Norwegen, Schweden - 14.08. - 27.08.2011



Samstag, 13. August 2011

Morgen um 03.00 Uhr geht es los. Vorher trinken wir jedoch noch zwei feine Nespresso-Kafis. Unser heutiges Ziel ist, quer durch Deutschland zu fahren, Lübeck-Travemünde heisst der Hafen, in dem wir unser Cämperli verladen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hafengebäude können wir bereits zum Check-In, unser Auto wird im Schiff Nils Holgerson verstaut und wir beziehen unsere tolle Luxus-Kabine 9100 (Deck 9). Nach einer gemütlichen Dusche (die ist auch in unserer Kabine integriert) spazieren wir übers Schiff und inspizieren die Bar und alle anderen Sachen. Um 22.00 Uhr legt das Schiff die Leinen ab. Um diese Zeit sind wir bereits hundemüde. Nach dem Auslaufen trinken wir noch ein Glas Wein und gehen bald schlafen. In unserer Kabine geniessen wir noch die Sicht auf den Bug bei grandiosem Vollmond.


Sonntag, 14. August 2011

Morgen um 6.30 Uhr. Die Sonne scheint uns direkt in unsere tolle Suite. Tom macht einen kleinen Rundgang übers Schiff. Conny erwacht langsam. Gemeinsam geniessen wir dann ein Frühstück auf dem Panorama-Deck. Um 7.30 Uhr treffen wir endlich in Trelleborg (Schweden) ein. Danach führt uns die Strasse über Malmö, Göteborg und Tanum. In Tanum besichtigen wir die in allen Schweden-Reiseführer erwähnten Felsritzungen. Eigentlich sind die Zeichnungen in Stein gehauen, deshalb ist das Wort Felsritzungen eigentlich nicht korrekt. Die Zeichnungen sind grandios. Sie stammen aus der Bronzezeit. Auch ein Hügelgrab können wir besichtigen. Wir entscheiden uns für eine kurze Weiterfahrt, die sich in eine kleine Umleitungs-Irrfahrt verwandelt. Dafür entdecken wir auf der Umfahrungsstrasse in Hogdal den tollen Campingplatz Lökholmen. Er ist ziemlich überfüllt (Dauercamper), allerdings ist niemand da. Unser Übername für den Platz: Zombiecampingplatz. Der Platz hat absolut hammermässige Nasszonen. Als wir ins  Bett gehen, regnet es erneut. Das Tröpfeln lässt uns sofort einschlafen. 


Montag, 15. August 2011

Nach kurzer Fahrt begrüssen wir Norwegen. Es regnet immer noch. Wir fahren in der Nähe von Drammen unter einem Fjord durch. Das ist einfach grauenhaft. Gut, dass Conny dies vorher nicht wusste. Die Platzangst nimmt von Jahr zu Jahr zu.  In Heddal besichtigen wir die grösste Stabkirche von Norwegen. Dann verabschieden wir uns das erste Mal von der Hauptstrasse und geraten direkt über eine Strasse, die in einem sehr, sehr schlechten Zustand ist. Allerdings muss man hierzu nach sagen, dass die Strasse gerade neu gebaut wird. Die Umgebung ist super schön. Wir finden einen Campingplatz direkt am See (Hoymyr). Wir sitzen gemütlich mit unseren Stühlen an den See und geniessen den Abend. Genau in dem Moment, als wir drinnen essen, beginnt es wieder zu regnen. Wieder schlafen wir bei prasselndem Regen ein. 


Dienstag, 16. August 2011

Hoymyr über Austbyggdi nach Geilo. Wunderschöne Strasse nach Brimnes. Von dort nehmen wir die Fähre nach Bruravik. Nun fahren wir auf der Strasse 7 entlang des Hardangerfjorden  nach Bergen Espeland. Der Campingplatz ist komplett voll. Trotzdem sehen wir am Abend noch mehrere Regenbogen. Wenn die nicht Glück bringen?


