wieder durch wunderschöne, alpine Landschaft, jedoch immer in der Nähe des Wassers. Unser Fazit: Herrliche Wanderung, da wir talwärts unterwegs waren, konnte ich endlich auch mein Knie richtig beanspruchen und welche Freude, am Abend grosser Jubel, keine grösseren Schmerzen. Juhui.


Weitere Infos zum Flimser Wasserweg: Die Wanderung von Naraus bis zur Talstation Flims dauert ungefähr 3 Stunden. 5 Stunden dauert die Wanderung von Cassons bis ins Tal. Der Weg ist sowohl berg- wie talwärts begehbar. Der Trutg ist ein schmaler, anspruchsvoller Bergwanderweg. Kinder sind unbedingt stets zu beaufsichtigen. Der Weg ist nur in schnee- und eisfreien Jahreszeiten zu begehen. Feste Wanderschuhe sind von Vorteil, nasse Felsen können äusserst glitschig sein.


Weitere Infos unter: http://www.trutg-dil-flem.ch/

31. Mai 2014
Das Wetter ist besser, ein fast wolkenloser Tag steht uns bevor. Heute wollen wir eine Wanderung in die imposante Rheinschlucht unternehmen. Die Geschichte der Ruinaulta hat mit dem Flimser Felssturz vor über 10000 Jahren begonnen. Mit über 8‘000 Mio Kubikmetern Fels ist er der grösste Felssturz der Alpen. Auf der Höhe von Ilanz wurde der Rhein aufgestaut. Mit den Jahrtausenden hat der Fluss sich seinen Weg durch die Bergsturzmassen gebahnt und formte so die imposante Rheinschlucht. Die unberührte Natur ist ein kleines Paradies. Im bewaldeten Gebiet wachsen sogar Orchideen, wie der seltene Frauenschuh. Unsere Wanderung: Von Flims über Conn (970 m) geht’s zuerst auf die deltaförmige Aussichtsplattform Il Spir. Sie ist über den Wanderweg 656.3 erreichbar. Über Ransum geht es dann ziemlich steil hinunter bis an das Flussufer des Rheins. Über die Eisenbahnbrücke gelangt man an ans andere Flussufer. Von hier aus kann man die kalksteinhaltigen Felswände wunderbar bestaunen. Station Versam liegt auf 635 m (Bus- und Bahnstation). Wir bleiben jedoch auf dem Weg, welcher uns schliesslich an die Station Valendas-Sagogn (Bahnstationauf 669 m). Von nun an geht’s aufwärts. Über Planezzas, Safums gelangen wir schliesslich nach Laax, welches wir schnurstracks links liegenlassen. Nach fast 8 Stunden erreichen wir Prau la Selva wieder. Die Strapazen haben sich eindeutig gelohnt. Eine herrliche, wenn auch anstrengende Wanderung. Gutes Training für unser bevorstehendes Trekkingwochenende.

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