Mittwoch, 17. August 2011

Von Bergen fahren wir auf der E16 nach Voss. Der Abstecher nach Bergen lohnt sich schon alleine wegen den grandiosen Fjorden. In Flåm fahren wir nicht durch den längsten Tunnel (Laerdalstunnelen, 24.5 km) der Welt, da ja Conny seit kurzer Zeit in Tunnel ein beengendes Gefühl kriegt,  sondern über die spektakuläre Gebirgsstrasse von Aurland nach Laerdal. In Fodnes brauchen wir noch einmal eine Fähre um nach Manheller zu gelangen. Über Kaupanger und Sogndalsfjøra kommen wir schliesslich in Solvorn an. Dort finden wir den tollen Campingplatz Lyngmo (www.lyngmoinfo.no) am See.


Donnerstag, 18. August 2011

Von Solvorn fahren wir heute nach Lom. Wir sind erneut begeistert von der wunderschönen Gebirgsstrasse. Von Lom geht es weiter nach Otta. Wir besichtigen in der Nähe von Mysuseter eine kuriose weitere geologische Kuriosität zu finden: die bis zu sechs Meter hohen Pyramiden aus Moränenkies. In den Alpen sind solche Sandsteinformationen noch häufiger zu finden, in Skandinavien gibt es sie aber nur bei Mysuseter. Entstanden sind die Säulen dadurch, dass Regenwasser den Untergrund des Moränenmaterials wegspülte. An einigen Stellen lagen große Steine. Diese bildeten eine Art Regenschutz - so wie ein steinerner Regenschirm. Im Laufe einer jeweils sehr langen Zeitspanne wurde der Unterboden nach und nach abgetragen; aber dort wo Felsblöcke lagen, blieben die Sand- und Erdsäulen stehen.

Die aktuell sichtbaren Pyramiden sind vermutlich so um die 100 Jahre alt und wurden bereits 1977 unter Schutz gestellt. Das geologische Phänomen selbst existiert jedoch schon seit circa 9000 Jahren. Und die Säulen wandern auch heute stetig weiter - die höchsten und ältesten stürzen ein und neue werden vom Regenwasser ausgewaschen. Ihren Namen haben die Säulen dadurch wegbekommen, weil sie die Menschen an „weiße Priester“ erinnerten: Kvitskriuprestene nennen die Norwegen die Säulen.

Inder Nähe von dieser geologischen Sehenswürdigkeit campieren wir dann an einem Fluss (Maut für die Benutzung der Strasse 30ig Kronen).


Freitag, 19. August 2011

In Høvringen parkieren wir unser Auto und machen eine Wanderung im Rondane Nationalpark. Wir wandern bis zur Peer Gynt Hytta und wieder zurück. Es ist stürmisch, wir sind die fast einzigen Wanderer. Am Abend übernachten wir in Røste auf dem Campingplatz www.rostecamping.no . Wir zahlen für die Übernachtung 150 Kronen. Die Duschanlagen sind gemütlich und feudal. Es ist schön warm.


Samstag, 20. August 2011

Heute besuchen wir die Stadt Røros. Sie ist Unesco Weltkulturerbe, da die damals abgebaute Bausubstanz noch erhalten ist. Bis in die 70iger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde in dieser kleinen Stadt Kupfererz abgebaut. Im Winter kann es hier bis – 50,4 Grad werden. Wir besuchen ausserdem eine tolle Töpferei. Anschliessend fahren wir über Trondheim auf der E6 Richtung Narvik. Auf den Campingplatz von Harran übernachten wir dann. 


Sonntag, 21. August 2011

Endlich ist heute etwas besseres Wetter und wir fahren nach Trofors. Von hier nehmen wir die von Tom geplante Spezialstrasse 806. Die Route ist super. In Korgen kommen wir dann wieder auf die normale Strasse und fahren über Mo i Rana nach Lakhsola. Die Stimmung ist wunderschön. Zwischendurch scheint immer wieder die Sonne, es regnet jedoch in Strömen. Wunderschöne Regenbogen erscheinen.


Montag, 22. August 2011

Im Rago Nationalpark machen wir dann eine kleine Wanderung. In Bognes benötigen wir wieder einmal die Fähre nach Skardberget. Es regnet mal wieder in Strömen. Weiter zeigt unser Benzinzeiger längst Reserve, als wir endlich Narvik erreichen. Nach einer kurzen Einkaufstour verlassen wir dann Norwegen und kommen in Abisko an. Leider ist der Campingplatz absolut lärmig. Es sind diverse Bauarbeiten im Zusammenhang mit Schutzmauern wegen der Bahn im Gange. Trotzdem kostet der Campingplatz enorm viel. Es gibt auch keine Reduktion www.bjorkliden.com.


Dienstag, 23. August 2011

Wir fahren bereits ohne Frühstück los und beschliessen, unser Morgenessen an einem ruhigen Ort einzunehmen. Denn es rattert bereits seit ca. 8 Uhr. Kurz vor Kiruna essen wir bei strömendem Regen gemütlich in unserem Wägeli. Kiruna ist wirklich keine schöne Stadt. Trotzdem kennen wir sie nach der Suche unseres ersten Bottle Shops in- und auswendig. Schliesslich fahren wir über Svappavaara über Gällivare Richtung Jokkmokk. Kurz nach der Einfahrt Richtung Sarek Nationalpark finden wir an einem See ein traumhaftes Plätzli ganz für uns. Wir geniessen den schönen Sonnenabend. 


Mittwoch, 24. August 2011

Heute machen wir eine Stadtbesichtigung in Jokkmokk. Grund dafür ist hauptsächlich die Samenkunst. Tom kauft sich verschiedene Messer. In der Nähe des Polarkreises an der E45 besucht Tom dann weiter einen deutschen Messermacher. Über Arvidsjaur fahren wir schliesslich nach Övre auf einen Campingplatz. Heute ist hier Countryabend mit Tanz und Feuer angesagt. Ungefähr 70 Leute erscheinen mit ihren Autos und genau von 22.00 – 22.30 Uhr sind alle 70 Leute wieder weg. Total diskret. Kein Lärm, kein Gejohle. Wir haben so etwas noch nie erlebt.


Donnerstag, 25. August 2011

In Ardvidsjaur besuchen wir heute ein Samendorf. Wir sind die einzigen Touristen. Es gibt weder Kassenhäuschen noch Informationen über das Dorf. Einzig die Tafeln geben Auskunft über die Bauweise. Schliesslich fahren wir über Storuman nach Vilhelmina. Von dort machen wir den Circle über die Strasse 342. Leider ist das Wetter so schlecht, dass wir nicht viel von der Umgebung sehen. In Junsterforsen übernachten wir schliesslich an einem schönen Platz an einem See.


Freitag, 26. August 2011

Wir fahren heute weiter auf der 342 nach Sjulsåen. Von dort fahren wir Gravelroad bis Strömsund, nämlich über Svartingen, Hiltsand, Bredkjälen nach Östersund. Von dort geht es weiter über Brunflo, Svenstavik über die 316/315 nach Hede. Auf dem Campingplatz in Hede geniessen wir ein ohrenbetäubendes Rockkonzert.


Samstag, 27. August 2011

Wir haben für heute in dieser Region eine Spezialtour geplant. Wir fahren über Härjedalen über eine krassere Gravelroad. Unser Auto hat die Feuerprobe bestanden. In der Nähe von Herrö finden wir schliesslich übermüdet einen Platz am See. Diese Gegend rund um Hede werden wir sicher noch mehrmals besuchen. 


Sonntag, 28. August 2011

Heute fahren wir Richtung Süden. Es regnet immer noch in Strömen. Deshalb fahren wir einfach mal. Wir übernachten schliesslich auf einem netten Campingplatz in der Nähe von Morbacka, dem Heim von Selma Lagerlöf, der Dichterin. www.fryksdalen.net


Montag, 29. August 2011

Trotz Regen besichtigen wir noch einmal Felsmalereien in Tanum und Fossum. Wir besuchen ausserdem ein riesiges Gräberfeld, ca. 200 Gräber. Die Gräber stammen aus der Zeit zwischen 200 – 600 n. Chr. Es sollen auch eine ganze Menge Schotten hier begraben sein. Am Abend bleiben wir in Hunnebostrand auf dem Ramsvik Campingplatz. Der soll im Sommer richtig übervoll sein. Wir geniessen mit einem Spaziergang den Abend.


Dienstag, 30. August 2011

Heute fahren wir nach Smögen. Sogar schönes Wetter haben wir. Es ist traumhaft. Wir sind bereits um 10.00 Uhr im schmucken Stedtli. Es hat jedoch kaum Touristen. Wir sehen in einem Laden die Ansichtskarten von Smögen im Sommer. Vor lauter Touristen kann man die Holzstege kaum mehr erkennen. Wir fahren schliesslich weiter Richtung Süden, genauer gesagt nach Ängelholm. Unterwegs kommen wir in ein richtiges Unwetter. Wir müssen sehr langsam fahren. Auch in Ängelholm ist das Unwetter in vollem Gange. Der Campingplatz ist bereits geschlossen, allerdings ist ein junger Bursche noch anwesend, der uns dann einen nicht so sumpfigen Platz zuweist. Zwei Motorradefahrer aus Österreich haben etwas später haben weniger Glück. Der junge Campingmitarbeiter ist weg und die beiden Österreicher, völlig durchnässt, müssen zuerst eine Nummer wählen und dann warten, bis der Campingwart auf den Platz kommt. Bevor wir ein kurzes Znacht geniessen, spazieren wir an den Strand. Es ist auch hier sehr stürmisch. Wir bleiben jedoch eine ganze Weile da und lassen uns den Wind um die Ohren blasen.


Mittwoch, 31. August 2011

Heute fahren wir in Ängelholm los. Es regnet, regnet, regnet. In Hoganäs wollen wir verschiedene Töpferläden besichtigen. Leider finden wir in der Stadt selbst keine Läden. Da wir auch keine Zeit haben, fahren wir auf der 111 Richtung Malmö weiter. In Malmö verlassen wir dann Schweden über die Öresund-Brücke. Wir zahlen für unser Auto und uns 360 Schwedische Kronen. Auch die 4 Km unter dem Meer verkraftet Conny gut. Wir sind nun in Dänemark. Unser Ziel ist es, heute noch die höchsten (128 m hoch und 8 Kilometer lang) Steilküsten (Møns Klint) zu besichtigen. Da wir ziemlich spät sind, ist der gröbste Touristenansturm bereits wieder zurück. Und so geniessen wir die Kreidefelsen in aller Ruhe. Auf dem grosszügigen Campingplatz www.campingmonsklint.dk verbringen wir dann die Nacht.


Donnerstag, 1. September 2011

Nachdem wir schliesslich die Halbinsel Møn verlassen haben, fahren wir zügig Richtung Rødbyhavn, um mit der Fähre nach Deutschland zu fahren. Die Überfahrt dauert ungefähr eine Stunde. In Puttgarden angekommen, fahren wir dann einfach südwärts. Norddeutschland möchten wir ja auch besser kennen lernen, aber nun reicht uns die Zeit einfach nicht mehr. In der Nähe von übernachten wir schliesslich auf einem Campingplatz.


Freitag, 2. September 2011

Tom geht als erstes die frischen Brötchen holen, die wir gestern bestellt haben. Wir haben keine Eile, schliesslich könnten wir, wenn es notwendig wäre, heute auch heimfahren. Allerdings machen wir dann auf dem Kur- und Feriencampingplatz in Badenweiler noch einmal einen Übernachtungsstopp. Schade, der Platz ist ziemlich eng und wir werden irgendwo dazwischen gepfercht.


Samstag, 3. September 2011

Wir haben gut geschlafen und nehmen alles ziemlich gemütlich. Heute fahren wir nun nach Hause. Es waren drei wunderschöne Wochen in Skandinavien. Auf alle Fälle wissen wir nun, welche Plätze und Ortschaften wir erneut aufsuchen werden. Ein Reisender, ein älterer Österreicher, den wir in Lappland getroffen haben, meinte, dass eine erste Reise immer zuerst ein Schnuppern sei. Man soll das Land auf sich wirken lassen. Das haben wir gemacht. Es war wunderschön!


Weiter zu den Impressionen von unserer Tour durch Norwergen und Schweden!

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